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09.09.2013

10:33 Uhr

Aufwärtstrend

Immobilienpreise und Zinsen ziehen an

Die Zeit des ultra-billigen Baugelds scheint vorbei: Denn der Hypothekenzins steigt seit dem Frühjahr – wenn auch bisher auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig klettern die Immobilienpreise.

Ein Haus mit einem vermoosten Reetdach: Es wird immer teurer, den Traum vom Eigenheim zu realisieren. dpa

Ein Haus mit einem vermoosten Reetdach: Es wird immer teurer, den Traum vom Eigenheim zu realisieren.

Frankfurt/ MainDie extrem niedrigen Zinsen befeuern den Immobilienmarkt in Deutschland. Vor allem in Großstädten wird Wohneigentum immer teurer, ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht in Sicht. Dank historisch niedriger Zinsen für Hypotheken können Käufer ihr Eigenheim aber wenigstens sehr günstig finanzieren. Noch.

Denn seit Amerikas Notenbankchef Ben Bernanke im Mai andeutete, die Notenpresse allmählich etwas langsamer rotieren zu lassen, gehen die Zinsen wieder nach oben, betont Immobilienexperte Stefan Mitropoulos von der Helaba.

Die Folgen bekommen Käufer in Deutschland zu spüren, die die eigenen vier Wände per Kredit finanzieren. Noch im Frühjahr kostete Baugeld mit zehn Jahren Laufzeit im Schnitt 2,31 Prozent, sagt Max Herbst von der FMH Finanzberatung in Frankfurt. Seither ist der Zins auf 2,76 Prozent geklettert. Und Herbst ist überzeugt: „Bei den Hypothekenzinsen ist noch Luft nach oben.“

So sieht es auch Mitropoulos. Er schätzt, dass der Preis fürs Baugeld bis Ende 2014 auf 3,0 bis 3,5 Prozent steigen wird: „Das ist immer noch ein sehr niedriger Zinssatz, die Hausfinanzierung bleibt für viele Menschen erschwinglich.“ Schließlich liege der langjährige Durchschnitt bei 6,5 Prozent. Vor einigen Jahren habe er sogar bei 8 Prozent gelegen.

So viel ist klar: Ewig werden die Hypotheken-Zinsen nicht auf dem aktuellen Schnäppchen-Niveau verharren. Doch auch ein rapider Anstieg ist zunächst unwahrscheinlich. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt und angekündigt, ihn „für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau“ zu halten.

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

„Die wirtschaftliche Situation in Europa und die Aussagen der EZB deuten darauf hin, dass Baufinanzierungen in Deutschland weiterhin höchst attraktiv bleiben“, sagt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher des Finanzdienstleisters Dr. Klein & Co.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

09.09.2013, 10:54 Uhr

... und wenn bei uns die Immobilienblase platzt, ist kein Geld mehr in der EU. Das ist dann die Chance für die Pleiteländer endlich auf die eigenen Füsse zu kommen. Weil nichts mehr da ist, was transferiert werden könnte.

claudia

09.09.2013, 11:20 Uhr

Alles Schmarrn! Zinsen hin oder her! Gute Zukunftsplanung, adäquate und sichere Gehälter, Berufschanzen - das sind die Dinge, die einen zum Immobilienkauf bewegen.

Idiots_for_Eurobombs

09.09.2013, 11:27 Uhr

Na, da träumen Sie aber. Die Enteignung wird durch die bereits eifrig von Rot-Grün und Schwarz-Gelb diskutierten Zwangshypotheken auf deutsche Immos fröhlich weitergehen.

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