Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2016

11:15 Uhr

BBSR-Immobilienstudie

Die Preise steigen, weil nicht genug gebaut wird

VonSilke Kersting

Der Druck auf dem Wohnungsmarkt hält an, zeigt eine Studie des Bauinstituts des Bundes. Die Baugenehmigungen nehmen zwar zu, doch der Bedarf wächst in Großstädten noch schneller. Auf dem Land sieht das anders aus.

Die Preise steigen

Bildet sich eine Immobilienblase?

Die Preise steigen: Bildet sich eine Immobilienblase?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinAllen Bemühungen zum Trotz: Der Druck auf dem Wohnungsmarkt wird in Deutschland in den kommenden Jahren nicht nachlassen. Für Mieter in Großstädten könnte das weiter steigende Mieten und für Käufer weiter steigende Immobilienpreise bedeuten.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) kommt in einer neuen Studie zum Ergebnis, dass der Neubaubedarf „in den wachsenden Räumen auch in den nächsten Jahren höher als die aktuelle Bautätigkeit“ sein werde. Zwar steige die Zahl der Baugenehmigungen seit 2009 wieder deutlich an, ebenso die Zahl der Fertigstellungen, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Bericht. Das Niveau reiche jedoch nicht aus, um den erforderlichen Bedarf insbesondere in Ballungsräumen zu befriedigen.

„Bezahlbarer Wohnraum ist knapp“, sagt Harald Herrmann, Chef des BBSR. Die Forschungseinrichtung des Bundesbauministeriums geht von einem Neubaubedarf von 350.000 bis 400.000 Wohnungen jährlich aus. Gebaut wurden aber im vergangenen Jahr lediglich 248.000 Wohnungen, nach 245.000 Wohnungen im Jahr 2014. Dabei seien vor allem die Auswirkungen der Flüchtlingszuwanderungen auf die künftige reale Wohnungsnachfrage kaum verlässlich abzuschätzen, meint das BBSR. „Mit dem Bevölkerungswachstum umzugehen, ist die große Herausforderung für unsere Großstädte. Immerhin lebt fast jeder vierte Einwohner Deutschlands in einer wachsenden Großstadt“, so Herrmann.

Für die Forscher steht fest: Das Ziel, genügend bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen, erfordert erstens eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Akteure, der staatlichen sowie der privaten. Zweitens müssen bestehende Zielkonflikte und die Akzeptanz von mehr Wohnungsbau gesteigert werden.

Zu den wichtigsten Themen gehört dabei die Verfügbarkeit erforderlichen Baulands. Nicht selten scheiterten konkrete Bauvorhaben, für die Investoren und Kapital bereitstünden, an nicht verfügbaren Flächen oder komplexem Baurecht, moniert das BBSR. „Ausreichend verfügbares Bauland zu vertretbaren Preisen ist deshalb eine entscheidende Stellschraube für mehr bezahlbaren Wohnungsneubau zur Miete und im Eigentum.“ Hier sei in erster Linie eine strategische und aktivierende Liegenschaftspolitik der Kommunen mit preisdämpfender Wirkung gefragt, aber auch Bund und Länder müssten unterstützend tätig werden, um für bessere Rahmenbedingungen bei der Schaffung und Mobilisierung von mehr Bauland zu sorgen.

Deutschlands größte Makler

Makler für Gewerbeimmobilien

Bürogebäude, Shoppingcenter, Lagerhallen oder Hotels sind bei Investoren beliebter denn je. Davon profitieren auch die internationalen Maklerhäuser. Das zeigt eine Auswertung der Fachzeitschrift „Immobilienmanager“.

Die Redaktion hat die Geschäftszahlen der Branche für das Jahr 2015 auswertet. In allen Segmenten stiegen 2015 die Preise und damit auch die Umsatzerlöse. Auch im Vermietungsgeschäft hatten die Makler, die Gewerbeobjekte vermitteln, wenig Grund zur Klage.

Gewerbemakler Platz 3

Corpus Sireo, ein Tochterunternehmen der Swiss-Life-Gruppe, zählt zu den führenden deutschen Maklerhäusern und vermittelt sowohl Büro- und Einzelhandelsgebäude als auch Wohnimmobilien. Im Segment der gewerblichen Immobilien schaffen es die Kölner unter die Top-3. Der Nettoumsatz lag 2015 bei gut 73 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es 69 Millionen.

Gewerbemakler Platz 2

An Nummer zwei der größten deutschen Gewerbemakler steht die deutsche Tochter des internationalen Immobilienberatungshauses BNP Paribas Real Estate. Das Unternehmen gehört zum französischen Finanzkonzern BNP Paribas und unterhält Niederlassungen in weltweit 36 Ländern.

