Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.12.2012

16:37 Uhr

Bis zu 5000 Euro

Bund will Prämie für Wärmedämmung

Mit staatlichen Zuschüssen will die Bundesregierung Hausbesitzer bewegen, Gebäude energiesparend zu dämmen. Ein Zuschuss in Höhe von mehreren tausend Euro ist in Aussicht gestellt. Ein anderer Ansatz war gescheitert.

Häuser sollen energieeffizienter werden. Daher stellt der Bund Finanzhilfen in Aussicht. dapd

Häuser sollen energieeffizienter werden. Daher stellt der Bund Finanzhilfen in Aussicht.

BerlinNach dem Scheitern des Steuerbonus für energetische Gebäudesanierungen will der Bund solche Umbauten im Alleingang bezuschussen: mit bis zu 5000 Euro je Projekt. Im Rahmen des geplanten neuen Förderprogramms der KfW-Bank würden Einzelmaßnahmen wie neue Fenster, Wärmedämmungen oder energiesparende Heizungen mit bis zu zehn Prozent der Baukosten unterstützt. Das geht aus der Vorlage für die Kabinettssitzung am Mittwoch hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Das Angebot richtet sich an Eigentümer von selbst bewohnten Häusern und Wohnungen. Die Obergrenze beträgt 5000 Euro; bei umfassenden Sanierungen an sogenannten Effizienzhäusern ist ein Zuschuss von maximal 18 750 möglich, wie auch der „Focus“ berichtet.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Das Förderprogramm umfasst wie bereits angekündigt jährlich 300 Millionen Euro und soll acht Jahre laufen. Da es schon ein Programm mit zinsgünstigen KfW-Krediten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gibt, beläuft sich das neue Gesamtvolumen auf 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. „Mit dem neuen KfW-Programm sorgen wir dafür, dass die Gebäudesanierung weiteren Schub bekommt“, sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) der dpa. „Das ist ein wichtiger Impuls für die Energiewende.“

Das Zuschussprogramm soll nach den Plänen des Bundes im Januar starten. Beim Kreditprogramm sind einige Änderungen geplant, um Nutzer im Vergleich zu Hausbesitzern, die Zuschüsse erhalten, nicht zu benachteiligen. Ein ursprünglich geplanter milliardenschwerer Steuerrabatt für energiesparende Gebäudesanierungen war am vergangenen Mittwoch im Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern wegen eines Streits über die Kostenverteilung beerdigt worden.

Checkliste: So dämmen Sie richtig

Materialien

Wie dick der zu verlegende Dämmstoff sein muss, hängt sowohl von der Bodenbeschaffenheit als auch vom eingesetzten Material ab. In Frage kommen verschiedene Materialien, wie etwa auf natürlicher Basis wie Flachs, Kork oder Mineralwolle. Polysterol/EPS-Dämmstoffe haben zwar eine hohe Dämmwirkung, belasten allerdings die Umwelt. In der Regel erfüllen Hausbesitzer die gesetzlichen Vorgaben, wer eine Dämmschicht von 16 Zentimetern auf die oberste Geschossdecke aufbringt.

Ausführung

Bevor gedämmt wird, sind mögliche Schwachstellen wie Wände und Rohre aufzuspüren, die Decke durchstoßen. Denn wenn diese nicht abgedichtet werden, entgeht warme Luft aus darunterliegenden Wohnungen. Trifft sie auf dem Dachboden auf kältere Luftschichten, bildet sich Kondenswasser - und kann Schimmel verursachen.

Der komplette Deckenaufbau muss luftdicht sein, weshalb im Einzelfall zu prüfen ist, ob nachträglich eine Dampfbremsfolie an der richtigen Stelle eingebaut werden soll. Bei der Planung empfiehlt es sich deshalb, einen Energieberater zu Rate zu ziehen. Damit die Dämmung ihre optimale Wirkung entfalten kann, muss sie zudem fachgerecht verlegt werden. Wer Bauschäden und Wärmelecks vermeiden will, sollte die Verlegearbeiten einer Fachfirma übertragen.

