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30.08.2016

17:34 Uhr

Börsengang von Office First

Käufer in letzter Minute?

Eigentlich wollte die IVG, die Eigentümerin des Büroimmobilien-Konzerns Office First, ihre Tochter an die Börse bringen. Jetzt gibt es Gerüchte, dass ein Käufer aus den USA den Weg aufs Parkett versperren könnte.

Die IVG hatte 2015 vergeblich versucht, den riesigen Gebäudekomplex zu verkaufen.

Bürogebäude „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen

Die IVG hatte 2015 vergeblich versucht, den riesigen Gebäudekomplex zu verkaufen.

FrankfurtDer US-Finanzinvestor Blackstone könnte die Börsenpläne des Büroimmobilien-Konzerns Office First Insidern zufolge in letzter Minute noch durchkreuzen. Der Office First-Eigentümer IVG verhandle mit Blackstone über einen Verkauf des mehr als drei Milliarden Euro schweren Immobilienbestandes, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Office First ist das Kerngeschäft der alten IVG Immobilien, die vor drei Jahren wegen ihrer hohen Schuldenlast in die Insolvenz gerutscht war. Die IVG und Blackstone wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Blackstone habe ein konkurrenzfähiges Angebot abgegeben, das die Eigentümer der IVG-Tochter von ihren Börsenplänen abbringen könnte, sagten zwei der Insider. Office First gehören knapp 100 Büroimmobilien in Deutschland im Wert von rund 3,25 Milliarden Euro. Sie sind mit zwei Milliarden Euro Schulden finanziert. Ob es zum Börsengang kommt, solle sich Mitte September entscheiden. Einen Monat später könnte Office First dann an der Frankfurter Börse gelistet sein.

Die IVG gehört rund 30 zumeist angelsächsischen Hedgefonds, die sich in der Krise eingekauft hatten. Sie drängen auf einen möglichst lukrativen Ausstieg. Der Verkauf von Office First soll der erste Meilenstein sein. Ihnen böte ein direkter Verkauf die Chance, ihr Engagement schneller zu Geld zu machen. Die ersten Angebote - unter anderem von der börsennotierten Alstria Office – waren laut Insidern jedoch enttäuschend ausgefallen. Doch nun hat Blackstone offenbar nachgelegt. Einige der IVG-Eigner - allen voran der Hedgefonds Anchorage - sind auf einen hohen Verkaufserlös angewiesen, weil sie zu relativ hohen Bewertungen eingestiegen waren.

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Mehr als 3,25 Milliarden Euro ist das Portfolio der IVG-Tochter OfficeFirst schwer. Die Hälfte der Anteile will der Immobilienkonzern an der Börse platzieren. Experten schätzen, dass das neue Anleger locken könnte.

Beim Börsengang würde sich die IVG nach Informationen von Reuters im ersten Schritt von 40 bis 60 Prozent der Anteile trennen. Daraus errechnet sich ein Emissionsvolumen von 700 bis 900 Millionen Euro. Rund 450 Millionen Euro sollen Office First selbst zufließen. Damit will der Eigentümer des Bürogebäude-Komplexes „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen seine knapp zwei Milliarden Euro schwere Schuldenlast teilweise tilgen. Die IVG arbeitet derzeit an der Refinanzierung ihrer Kredite. Der Rest des Erlöses aus dem Börsengang ginge an die IVG und ihre Eigentümer.

Von

rtr

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