In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 700 Mitarbeiter an zwölf Standorten. Laut Angaben des „Immobilienmanagers“ lag der Umsatz 2015 bei 114,7 Millionen Euro nach 91 Millionen im Jahr zuvor.

Gewerbemakler Platz 1

Mit deutlichem Vorsprung vor dem französischen Konkurrenten führt die deutsche Tochter des US-Immobilienberatungshauses JLL die Rangliste der größten Gewerbemakler in Deutschland an. JLL - das Kürzel steht für Jones Lang LaSalle - ist ein an der New Yorker Börse notierter, weltweit agierender Dienstleister, Berater und Investmentmanager im Immobilienbereich. Weltweit mehr als 60.000 Mitarbeiter in etwa 280 Büros erwirtschafteten 2015 einen Jahresumsatz aus Honoraren von 5,2 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland setzte JLL 2015 175 Millionen Euro um nach 121 Millionen Euro im Jahr 2014. Ein Plus von 45 Prozent und eine höhere Steigerungsrate als jeder Gewerbemakler.

Wohnungsmakler

Anders als bei den Gewerbemaklern legt bei den auf Wohnimmobilien spezialisierten Vermittlern nur das Geschäft mit Käufen und Verkäufen kräftig zu. Die Provisionen für die Vermittlung von Mietwohnungen hingegen sind bei allen Maklerhäusern, die an der Auswertung der Fachzeitschrift „Immobilienmanager“ teilgenommen haben, rückläufig.

Der wichtigste Grund: Für die Vermittlung von Mietwohnungen gilt seit Juni 2015 das sogenannte Bestellerprinzip. Danach zahlt derjenige den Makler, der ihn auch beauftragt, und nicht wie zuvor meist der Mieter. Eigentümer mit wenigen Wohnungen nehmen seitdem die Vermietung oft selbst in die Hand. Und größere Wohnungseigentümer handeln mit Maklern Pauschalen aus, die geringere Provisionen als früher üblich vorsehen.

Wohnungsmakler Platz 3

Die Bausparkassen-Tocher LBS Immobilien Nordwest gehört zu den größten deutschen Wohnimmobilienmaklern. Ihr Geschäftsgebiet umfasst die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Berlin - ein Markt, in dem mehr als ein Drittel der Deutschen leben und in dem jährlich etwa 250.000 Wohnimmobilien im Wert von 40 Milliarden Euro den Besitzer wechseln.

In etwa 150 Kunden-Centern und bei den etwa 100 Partner-Sparkassen vermittelte die LBS Immobilien Nordwest 2015 nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Immobilien im Wert von 2,3 Milliarden Euro an neue Käufer. Mit einem gegenüber 2014 leicht gestiegenen Umsatz von 105,3 Millionen Euro (2014: 104,1 Millionen Euro) belegt die LBS Immobilien Nordwest im Maklerranking Platz 3.

Wohnungsmakler Platz 2

Das 1977 gegründete Maklerhaus Engel & Völkers mit Stammsitz in Hamburg gilt als Spezialist für die Vermittlung von Wohnimmobilien in guten und sehr guten Lagen. Das Franchiseunternehmen, das inzwischen Lizenzen an Makler in 32 Ländern vergeben hat, die an mehr als 700 Standorten präsent sind und etwa 8.000 Mitarbeiter beschäftigen, hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Der Courtageumsatz der Gruppe stieg von 173 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 410 Millionen Euro im Jahr 2015.

In Deutschland stieg der Nettoumsatz der Engel-&-Völkers-Büro 2015 auf 123,6 Millionen Euro nach 110 Millionen Euro im Jahr zuvor. Für die Hamburger Marke bedeutet das: Platz 2 unter Deutschlands Wohnungsmaklern.

Wohnungsmakler Platz 1

Mit riesigem Abstand zum Zweitplatzierten führt die Sparkassen-Finanzgruppe das Ranking der deutschen Wohnungsmakler an. Die Immobilienabteilungen der gut 400 deutschen Sparkassen vermitteln den Löwenanteil der deutschen Häuser und Wohnungen an neue Käufer und Mieter.

Zugute kommt ihnen dabei ihre große Vertriebsstärke: Mit ihrem Netz von rund 14.450 Geschäftsstellen sind sie nicht nur in Großstädten, sondern auch in dem meisten kleinen Gemeinden vertreten.

Das schlägt sich deutlich im Vermittlungsumsatz nieder: 2015 erreichte er ein Volumen von 418 Millionen Euro nach 388 Millionen im Jahr zuvor. Für die Sparkassenmakler heißt das: Platz 1 im Maklerranking.