Kosten

Die Kosten für die Isolierung der obersten Geschossdecke liegen etwa bei 20 bis 35 Euro pro Quadratmeter.

Förderung

Vorbildlichen Sanierern winken Fördergelder der KfW-Bankengruppe: Eine Finanzspritze von 5 der förderfähigen Kosten bis zu 2500 Euro pro Wohneinheit gibt es, wenn die gesetzlichen Mindestvorgaben für die Dämmstärken übertroffen werden. Außerdem muss die Dämmung durch eine Fachfirma verlegt werden. Nicht zuletzt muss ein Sachverständiger die Stärke des verbauten Materials sowie dessen fachgerechten Einbau bestätigen.

Alternative Dachdämmung

Wenn der Speicher in absehbarer Zeit ausgebaut und als Wohnung genutzt werden soll, erlaubt die Energieeinsparverordnung, das Dach statt der Geschossdecke zu dämmen. Das gilt auch, wenn die Dacheindeckung ohnehin erneuert werden muss.

Eine wärmende Mütze fürs Haus ist sinnvoll, aber stets aufwändiger und teurer als die Decken-Dämmung. Außerdem muss der Wärmeschutz an Giebeln und Dachfenstern mit auf dem Programm stehen, damit hier nicht weiterhin Energie ungenutzt herausgeblasen wird.

Unternehmererklärung

Die EnEV 2009 verpflichtet nicht nur den Immobilieneigentümer, sondern auch den Handwerker, die Richtwerte der EnEV einzuhalten. Als Nachweis dient die so genannte Unternehmererklärung, die der Handwerker nach Beendigung der Arbeiten aushändigen sollte.

Unterdessen drohen laut „Spiegel“ als Folge der Energiewende steigende Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr. Dies gehe aus einem internen Vermerk des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, berichtet das Nachrichtenmagazin. Denn von der Zwangsumlage für die höheren Herstellungskosten von Ökostrom sollen nach dem Willen von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) künftig nur noch Unternehmen befreit werden, die im internationalen Wettbewerb stehen - also in der Regel nicht Verkehrsbetriebe. Entsprechend würden die Preise steigen, heißt es demnach in Koalitionskreisen.

Beim Bau von Windparks auf See hofft Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) auf einen spürbaren Schub, nachdem die Risiken für Investoren nun deutlich gemindert wurden. Das politische Ringen um Haftungsregeln etwa beim verspäteten Anschluss neuer Windparks ans Netz oder bei Störungen habe viel Zeit gekostet. „Jetzt aber haben wir einen Kompromiss und damit vernünftige Rahmenbedingungen für neue Investitionen“, sagte Sellering der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen die Großanlagen vor unseren Küsten. Sie können nahezu ohne Pause betrieben werden und deshalb zur Sicherung der Grundlast im Stromnetz beitragen.“

Nicht unter die Dämmpflicht fallen

Neubauten

Alle Immobilien, die seit 1978 errichtetet wurden.

Altbauten

Alle Altbauten mit einer Holzbalkendecke.

Dachdämmung

Alle Gebäude mit massiver Deckenkonstruktion, die den Mindestwärmeschutz erfüllt, und alle oben noch nicht erfassten Gebäude, die eine Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke aufweisen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Dienstag in Schwerin eine neue Ost-West-Starkstromleitung in Betrieb nehmen. „Die 380-Kilovolt-Leitung ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende“, sagte der Kieler Energieminister Robert Habeck (Grüne) der Nachrichtenagentur dpa. Bisher hätten die Netze in Ost- und Westdeutschland praktisch getrennt voneinander funktioniert.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ronny

