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23.01.2007

08:00 Uhr

Berlin / Rummelsburg

Hochwertige Wohnungen in ehemaligem Knast

VonSusanne Bergius

Die Bundeshauptstadt versucht mit einer ihrer Qualitäten - der Lage an Gewässern - aufzutrumpfen. Ab sofort können Eigennutzer und Kapitalanleger hochwertige Wohnungen erwerben, die auf dem so genannten "BerlinCampus" entstehen sollen, direkt an der grünen Rummelsburger Bucht im Osten Berlins.

HB BERLIN. "Das Investitionsvolumen beträgt 40 Mill. Euro bis Ende 2008", sagt Dirk Germandi, Vorstandsvorsitzender der Profi Partner AG in München. Die Gesellschaft vertreibt zunächst 150 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die ab April in acht denkmalgeschützten Gebäuden des ehemaligen, 1877 und 1878 errichteten preußischen "Arbeitshauses" eingerichtet werden. Für sie bestünden wegen der anstehenden Modernisierung attraktive Abschreibungsmöglichkeiten laut § 7 Einkommenssteuergesetz, sagt Germandi.

Die Wasserstadt GmbH, der für den BerlinCampus zuständige treuhänderische Entwicklungsträger des Landes Berlin, hat acht Gebäude des Ensembles nach Angaben des neuen Geschäftsführers Gerhard W. Steindorf zum Jahreswechsel an die Maruhn Immobiliengruppe veräußert. Diese kooperiert mit einer weiteren Gesellschaft Germandis. Die Wasserstadt wird das Gebiet bis Jahresmitte vollständig erschließen.

Eine Musterwohnung ist fertiggestellt. Die Kaufpreise pro Quadratmeter betragen den Angaben zufolge zwischen 2 390 und 2 790 Euro. Im April beginnt die Sanierung der roten Backsteinhäuser. Sie sieht Balkone und Terrassen für alle Wohnungen, Massivholzparkett und hochwertige Einbauküchen und Bäder vor. Zugleich sollen in zwei Neubauten weitere 60 Wohnungen entstehen. Wann die zum Verkauf stehen, ist noch unklar.

Die ehemalige Haftanstalt Rummelsburg besteht aus 17 ein- bis viergeschossigen Einzelgebäuden. Das historische Backsteinbauensemble mit rund 30 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche (BGF) ist im Pavillonsystem angeordnet. Im parkartig erweiterten Uferbereich stehen etwa ebenfalls 30 000 Quadratmeter BGF für Neubauten zur Verfügung. Die "Rummelsburg" war zu DDR-Zeiten ein berüchtigtes Gefängnis, in dem 1990 sogar der gestürzte Staatsratsvorsitzende Erich Honecker eine Nacht inhaftiert war. Inzwischen sind die Gebäude entkernt, die roten Backsteinfassaden gesäubert und Straßen gebaut. Alle Nutzungskonzepte für das Gelände seit der Wende scheiterten - unter anderem es als olympisches Dorf zu nutzen, denn die Olympia-Bewerbung misslang. Auch Berliner Gerichte und juristische Fakultäten ließen sich nicht ansiedeln.

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