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26.02.2015

11:44 Uhr

Chelsea-Eigner Abramowitsch

Die „Geisterstadt“ des Oligarchen

Das hatte sich der russische Milliardär Roman Abramowitsch vermutlich anders vorgestellt. In seinem neuesten Gebäude-Komplex in Moskau gibt es einen riesigen Leerstand. Schuld sind Putins Allüren in der Krise.

Roman Abramowitsch: Der Milliardär hat Probleme mit einer seiner Immobilien. dpa

Der reiche Russe

Roman Abramowitsch: Der Milliardär hat Probleme mit einer seiner Immobilien.

MoskauDer Bürokomplex White Gardens des Milliardärs Roman Abramowitsch in Moskau steht zu etwa zwei Dritteln leer. Ein Überangebot freier Flächen und der wirtschaftliche Abschwung in Russland erschweren den Hausbesitzern die Suche nach Mietern. Der russische Eigentümer des Londoner Fußballclubs FC Chelsea hatte das Geschäftszentrum in der Nähe der zentral gelegenen Twerskaja-Straße im November 2013 gekauft. Seitdem wurden weniger als zehn Prozent der 63.000 Quadratmeter großen Fläche neu vermietet, sagt sein Sprecher John Mann. Nur etwa ein Drittel der Liegenschaft sei belegt.

„Wir nehmen eine langfristige Perspektive ein, indem wir für eine gute Kundenbasis sorgen und ihren Wert nicht mindern“, erklärt Mann. „Wir haben eine erstklassige Spitzenanlage.“ Die Nachfrage nach Büroflächen in Moskau ist Ende vergangenen Jahres eingebrochen.

Vor dem Hintergrund des sinkenden Ölpreises, einbrechenden Rubel-Kurses und der gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen halten sich Unternehmen mit einer Expansion in der Stadt zurück. Der Leerstand bei den hochwertigsten Büroflächen in der Stadt stieg Ende 2014 auf 29 Prozent, heißt es in einem Bericht von Jones Lang LaSalle.

Abramowitsch hatte White Gardens unter anderem von dem Staatsfonds China Investment übernommen. Der Komplex besteht aus zwei Gebäuden, die durch eine Freiluft-Passage mit Terrassen und Dachgärten verbunden sind. Dafür gab es mehrere Auszeichnungen für Design und Umweltfreundlichkeit.

Fast die Hälfte der Verkaufsflächen im Atrium bleibt geschlossen. Das Cheapside Josper Bistro, das nach einer Straße im Londoner Finanzviertel benannt ist, war an einem Freitag in diesem Monat die am besten besuchte Lokalität – wobei nur etwa die Hälfte der Tische mit Büroangestellten besetzt war, die Burger und Bier genossen. Die angrenzende Box Bar und das neu eröffnete Restaurant Trattoria Siciliana waren fast leer. „Es ist hier ein wenig wie in einer Geisterstadt“, sagt Kamil Anderschanow, Risikoanalyst von Deloitte. „Ich glaube, den Angestellten in der Umgebung ist nicht einmal klar, dass dieser Komplex sogar geöffnet ist.“

Kommentare (2)

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Herr Dr. Michael Klein

26.02.2015, 16:02 Uhr

"Schuld sind Putins Allüren in der Krise"

Hört die mediale Brandstiftung denn nie auf?

Böser Putin, guter Amerikaner und gekaufte Journalisten?

"Das geht durch wie eine Rakete", sagte ein Mitarbeiter der renommierten Münchner Buchhandlung Hugendubel zu mir über das neueste Buch des Aufklärungsjournalisten Udo Ulfkotte, Gekaufte Journalisten. Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken.
Der Erfolg ist dem Buch auch zu wünschen. Es könnte den Medienkonsumenten die Augen öffnen und zu notwendigen Hygienemaßnahmen in der deutschen Medienlandschaft beitragen.

Mutig beschreibt ein ehemaliger Insider den Einfluss fremder Interessen auf deutsche "Qualitätsmedien" – er hat selbst 17 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) gearbeitet und schämt sich heute dafür.

Aus eigener Erfahrung schildert er, wie sich "Alpha-Journalisten" den Mächtigen andienen, Zugang zu einem kleinen Kreis verschwiegener Eliteorganisationen haben und sich von angeblich gemeinnützigen "transatlantischen Freundschaftsorganisationen" einbinden – hier sind vor allem die Einblicke in die Arbeit der Atlantikbrücke sehr wertvoll – und zum Propagandawerkzeug machen lassen.


Herr erhard bost

26.02.2015, 19:16 Uhr

Herr Dr. Klein,

habe gerade das Buch von Bill Browder gelesen "Wie ich zu Putins Staatsfeind Nr.1 wurde". Kann ich allen Putin Verstehern nur empfehlen.

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