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04.07.2016

14:28 Uhr

Axel Gedaschko

GdW-Präsident fordert Steueranreize für Wohnungsbau

Jährlich 400.000 Wohnungen müssten in Deutschland gebaut werden, tatsächlich werden aber nur rund 248.000 Einheiten fertiggestellt. Die Wohnungs- und Immobilienunternehmen haben deshalb klare Forderungen an die Politik.

Der Präsident des Branchenverbandes GdW plädiert unter anderem dafür, die Bauverfahren zu beschleunigen, die Grunderwerbssteuer in Wachstumsregionen zu senken, sozialen Wohnungsbau stärker zu fördern und den kräftigen Anstieg der Mietnebenkosten zu begrenzen. dpa

Axel Gedaschko

Der Präsident des Branchenverbandes GdW plädiert unter anderem dafür, die Bauverfahren zu beschleunigen, die Grunderwerbssteuer in Wachstumsregionen zu senken, sozialen Wohnungsbau stärker zu fördern und den kräftigen Anstieg der Mietnebenkosten zu begrenzen.

BerlinDie Wohnungswirtschaft macht Druck auf die Politik, Steueranreize in Milliardenhöhe für den Mietwohnungsbau zu beschließen. „Es wäre fatal für den Markt, wenn wir mit einer Hängepartie in die Sommerpause gehen“, sagte der Präsident des Branchenverbandes GdW, Axel Gedaschko, am Montag in Berlin. Hier sei eine rasche Entscheidung nötig. Die Steueranreize liegen derzeit im Bundestag auf Eis. Bundesbauministerin Barbara Hendricks hatte sich vor kurzem zuversichtlich geäußert, dass sich SPD und Union noch vor der Sommerpause einigen könnten. Durch die Sonderabschreibung sollen Investoren über drei Jahre 29 Prozent der Baukosten bei der Steuer geltend machen können. Laut Gesetzentwurf kostet dies die öffentliche Hand mindestens 2,15 Milliarden Euro.

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In Deutschland müssten pro Jahr rund 400.000 Wohnungen gebaut werden, bekräftigte Gedaschko. Im vergangenen Jahr seien aber nur rund 248.000 Einheiten fertiggestellt worden. „Das deckt den Bedarf immer noch nicht“, mahnte der GdW-Chef. Hier hinke man „meilenweit“ hinterher. Derzeit fehlten rund 800.000 Einheiten, viele davon im sozialen Wohnungsbau und „bezahlbare Mietwohnungen in Ballungsgebieten“. Die im GdW organisierten Wohnungsfirmen dürften 2016 ihre Investitionen im Neubau um gut 50 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro steigern. Die Bautätigkeit werde aber nur um rund ein Drittel zulegen, sagte Gedaschko und verwies auf steigende Kosten. „Die Unternehmen müssen mehr Geld in die Hand nehmen, um Wohnungen fertigzustellen.“

Gedaschko appellierte an die Politik, unter anderem die Bauverfahren zu beschleunigen, die Grunderwerbsteuer in Wachstumsregionen zu senken, sozialen Wohnungsbau stärker zu fördern und den Anstieg der Mietnebenkosten zu begrenzen. Als Beispiel empfahl er einen Blick in die Niederlande, wo es gelungen sei das Baurecht zu „entrümpeln“, so dass Firmen dort schneller und günstiger bauen könnten als in Deutschland.

In Wohnungen der GdW-Unternehmen leben bundesweit rund 13 Millionen Menschen. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) vertritt damit Firmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Von

rtr

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