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13.02.2012

23:16 Uhr

Augsburger Patrizia gewinnt

LBBW verkauft 21.500 Wohnungen für 1,4 Milliarden Euro

Es ist einer der größten Immobiliendeals der jüngeren Vergangenheit. Der Zuschlag für rund 21.500 Wohnungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist erteilt. Eine Augsburger Immobilienfirma holt sich das Portfolio.

Die EU hatte der LBBW eine Schrumpfkur verordnet. dpa

Die EU hatte der LBBW eine Schrumpfkur verordnet.

Stuttgart/ München/ FrankfurtDie Bietergemeinschaft rund um die Stadt Stuttgart hat im Milliardenpoker um die etwa 21.500 Wohnungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verloren. Den Zuschlag in Deutschlands größtem Immobiliendeal seit rund dreieinhalb Jahren erhielt das Augsburger Unternehmen Patrizia, wie die Patrizia Immobilien AG am Montagabend in einer Mitteilung an Investoren berichtete. Der Kaufpreis betrage 1,435 Milliarden Euro, teilten Patrizia und LBBW mit.

Demnach haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der LBBW für einen Verkauf an ein Konsortium entschieden, das von der Patrizia geführt wird. Nähere Angaben zum siegreichen Bieterkreis machte Patrizia nicht. Es hieß lediglich, dass der Zusammenschluss „aus verschiedenen langfristig orientierten nationalen und internationalen Investoren“ bestehe.

Die Gegenseite, das sogenannte Baden-Württemberg-Konsortium, hatte in einem monatelangen Zweikampf mit der Patrizia um die überwiegend in Baden-Württemberg gelegenen Immobilien gerungen.

Mit der Entscheidung geht das Baden-Württemberg-Konsortium rund um die Stuttgarter GWG-Gruppe und die Stadt Stuttgart komplett leer aus. Die zwei Kontrahenten waren zum Schluss die einzigen verbliebenen Bieter, wie aus mit dem Geschäft vertrauten Kreisen verlautete.

Die LBBW musste sich von dem milliardenschweren Bestand im Zuge einer von der EU verordneten Schrumpfkur trennen. Im Gegenzug durfte die während der Finanzkrise gehörig in Schieflage geratene LBBW milliardenschwere Hilfen aus Steuergeld annehmen. Brüssel hatte angekündigt, streng darauf zu achten, dass kein Bieter in dem Prozess benachteiligt wird. Es sollte keinesfalls einen politisch motivierten Deal geben. Die LBBW betonte dementsprechend, dass der Zuschlag an den Meistbietenden gegangen und der Prozess damit fair und diskriminierungsfrei abgelaufen sei. „Dies wurde von dem von der EU eingesetzten Treuhänder auch so bestätigt.“

Kommentare (11)

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Kea

13.02.2012, 22:57 Uhr

http://www.residenzverlag.at/?m=30&o=2&id_title=1397

An alle: Unbedingt lesen, damit der Geist für die Hintergründe solcher Geschäfte (Verbrechen!) geschult wird!

debrasseur

13.02.2012, 23:00 Uhr

Geförderter Wohnungsbau zum Schnäppchenpreis. Woanders heißt dies Tafelsilber verscherbeln. Gut, die EU hat das Sagen, da sollte man andererseits nicht auf Griechenland zeigen wollen, wenn wir noch nicht einmal merken, ob solcher Meldung als Aufreger verstanden haben, wie und wo die Post abgeht.

Der Kunde "Mieter" wird dies bald zu spüren bekommen, möglichst auf einem hohen Niveau. Man gönnt sich ja sonst nichts.

SabineM

13.02.2012, 23:03 Uhr

Die Patrizia AG. Unbedingt mal googlen! Die haben meiner 94-jährigen Großmutter einen Monat nach Erwerb der Wohnung die Miete um 20% erhöht, die Anlage im Übrigen aber verrotten lassen.

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