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10.01.2010

09:53 Uhr

Büromarkt

In Paris ist nur das Beste gut genug

VonHolger Alich

Der Büromarkt in Paris leidet unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Die Mieten sind unter Druck, gekauft werden nur Top-Objekte. Trotz der schwierigen Lage auf dem Vermietungsmarkt wagen sich Immobilienkäufer wieder aus der Deckung. Zur aktivsten Käufergruppe zählen wieder einmal die Deutschen.

Pariser Büroviertel La Défense: 100000 qm Wohnfläche sollen hier entstehen. ap

Pariser Büroviertel La Défense: 100000 qm Wohnfläche sollen hier entstehen.

PARIS. Der Arbeitsmarkt gilt unter Fachleuten als ein guter Indikator für den Bedarf an Büroflächen. Vor diesem Hintergrund bleiben die Aussichten für den Pariser Bürovermietungsmarkt trübe. Denn die Arbeitslosenzahlen in Frankreich steigen weiter an, Unternehmen schrumpfen sich gesund und benötigen entsprechend weniger Flächen. "Kosten zu reduzieren, steht weit oben auf der Tagesordnung", schreiben die Analysten des internationalen Immobilienberaters CB Richard Ellis (CBRE) in ihrer jüngsten Studie.

So dürften 2009 nach ihrer Einschätzung nur 1,7 bis 1,8 Mio. (Vorjahr: 2,4 Mio.) Quadratmeter (qm) im Großraum Paris neu vermietet werden. Dem steht ein sofort verfügbares Angebot von fast drei Mio. qm gegenüber. Entsprechend hoch bleibt der Druck auf die Mieten. "Die Kunden wechseln zudem vermehrt in das Pariser Umland, weil sie dort moderne und gleichzeitig günstigere Büroflächen finden", sagt Julien Bonnefoy, Direktor beim Maklerhaus Knight Frank. So liegt die Top-Jahresmiete im Edelvorort Levallois bei rund 400 Euro je qm, im Vergleich zu 750 Euro im Pariser Innenstadt-Geschäftsviertel.

Inländische Käufer beherrschen den Markt

Trotz der schwierigen Lage auf dem Vermietungsmarkt wagen sich Immobilienkäufer wieder aus der Deckung. Lag der Pariser Investmentmarkt im ersten Quartal 2009 aufgrund der Krise noch gänzlich danieder, wechselten bis Ende des dritten Quartals laut Analyse der Deka Bank Immobilien im Wert von vier Mrd. Euro den Besitzer. "Für das Gesamtjahr rechne ich - konservativ geschätzt - mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro", sagt Knight-Frank-Experte Bonnefoy vor Bekanntgabe der offiziellen Zahlen. Kein Vergleich zum Boomjahr 2007, als am Markt noch Gebäude im Wert von 20,7 Mrd. Euro den Besitzer wechselten.

Zur aktivsten Käufergruppe zählen wieder einmal die Deutschen. Knapp 30 Prozent des Volumens gehen auf ihr Konto. Die wichtigste Käufergruppe sind indes französische Anleger (57 Prozent). Briten und Amerikaner sucht man weiterhin so gut wie vergeblich. Damit bestätigt der Pariser Investmentmarkt einen weltweitenTrend: Inländer stellen die jeweils stärkste Käufergruppe. Zu den wenigen Ausnahmen zählt London, dessen Gebäude wegen des niedrigen Pfundkurses einen zusätzlichen Reiz ausüben.

Zu den prominenten deutschen Investoren der jüngsten Zeit zählt die Real I.S. Die zur Sparkassengruppe gehörende Gesellschaft legte kürzlich den "Bayernfonds Frankreich 2" für institutionelle Anleger auf. Für den hat das Unternehmen bereits im Pariser Vorort Clichy für 84,5 Mio. Euro ein Bürogebäude erworben, das bis 2017 an die französische Staatsbahn SNCF fest vermietet ist.

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