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12.02.2012

14:57 Uhr

Büroräume

Investoren setzen auf Londoner Wolkenkratzer

VonKatharina Slodczyk, Reiner Reichel

Eine Handvoll Wolkenkratzer mit Tausenden von Quadratmetern Fläche werden derzeit in London gebaut - und das trotz der Furcht der Briten vor einer Rezession. Einige der Prestigeprojekte lagen schon einmal auf Eis.

Blick auf Tower Bridge und „The Shard“ (l.), einer von mehreren neuen Bürotürmen in London. dapd

Blick auf Tower Bridge und „The Shard“ (l.), einer von mehreren neuen Bürotürmen in London.

London/DüsseldorfKnapp 290 Meter soll der Riese in die Höhe ragen. Insgesamt 64 Stockwerke wird es nach oben gehen. „Pinnacle“ haben die Londoner das Hochhaus getauft. Ähnlich einer Felsnadel wird es sich auftürmen und die Gebäude in der Nachbarschaft überragen. Es soll der zweithöchste Wolkenkratzer in der britischen Hauptstadt und in ganz Europa werden.

Noch ist davon aber nichts zu erkennen. Gerade einmal sieben Stockwerke hat der Pinnacle-Turm bislang und auf absehbare Zeit werden es nicht mehr werden, denn die Bauarbeiten ruhen – inzwischen zum zweiten Mal seit dem Baubeginn vor vier Jahren. Es gebe noch nicht genug Mieter, um weiter Geld in das Projekt zu stecken, sagte ein Vertreter der Anlagegesellschaft Arab Investment einer US-Zeitung.

Eine Handvoll Wolkenkratzer mit Tausenden von Quadratmetern Fläche sind derzeit in London in Arbeit, darunter Renzo Pianos „Shard“ (Glasscherbe), mit mehr als 300 Metern der unangefochtene Spitzenreiter. Hinzu kommen der „Cheese Grater“ (Käsereibe) und das „Walkie-Talkie“. Bald sollen die Türme zu den Wahrzeichen der Stadt gehören wie der Big Ben.

Schon einmal, in der Finanzkrise, lagen einige dieser Projekte auf Eis. Es fehlte an Geld. Krisengeschüttelte Banken drehten den Projektentwicklern den Kredithahn zu. Zudem war die Nachfrage nach Büroimmobilien komplett eingebrochen.

Zumindest eines dieser Probleme hat den Londoner Markt jetzt erneut erwischt: Die Finanzierung spekulativer Bauvorhaben sei schwierig bis unmöglich, sagt James Beckham, Investment-Experte der Maklergesellschaft Jones Lang Lasalle (JLL). Von einer ähnlich üblen Situation wie noch vor drei Jahren könne aber bei weitem keine Rede sein. Denn die Quote leerstehender Büros liege mit sieben Prozent unter dem Durchschnitt. Moderne Büroflächen seien also eher knapp, weil seit der Krise nur wenige neue gewerbliche Immobilien auf den Markt gekommen seien. Im Verhältnis dazu sei die Büronachfrage aber recht groß. Ein Vergleich: In Frankfurt ist die Leerstandsquote doppelt so hoch.

London ziehe weiterhin zahlungskräftige Investoren an, sagt Beckham. Sie kämen vor allem aus Asien. Die Euro-Krise mache Investitionen in britischen Pfund attraktiv. „Hinzu kommt: Der Immobilienmarkt hier ist äußerst vermieterfreundlich. Sehr langfristige Mietverträge sind üblich, und es gibt die Möglichkeit, die Miethöhe an die Marktentwicklungen anzupassen“, zählt er Vorteile auf.

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