Im vergangenen Jahr haben die Wohnungsbaugenehmigungen mit einer Steigerung von acht Prozent erstmals seit dem Jahr 2000 die Marke von 300.000 genehmigten Wohnungen überschritten; im ersten Quartal 2016, heißt es in der Studie, ist ein weiterer Anstieg um nochmals 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Das zeige, dass der Markt reagiere und lasse eine Stärkung des Wohnungsneubaus erwarten. Allerdings profitieren davon nicht alle großen Städte gleichermaßen. Angesichts der hohen Baulandpreise in den Kernstädten suchen sich mehr Bauherren bezahlbare Alternativen im Umland. Damit verfestigt sich das Wohnungsproblem in den gefragten Innenstadtlagen.

In der Folge steigen die Preise von Wohnimmobilien seit 2010 deutlich an, vor allem in den Großstädten und deren Umland. In Großstädten lagen die Preise für Eigentumswohnungen 2014 um etwa 29 Prozent höher als 2009, wobei vor allem boomende Metropolen wie München (+45 Prozent) und Frankfurt am Main (+69 Prozent) überdurchschnittliche Preissteigerungen verzeichneten. Wenngleich sich warnende Stimmen mehren, kann nach Meinung des BBSR angesichts eines derzeit moderat steigenden Wohnungsbaukreditvolumens zumindest aktuell nicht von einer Immobilienpreisblase in Deutschland gesprochen werden.

„Auch im Mietenniveau heben sich die 19 Metropolkerne deutlich von den weiteren Großstädten und den städtischen Kreisen ab“, schreibt das BBSR. Die durchschnittlichen Nettokaltmieten in diesen Innenstädten lagen demnach Ende 2015 bei 9,36 Euro pro Quadratmeter, eine Steigerung zum Vorjahr von vier Prozent. Vor zehn Jahren waren noch Preise von durchschnittlich knapp unter sieben Euro pro Quadratmeter üblich.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.09.2016, 11:46 Uhr

Was diese Drucker-Draghi Euro-Goldman Sachs Politik der EZB nicht alles für blühten treibt...da der Anleihenmarkt komplett von Draghis Geld-Drucker Hände ist und überschuldete Pleite Euro-Länder und Unternehmen von der EZB mit den Steuergeldern und Altervorsorge (Zinsguthaben) der Deutschen Bürger aufgekauft werden, gibt es immer weniger Vertrauen in die Volkswirtschaft der Euro Ländern und mit dem Aufkauf der Unternehemsanleihen von Pleiteunternehmen auch immer weniger vertrauen in eine funktionierende Marktwirtschaft. Somit flüchten viele in Immobilienwerte die einen Zusammenbruch der EZB Wirtschaft-Politik gut überstehen.
Somit wird auf Teufel komm raus der Immobilienbestand in den Ballungsräumen aufgekauft. Die Mieten und die Immobilienpreise steigen dadruch und natürlich auch die Blase...wenn diese platzt, dann haben wir die nächste Finanz-Wirtschaftskrise aber um einiges Höher als die letzte schon war.

Herr Josef Steiner

13.09.2016, 11:52 Uhr

"Die Preise steigen, weil nicht genug gebaut wird." - Das ist nur die halbe Wahrheit.

"Zweitens müssen bestehende Zielkonflikte und die Akzeptanz von mehr Wohnungsbau gesteigert werden." - Da kommen wir der Wahrheit schon näher...

Wenn Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, dann muss man nur eins und eins zusammenzählen, dann weiß man erstens, wem die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt nützt und zweitens, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. Leider...

Herr Peter Petersen

13.09.2016, 12:14 Uhr

Was treibt die Preise?
Grunderwerbssteuer von 3 auf 6%
und verkauf von Sozialwohnungen
Markler 6-8% ohne Wettbewerb
und Markler werden vom Käufer bezahlt, das Interesse des Marklers liegt aber an höheren Preisen.

Die Städte müssen bei Ausweisen von neuem Bauland auf die Grunderwerbssteuer verzichten und für 30 Jahre Festschreiben, das x% Sozialwohnungen sind mit einer Mietpreisfestsetzung
Bei Wohnimmobilien entfällt die Grunderwerbssteuer

Markler müssen auch beim Verkauf vom Auftraggeber bezahlt werden.
Und auf einmal sinkem die Kaufkosten um über 10%

Statt Dämmung genügt auch die Energie erzeugung Windrad , Solar, oder was es da noch in zukunft gibt.
Städte müssen einen Anteil an Sozialwohnungen halten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×