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13.05.2011

22:06 Uhr

Bonner Kongresszentrum

Stadt forciert Fertigstellung

VonClaudia Rometsch

Die Stadt Bonn und die Sparkasse Köln-Bonn erhöhen im Streit um das Kongresszentrum den Druck. Sollte das umstrittene World Conference Center Bonn (WCCB) nicht bald fertiggestellt werden, drohen harte Konsequenzen.

Das World Conference Center Bonn sorgt weiterhin für Ärger. Quelle: dpa

Das World Conference Center Bonn sorgt weiterhin für Ärger.

BonnEs klären sich die Fronten in der Auseinandersetzung um das skandalträchtige Kongresszentrum im ehemaligen Bonner Regierungsviertel. Die Bundesstadt erhöht den Druck auf den Insolvenzverwalter Christopher Seagon, damit das World Conference Center Bonn (WCCB) in absehbarer Zeit doch noch fertiggebaut werden kann. Zudem hat die Sparkasse Köln-Bonn als Hauptkreditgeberin ein Ultimatum bis Sonntag gesetzt, damit sich die Parteien einigen. Andernfalls will sie die Zwangsversteigerung einleiten. Seagon wiederum hat für diesen Fall rechtliche Schritte angedroht.

Zur Vorgeschichte: Auf der Großbaustelle hatten alle Firmen die Arbeiten Mitte September 2009 eingestellt, als die WCCB-Bau- und -Betreibergesellschaften pleitegingen. Das ursprünglich für 140 Millionen Euro geplante Kongresszentrum ist zu 80 Prozent fertiggestellt. Die beteiligten Akteure haben die veranschlagte Bausumme allerdings schon lange ausgegeben. Über den Verbleib von rund 20 Millionen Euro herrscht Unklarheit. Der Stillstand kostet monatlich etwa 600.000 Euro, und die Fertigstellung wird schätzungsweise mindestens weitere 50 Millionen Euro verschlingen.

Die Stadt versucht seit geraumer Zeit, sich mit Insolvenzverwalter Seagon auf die Rückübertragung des Projekts zu einigen. Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) war sogar bereit, dafür 8,5 Millionen Euro zu zahlen. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit aber kassierte die Vereinbarung. Argument: Im Vertrag sei für diesen Fall kein finanzieller Ausgleich vorgesehen. Auf Druck der Ratsmehrheit beauftragte die Stadt diese Woche den Bonner Rechtsexperten Johannes Gather: Er soll Seagon dazu bewegen, sein Angebot an die Stadt nachzubessern.

Druckmittel der Stadt ist die drohende Zwangsversteigerung des Kongresszentrums auf Betreiben der Sparkasse Köln-Bonn. Sie hat für das Prestigeprojekt 104 Millionen Euro Kredite vergeben. Im Falle einer Zwangsversteigerung ginge der WCCB-Insolvenzverwalter leer aus. Ein Nachfolger könnte umgehend damit beginnen, das Objekt weiterzubauen. Grünen-Ratsfraktionssprecher Peter Finger rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Spätsommer starten könnten.

Die spektakuläre Pleite der vom amerikanisch-koreanischen Investor SMI Hyundai gegründeten Bauträgerfirma und die Veruntreuung von Millionenbeträgen kommen bald auch vor Gericht. Am Mittwoch erhob die Staatsanwaltschaft Bonn Anklage gegen vier ehemalige SMI-Hyundai-Manager, darunter Firmenchef Man-Ki Kim, der in Köln in Untersuchungshaft sitzt.

Kommentare (1)

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18.05.2011, 11:21 Uhr

Der "Ausweg" aus der WCCB – Misere, der nun beschritten werden soll, ist kein Königsweg. Den gibt es nicht. Er erscheint aber konkurrenzlos als der kostengünstigste. Leider ist er bereits 1,5 Jahre alt, wurde aber durch den SPD - OB nicht weiter verfolgt. Möglicher Hintergrund: bei der nun folgenden genauen Untersuchung der Gebäudesubstanz und einer exakten Wertermittlung des bisher unter Verschluss gehaltenen Gebäudes drohen neue "Überraschungen". Für den Baucontroller Friedhelm Naujoks (SPD), ehemaliger Leiter des Städtischen Gebäudemanagements Bonn (SGB) und "Ziehsohn" der Ex - OB Bärbel Dieckmann (SPD) dürften die nicht willkommen sein. Gegen beide laufen strafrechtliche Ermittlungsverfahren wegen Untreue in besonders schwerem Fall. Wesentlicher Grund für eine Verurteilung ist die Frage ob ein Schaden für Dritte entstanden ist und wenn ja, in welcher Höhe.
Auch der Bonner OB Jürgen Nimptsch muss sich fragen lassen, ob er seiner Kommune unnötig geschadet hat. Seine störrische Haltung hat den Bonner Steuerzahler ca. 7 Mio. Euro an Beraterhonoraren gekostet. Hinzuzurechnen sind die Baustillstandskosten für über ein Jahr. Pro Tag sollen das 20.000 Euro sein. Gott sei Dank, Bonn hat´s ja!

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