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01.08.2015

09:45 Uhr

Bauspar-Tipps

Niedrige Zinsen sind nicht alles

Bausparer müssen sich von den supergünstigen Immobilienkrediten der vergangenen Monate verabschieden. Prämien und Förderung vom Staat werden wieder wichtiger. Die Tipps im Überblick und unser Tool der Woche.

Einen kühlen Kopf bewahren müssen Bausparer in Zeiten steigender Zinsen. dpa

Bausparen

Einen kühlen Kopf bewahren müssen Bausparer in Zeiten steigender Zinsen.

DüsseldorfBausparen wird wieder teurer. Grund sind die Turbulenzen an den Anleihenmärkten in den vergangenen Monaten. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind seit ihrem Tief im April dieses Jahres wieder leicht gestiegen – und mir ihnen steigen auch die Zinsen für Pfandbriefe, mit denen die Banken ihre Baudarlehen refinanzieren. Zuletzt lag die zehnjährige DGFZ-Pfandbriefrendite bei rund 0,9 Prozent. Zum Vergleich: Bei ihrem Allzeittief im April lag die Rendite für die Refinanzierungspapiere der Banken bei gerade einmal 0,4 Prozent.

Für Bausparer bedeutet das einen Abschied von den supergünstigen Immobilienkrediten. Warteten Hausbauer noch vor wenigen Wochen bis zum letztmöglichen Termin, den Vertrag zu unterzeichnen, um so von möglichen weiteren Zinssenkungen profitieren zu können, müssen sie sich nun beeilen, noch günstige Konditionen zu erwischen. Dabei müssen sie einen kühlen Kopf bewahren, rät die Finanzberatung FMH auf ihrer Webseite. Denn die Angst der Kunden, den Zug bei den günstigen Krediten zu verpassen, bliebe auch Banken und Vermittlern nicht verborgen.

Wie die Preise steigen

Die Berechnung

Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat die Veränderung der Immobilienpreise in Deutschland analysiert. Als Datengrundlage diente die Preisentwicklung von Bestandswohnungen von Anfang 2010 bis zum dritten Quartal 2014.

München

Preisentwicklung: +47 Prozent

Berlin

Preisentwicklung: +41 Prozent

Hamburg

Preisentwicklung: +39 Prozent

Düsseldorf

Preisentwicklung: +32 Prozent

Stuttgart

Preisentwicklung: +27 Prozent

Frankfurt am Main

Preisentwicklung: +26 Prozent

Köln

Preisentwicklung: +25 Prozent

Vorsicht sei vor allem bei Bankdarlehen geboten, die mit Bausparverträgen getilgt würden. Die Idee: Im Bausparvertrag heute wird bereits der Darlehenszins von morgen fixiert. Oft würde bei diesen Modellen der Gesamteffektivzins jedoch nicht genannt – Banken und Sparkassen sind nicht dazu verpflichtet – und dieser fiele dann oft höher aus, als bei vergleichbaren Angeboten ohne die Darlehenstilgung durch den Bausparvertrag. Rechnen und Vergleichen lohnt sich also. Das geht zum Beispiel mit dem Baugeldvergleich von Handelsblatt Online. Mit diesem Rechner können Immobilienbesitzer die Baugeld-Offerten von mehreren Banken vergleichen. Berücksichtigt werden unter anderem, die Sollzinsbindung und der Tilgungssatz, der für das jeweilige Angebot vorgesehen sind. Denn bei der Wahl des passenden Immobilienkredits sind niedrige Zinsen nicht alles.

Neben einem Kreditvergleich lohnt es sich für Bausparer zu prüfen, welche Förderung sie bekommen können. Denn ursprünglich waren Bausparverträge dazu gedacht, auch Klein- und Normalverdienern den Weg zum eigenen Heim zu ebnen, somit sind sie eher wohlwollend gestaltet. Das Prinzip der Bausparkassen: Viele Menschen sparen, damit einzelne einen günstigen Kredit erhalten können. Zahlen die Kreditnehmer ihre Darlehen zurück, füllt sich wieder der Darlehenstopf und die Sparergemeinschaft profitiert. Damit wird das Sparen für das Eigenheim belohnt – auch vom Staat.

Kommentare (1)

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Dennis Greyhamm

03.08.2015, 11:27 Uhr

- "solange der angesparte Betrag nicht die Höhe der Bausparsumme erreicht, kündigen Bausparkassen gegenwärtig noch nicht."

Diese Aussage im Artikel stimmt eindeutig nicht!
Zumindest die BHW Bausparkasse kündigt entgegen den Allgemeinen Bausparbedingungen seit Monaten Verträge, deren aktueller Kontostand die Bausparsumme noch nicht erreicht hat.
Auf Widersprüche wird nicht reagiert, Kontoschließungen sowie Zusendungen von Verrechnungsschecks werden angedroht.

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