16.12.2012, 21:18 Uhr

Zuerst sollte man die Wärmedämmverordnung, die damals von ROT/GRÜN physikalisch irre schlecht gemacht wurde und nur der Dämmlobby zu zusätzlichen Gewinnen verholfen hatte wobei vorhandene physikalische Gutachten, z.B. von Fraunhofer Gesellschaften, diversen Instituten schlichtweg ignoriert wurden. Also erstmal diesen Mist korrigieren und dann fördern,schlage ich vor!
Heute holt man sie plötzlich wieder aus der Schublade, schüttelt den Staub ab und sagt: Ohhh, wo waren diese Dinger denn damals, dass haben wir damals aber nicht gewusst. Negative Wirkungen von Dampfsperren, Wärmespeicherspeicherfähigkeit von massiven Wänden, der sogenannte K-Wert (Wärmeverlust von einem qm Wand pro Stunde) ist isoliert betrachtet unbrauchbar um den Energieverlust eines Hauses zu betrachten, ja soetwas hat uns damals aber keiner gezeigt.
Statt gesundem Wohnen, haben Hausbesitzer und Mieter nun 1000-fach mit, durch nicht abgeführte Luftfeuchtigleit, zusammenfallenden Isoliermaterialien in den Wänden zu kämpfen und mit Schimmelpilzen. Aufgrund der vielen verwachsenen Strukturen in einer Wohnung, kann man mit Lüften allein die Feuchtigkeit nicht nach außen führen, wenn aus Gebäuden mithilfe von Dampfsperren ein Schwitzkasten gemacht wurde, was nebenbei gesagt, in 2/3 des Jahres viel Energie durch das Lüften kostet. Also, schaut auf die Gutachten, denkt an die Funktion von Gas- und Feuchtigkeitsaustausch von dampfoffenen Wänden (Z.B. massives Mauerwerke, Poroton, Unipor) und Wärmespeicherfähigkeit von massiven Baumaterial.

Na Toll, so kann ich auf Grün gern verzichten und das sagt jemandg mit viel Engagement für die Umwelt.
Schmeißt die Lobbyisten aus den Vorzimmern raus und studiert bei der nächsten und hoffentlich baldigen Änderung der Wärmedämmverordnung die seit Jahrzehnten vorliegenden physikalischen Erkenntnisse!

vandale

16.12.2012, 23:26 Uhr

Für einen Aussenstehenden ist dies sehr erfrischend, den Deutschen Steuerzahler sollte dies wütend machen.

Gemäss der Oekoreligion als Staatsreligion soll die Temperatur auf der Erde mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe rasant ansteigen und zu einer Klimahölle führen. Da der Verbrauch fossiler Brennstoffe weltweit stark zunimmt sollten die Temperaturen ansteigen und der Heizbedarf eigentlich stark zurückgehen.

Die Regierung will den CO2 Ausstoss durch das Heizen vermindern und schreibt für Neubauten und Sanierungen eine Gebäudeisolation vor die einem Gebäude am Polarkreis angemessen ist.

Da eine solche Isolierung für Bestandsgebäude völlig unwirtschaftlich ist, werden enorme Subventionen (zu Lasten der Steuerzahler) verteilt.

Daneben haben alle Bauherren neuer Gebäude diese Kosten einer völlig sinnlosen Isolierung.

Mieter werden über die Mieten mit den Kosten dieser destruktiven Katastrophenreligion belastet.

Vandale

Gehtsnoch

17.12.2012, 22:32 Uhr

Schaut euch doch mal in der Mediathek vom NDR die 2 Beiträge mit dem Titel "Wahnsinn Wärmedämmung" im Rahmen der Reihe "45 Minuten" an. Absolut sehenswert!
Es gibt eben durchaus auch andere Alternativen wie im Beitrag von Ronny angedeutet.
Und warum wir steuersubventioniert unsere Umwelt vergiften durch die aus den Kunststoffdämmungen bzw. den darauf angebrachten Putzen ausgewaschenen Pilzhemmer - schlimmer geht nimmer, sollte man meinen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×