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20.05.2014

18:05 Uhr

Beteiligungsfirma verlässt Immobilienriese

Terra Firma verabschiedet sich von Annington

Sie haben ihr lange die Stange gehalten. Nun hat Terra Firma entschieden, dass die Beteiligung an der Deutschen Annington an die Fondsanleger gehen soll. Die waren darüber zum Teil nicht erfreut, was den Kurs drückt.

Auf einen Schlag sind fast 90 Prozent der Deutschen Annington in Streubesitz. Einige Beobachter beunruhigt das. dpa

Auf einen Schlag sind fast 90 Prozent der Deutschen Annington in Streubesitz. Einige Beobachter beunruhigt das.

FrankfurtDer Finanzinvestor Terra Firma hat sich nach 13 Jahren von der Deutschen Annington verabschiedet. Die von der Private-Equity-Legende Guy Hands gegründete Beteiligungsfirma reichte ihre Anteile an dem Bochumer Immobilienkonzern von zuletzt noch 67,3 Prozent an die eigenen Fondsanleger weiter. Damit steigt der Streubesitz des bisher im Kleinwerteindex SDax gelisteten Unternehmens auf einen Schlag von rund 26 Prozent auf 90 Prozent. Das bringt Deutschlands größte Immobiliengesellschaft dem Ziel näher, in den Mittelwerte-Index MDax aufzusteigen. "Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Deutsche Annington im September in den MDax aufrückt", sagte Indexexperte Klaus Stabel von ICF Kursmakler am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. An der Börse ist Deutsche Annington rund fünf Milliarden Euro wert.

Ein Teil der bisherigen Fondsinvestoren wollte nach Angaben von Terra Firma aber keine Annington-Aktien halten, sondern sich sofort von ihrem Engagement trennen. Deshalb warfen Terra Firma und der Co-Investor CPI am Dienstag Annington-Aktien für 585 Millionen Euro auf den Markt, 12,5 Prozent an dem Unternehmen. Diese ließen sich allerdings von den Investmentbanken JP Morgan und BofA Merrill Lynch nur mit einem deutlichen Abschlag bei neuen Eigentümern unterbringen. Der Platzierungspreis von 19,50 Euro lag mehr als acht Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag.

Diese Städte bieten die höchsten Renditen

Lukrative Geldanlage

Nach einer Analyse der Immobilienberatung Wüest & Partner unter 81 Standorten bieten vor allem kleiner, so genannte B-Städte die höchsten Anfangsrenditen, die das Verhältnis von anfänglichen Mieteinahmen zum investierten Kapital abbilden.

1. Halle an der Saale

Der Vergleich startet mit den renditeträchtigsten Standorten. Es folgen die Daten zu Halle an der Saale.

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (10,0 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,6 (4,5)

Einwohner: 233.705

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,33 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 12,8 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,9 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -3,0 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -7,6 %

2. Hagen

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (9,9 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,3 (3,7)

Einwohner: 187.447

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 4,89 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,8 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -4,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,2 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -3,6 %

3. Chemnitz

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (9,9 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,5 (4,3)

Einwohner: 243.173

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 4,88 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -1,0 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,8 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -9,6 %

4. Recklinghausen

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,8 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (3,0)

Einwohner: 117.672

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,07 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 11,1 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -3,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -0,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,9 %

5. Hildesheim

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,7 % (10,0 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,2 (2,9)

Einwohner: 102.584

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,28 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,6 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,5 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 1,5 %

6. Remscheid

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,1 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,0 (3,7)

Einwohner: 109.596

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,37 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 9,6 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -4,6 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -3,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -2,5 %

7. Mönchengladbach

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,6 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,7 (3,4)

Einwohner: 164.244

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,06 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 13,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -3,4 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -1,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -0,3 %

8. Kiel

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 8,1 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (2,8)

Einwohner: 242.041

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,73 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,3 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,8 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 1,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,7 %

9. Würzburg

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 8,0 % (8,2 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,3 (2,0)

Einwohner: 133.808

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 8,18 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 5,0 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,8 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,4 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 4,3 %

10. Oldenburg

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 7,5 % (7,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,2 (1,9)

Einwohner: 162.481

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 7,26 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,5 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 14,3 %

An der Börse fielen Annington-Aktien um sechs Prozent auf 20,10 Euro. Sie waren mit Abstand größter Verlierer im SDax. Anleger befürchten, dass viele der ehemaligen Fondsinvestoren ihre Annington-Aktien ebenfalls auf den Markt werfen werden, wenn die vereinbarte Haltefrist von 90 Tagen abgelaufen ist.

Dass ein Finanzinvestor Aktien einer seiner Beteiligungen an seine Anleger weiterreicht, ist ungewöhnlich. Allerdings war Terra Firma ungewöhnlich lange - seit 2001 - bei der Deutschen Annington engagiert. Normalerweise haben die geschlossenen Fonds von Finanzinvestoren eine Laufzeit von zehn Jahren. Terra Firma hatte die Annington allerdings schon 2006 in einen Spezialfonds eingebracht, der nur aus dieser einen Beteiligung bestand.

Der britische Finanzinvestor hatte 2001 mit dem Kauf von 64.000 Eisenbahner-Wohnungen den Grundstein für die Deutsche Annington gelegt. Inzwischen gehören dem Konzern fast 180.000 Wohnungen. Deutsche Annington war im Juli vergangenen Jahres an die Börse gegangen. Terra Firma musste den Investoren aber deutlich entgegenkommen und verkaufte deshalb damals nur Aktien für 575 Millionen Euro. Seit dem Börsengang hat der Kurs aber deutlich angezogen.

Von

rtr

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