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06.01.2010

07:09 Uhr

Büros

Immobilienblase im Silicon Valley platzt

Im kalifornischen Silicon Valley, wo das Herz der amerikanischen IT-Branche schlägt, stehen so viele Büros leer wie zuletzt nachdem die sogenannte Dot-Com-Blase geplatzt war. Firmen entlassen tausende Mitarbeiter, die Mieten fallen dramatisch.

Pilgerstätte: Die ehemalige Garage von William Hewitt und David Packard im Palo Alto. dpa

Pilgerstätte: Die ehemalige Garage von William Hewitt und David Packard im Palo Alto.

Bloomberg LOS ANGELES. Ende September 2009 waren nach Angaben des Maklers CB Richard Ellis Group mehr als vier Mio. Quadratmeter Büroraum vakant - der höchste Wert seit knapp fünf Jahren. Der leerstehende Büroraum entspricht etwa der 65-fachen Nutzfläche des Frankfurter Messeturms.

"Da platzt eine Blase. Die Entwicklung ist der am Markt für Wohnhäuser sehr ähnlich", sagt Jon Haveman, Partner bei der Beratungsfirma Beacon Economics in San Rafael. "Keiner dieser Türme wird so schnell wieder belegt sein." Die Zwangsvollstreckungen auf Gewerbeimmobilien dürften sich 2010 mindestens verdoppeln. Und er rechne nicht mit einer steigenden Zahl an Arbeitsplätzen für weitere zwei Jahre, zumal die US-Verbraucher mehr sparten und ihre Ausgaben gesenkt hätten.

Frühe Phase der Marktbereinigung

Im Großraum San-Jose, Sunnyvale und Palo Alto belief sich die Arbeitslosenquote im November nach Angaben des Arbeitsamts der Region auf 11,8 Prozent - gegenüber einem Rekordhoch von 12,1 Prozent im August. Zuletzt wurden weitere Stellenstreichungen bekannt. So haben der Chiphersteller Applied Materials, der Netzwerkanbieter Sun Microsystems und der Softwarehersteller Adobe Systems seit Oktober den Abbau von über 5 000 Stellen angekündigt.

Das Silicon Valley durchlaufe eine frühe Phase der Marktbereinigung bei Gewerbeimmobilien, sagt Erik Doyle, Präsident beim Makler Cornish & Carey Commercial in Santa Clara. Nach Angaben von CB Richard Ellis stehen im Silicon Valley 21 Prozent der Büros in der besten Kategorie leer. Bei den Flex genannten Flachbauten, die Unternehmen für Forschung, Entwicklung, Büros oder Produktion nutzen können, beläuft sich die Leerstandsquote auf 20 Prozent.

Mietabschläge von zehn Prozent sind üblich

Mieter haben jetzt Oberhand. Michael Grado von CB Richard Ellis bezeichnet Abschlagsforderungen von mindestens zehn Prozent zu den veröffentlichten Mietpreisen als üblich. Nach seiner Einschätzung ist die Situation sogar schwieriger als im Zuge der Dot-Com Krise Anfang des Jahrtausends mit Leerstandsquoten von 60 Prozent, denn derzeit ziehen die Unternehmen nicht nur aus, sie stellen auch die Mietzahlungen für bestehende Verträge ein.

Die Quadratmeterpreise für Büroraum der besten Kategorie betragen aktuell rund 258 Euro jährlich - 21 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei Flex-Einheiten beläuft sich der Quadratmeterpreis auf 106 Euro - rund 16 Prozent weniger. Neue Mieter wie Facebook Inc. sind die Ausnahme. Die in Palo Alto ansässige weltweit beliebteste Website für Social Networking kündigte im Dezember an, rund 12 500 Quadratmeter Büroraum und 24 600 Quadratmeter Flex-Einheiten anzumieten. Social Networking und erneuerbare Energien zählen zu den wenigen Branchen, die in Silicon Valley noch wachsen.

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