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12.01.2010

08:44 Uhr

Betrugsverfahren

Investoren an insolventem Bonner Kongresszentrum interessiert

VonClaudia Rometsch

Nach Informationen des Verwalters gibt es bis zu acht "potente" mögliche Käufer. Unter den Interessenten für das noch nicht fertiggestellte Objekt befinden sich wohl auch Investoren, die sich von Anfang an für Bau und Betrieb des Kongresszentrums beworben hatten.

Guido Westerwelle vor der Baustelle des World Conference Centres in Bonn. dpa

Guido Westerwelle vor der Baustelle des World Conference Centres in Bonn.

BONN. Für das insolvente World Conference Center Bonn (WCCB) gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters ernsthafte Interessenten. "Uns liegen zahlreiche Anfragen vor, davon sieben bis acht Anfragen potenter Investoren", erklärte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Christopher Seagon am Montag. Das rege Interesse möglicher Investoren belege die Attraktivität Bonns für ein solches Kongresszentrum. Unter den Interessenten für das noch nicht fertiggestellte Objekt befänden sich auch Investoren, die sich von Anfang an für Bau und Betrieb des WCCB beworben hätten, aber nicht zum Zuge gekommen seien. Nähere Angaben zu den Interessenten machte der Sprecher nicht.

Die Stadt Bonn hatte 2005 den amerikanisch-koreanischen Finanzinvestor SMI Hyundai mit dem Bau und Betrieb des 200 Millionen Euro teuren WCCB beauftragt. Dies geschah auf Anraten des von der Stadt beauftragten unabhängigen Beraters Michael Thielbeer, der später ins WCCB-Management wechselte. Gegen ihn sowie drei weitere WCCB-Manager ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Bonn wegen Betrugs. Ermittlungen laufen auch gegen die frühere Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) und die beiden WCCB-Projektleiter der Verwaltung wegen des Verdachts der Untreue. Sie sollen früher als zugegeben von den finanziellen Schwierigkeiten des Investors gewusst haben.

Die Stadt Bonn muss für Kredite über 104 Millionen Euro bürgen

SMI Hyundai hatte von Anfang an das geforderte Eigenkapital nicht aufbringen können. Die von SMI gegründete Bauträgergesellschaft UN Congress Center GmbH musste im vergangenen Herbst Insolvenz anmelden. Die Stadt Bonn muss nun für Kredite der Sparkasse Köln Bonn in Höhe von 104 Mio. Euro an den Investor bürgen.

Mit dem Bau des WCCB sollte die UN-Stadt Bonn zum Austragungsort größerer UN-Konferenzen ausgebaut werden. Zurzeit sind die Kapazitäten der Konferenzsäle in Bonn für große Kongresse der UN zu gering. Der Bund hatte der ehemaligen Bundeshauptstadt für die Kapazitätserweiterungen den früheren Bundestag und angrenzende Grundstücke überlassen. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte 38,5 Millionen Euro beigesteuert.

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