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22.08.2013

17:21 Uhr

Betriebskostenspiegel

Mieter zahlen 2,20 Euro Nebenkosten je Quadratmeter

Der Deutsche Mieterbund zeigt in einer Untersuchung, dass Mieter etwa die Hälfte ihrer Nebenkosten für Heizung und warmes Wasser ausgeben. Zudem gibt es neue Erkenntnisse über die Unterschiede zwischen Ost und West.

Rund die Hälfte der Mietnebenkosten entfallen auf Warmwasser und Heizung. dapd

Rund die Hälfte der Mietnebenkosten entfallen auf Warmwasser und Heizung.

BerlinMieter in Deutschland zahlen im Schnitt 2,20 Euro pro Quadratmeter und Monat für Betriebskosten. Etwas mehr als die Hälfte davon (1,24 Euro) machen dabei die Kosten für Heizung und Warmwasser aus, wie der Deutsche Mieterbund (DMB) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Untersuchung lagen Abrechnungsdaten aus 2011 zugrunde.

Die Energiekosten seien damit auch im Abrechnungsjahr 2011 weiter angestiegen, erklärte der DMB in seinem jährlichen sogenannten Betriebskostenspiegel. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung seien dies inzwischen bereits etwa 1200 Euro im Jahr. Schuld sei die Preisentwicklung bei Öl, Gas und Fernwärme in jenem Zeitraum.

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

Kämen alle denkbaren Betriebskostenarten zusammen, liege die durchschnittlich zu zahlende „zweite Miete“ in Deutschland inzwischen schon bei bis zu 2,97 Euro je Quadratmeter und Monat. Zwischen Ost und West gebe es kaum noch Unterschiede, erklärte der DMB. Im Schnitt müssten Mieter im Osten 2,18 Euro zahlen, im Westen 2,21 Euro. Insgesamt gebe es aber große regionale Unterschiede. So gebe es bei kommunalen Gebühren, Grundsteuern und Versicherungen erhebliche Schwankungen.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

22.08.2013, 18:48 Uhr

Tja, alle wollen gut und auskommend leben, die Mieter sowieso, die Kommunalbehörden, die Versicherungen, die Energielieferanten, and many more. Das kostet halt und die Inflation macht keinen Halt. Die Parkbank birgt keine wirkliche Alternative und die Schmarotzer drumherum bekommt man nicht fort. Daher, durch und die Gewissheit, daß das Paradies uns früher oder später gewiss ist.
Meine Mieter loben jedenfalls ihren Vermieter, da er das Machbare macht.

Vermieter

29.08.2013, 16:57 Uhr

Der Treiber der Meitkosten ist der Staat. Für Neubau nach den neusten Vorschriften sind Kaltmieten ziwschen 8 und 10 Euro notwendig und das Trotz niedriger Zinesne (da sind nicht die aufgrund hoher Grunstückspreise teueren Innenstadtlagen gemeint!!). Die Energieeinsparverordnung erzwingt eine höchst unwirtschaftliche weil hochtechnisierte Bauweise, die sich nie rechnen wird, auch bei steigenden Energiepreisen nicht. Z.B. erfordern Hochdichte Gebäudehüllen eine kontrollierte Be-und -entlüftung, die wiederum Geld kostet, die wiederum Servicekosten nach sich ziehen und auf den Mieter umgelegt werden müssen. Selbst die Solarthermie für Heizungsunterstützung rechnet sich nicht, muss aber sein, falls man nich auf hochunwirtschaftliche andere Techniken wie Erd-Wärmepumpen zurückgreift.

Hinzu kommen fortlaufend sich erhöhenden Grundsteuern, Wasser und Kanal, Strom dank EEG, Müllgebühren.

Und dann erfinden unsere lieben Beamten solchen Schwachsinn wie die Pflicht Abwasserrohre regelmäßig auf Dichtigkeit zu kontrollieren, Legionellenprüfung Warmwasser Rauchmelder (jährlicher Funktiontest). Alles natürliche zu dokumentieren. Und das kommt dann auch noch auf die NK drauf.

Aber immer schön über die Vermieter meckern statt mal die Ökosozialisten aus den Ämtern zu jagen

th235

17.09.2013, 14:31 Uhr

@Vermieter,
auch wenn die Kostenspirale sich weiter nach oben dreht, muss damit gerechnet werden, dass auch die Umsatzsteuer sich weiter nach oben dreht. Der Staat muss doch dann die Kosten übernehmen, die er selbst vorgegeben hat. Die Folge ist, dass durch die hohen Energiesparmaßnahmen der Mieter von seinem Einkommen die Miete nicht mehr bezahlen kann [Parkbank lässt Grüßen], doch auf der Strasse zu leben, lässt die Politik auch nicht zu. Also müssen die Kommunen ihren Kämmerer konkrete Vorgaben machen, wie man die "Wohnungsnot" lindern kann. Da die Kommunen an der Kostenspirale mit schuldig sind, hat nur der ehrliche Mieter die Kosten zu stemmen. Wahrlich ein schizophrenes Erscheinungsbild der "Marktwirtschaft". Das es noch besonnene Vermieter gibt, sind nur wenige Beispiele. Denn mir ist auch ein solides geführtes Wohnungsbauunternehmen bekannt, wo mit den Mietern persönlich kommuniziert wird, wie man die Nebenkosten gegenüber den städtischen Abzockerbetrieben entgegentreten kann.

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