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09.02.2016

10:31 Uhr

Baugeld

Wenn nicht jetzt, wann dann?

VonReiner Reichel

Dank Ölpreisverfall und Niedrigzinsen steuern Baugeldzinsen auf ein Rekordtief zu. Häuslebauer können sich so günstig finanzieren wie nie. Finanzberater empfehlen Kredite mit langer Laufzeit und hohen Tilgungsquoten.

Bauzinsen so tief wie nie. dpa

Arbeitsgeräte eines Maurers

Bauzinsen so tief wie nie.

DüsseldorfDas Jahr fängt gut an für Baufinanzierer. Fünf Wochen sind vergangen und die Zinsen für Baugeld sinken und sinken, allein im Januar um 0,2 Prozentpunkte. Inzwischen nähern sie sich ihrem Rekordtief von Ende April 2015. Damals zeigte der FMH-Index für Baufinanzierungen mit zehnjähriger Laufzeit 1,23 Prozent Zinsen an. Am Dienstag stand das Marktbarometer der FMH-Finanzberatung bei 1,42 Prozent.

Wer über eine gute Bonität verfügt und etwas intensiver sucht kommt noch billiger weg. Denn FMH nennt eine Angebotsspanne von 1,11 bis 2,07 Prozent für Zehn-Jahresdarlehen.

Auf die Umlaufrendite für Bundesanleihen als Indikator für die Baugeldzinsen ist wieder einmal Verlass. Aktuell bewegt sich die Umlaufrendite nach einer Abwärtsphase unter 0,15 Prozent. Als niedrigster Wert in den vergangenen 52 Wochen wurden 0,05, als höchster 0,8 Prozent gemessen.

Ausschlaggebend für die gegenwärtig besonders niedrigen Zinsen ist der Ölpreisverfall. Ein Zusammenhang, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Wenn Rohöl billiger wird, geben Benzin- und Heizölpreise nach und dämpfen die Inflation, die schon jetzt unter einem Prozent liegt. Sie ist damit weit vom Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent entfernt.

Die EZB hat darauf in der Vergangenheit mit einer Politik des lockeren Geldes reagiert, was wiederum zu sinkenden Zinsen geführt hat.

Mit dem Ölpreisverfall und der Abschwächung der Wirtschaft in China und den Schwellenländern drohe die Inflation in der Eurozone erneut ins Minus zu rutschen, erläutert Baugeldvermittler Interhyp. Viele Experten erwarteten nun, dass die Notenbank weiter versuchen werde, Konjunktur und Teuerungsrate anzuheizen. „Die Politik des billigen Geldes hält die Zinsen für Immobilienkredite derzeit tief“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp.

Hinzu kommt der Einbruch an der Börse. Am Montag wechselten Anleger von Dividenden- zu Zinstiteln. Sie treiben damit die Anleihekurse hoch und die Umlaufrendite runter.

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