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25.02.2016

15:35 Uhr

Conwert-Umbau

Fidelity zeigt Adler die kalte Schulter

Conwert-Großaktionär Adler Real Estate will den Verwaltungsrat des österreichischen Immobilienkonzerns umbauen. Die US-Fondsgesellschaft Fidelity fürchtet eine Übernahme – und rät anderen Aktionären von dem Vorschlag ab.

Rund 80 Prozent der Conwert-Immobilien stehen in deutschen Städten – ein verlockendes Geschäft für den deutschen Konkurrenten Adler. Reuters

Großbestand in Deutschland

Rund 80 Prozent der Conwert-Immobilien stehen in deutschen Städten – ein verlockendes Geschäft für den deutschen Konkurrenten Adler.

WienDer US-Investmentfonds Fidelity kann dem Vorschlag des Conwert-Großaktionärs Adler Real Estate zum Austausch von Verwaltungsratmitgliedern nichts abgewinnen. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief vom Donnerstag sicherte die Fondsgesellschaft dem Verwaltungsrat des österreichischen Immobilienkonzerns Conwert die volle Unterstützung zu. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 17. März werde Fidelity daher gegen die vom deutschen Wohnungskonzern Adler vorgeschlagene Abwahl von drei der insgesamt vier Verwaltungsratmitgliedern stimmen. Die Hürden für Adler sind hoch: Für die Abwahl benötigten die Deutschen 75 Prozent der anwesenden Stimmen. Fidelity hält nach Angaben auf der Unternehmenswebsite 7,8 Prozent an Conwert.

Adler will die Verwaltungsratmitglieder durch eigene Kandidaten ersetzen, was von Conwert abgelehnt wird. Die Österreicher hatten zuvor ihren Anteilseignern empfohlen, den Vorschlag des deutschen Wohnungskonzerns bei der Aktionärsversammlung nicht zuzustimmen. „Eine Beherrschung des Verwaltungsrats durch den Mitbewerber Adler könnte zu erheblichen Nachteilen für die übrigen Conwert-Aktionäre führen“, warnte Conwert. Das österreichische Immobilienunternehmen befürchtet, dass Adler einen Zusammenschluss der beiden Rivalen anstrebt – durch eine Fusion oder einen Verkauf von Adler-Immobilien an Conwert. Adler hält 22,4 Prozent an der Firma. „Nach intensiver Prüfung kamen der Verwaltungsrat und das Management von Conwert zu dem eindeutigen Ergebnis, dass ein solcher Zusammenschluss weder im Interesse noch zum Vorteil aller Aktionäre von Conwert und damit abzulehnen ist“, teilte das Unternehmen mit.

Conwert hat nach eigenen Angaben 80 Prozent seiner Immobilien in deutschen Städten. Die österreichische Firma ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,2 Milliarden Euro derzeit mehr als doppelt so viel wert wie Adler.

Ursprünglich hatte Conwert Adler angeboten, einen Kandidaten als fünftes Mitglied zur Wahl in den Verwaltungsrat vorzuschlagen. Adler hatte das abgelehnt und fordert stattdessen den Austausch von drei Räten. Zwei der drei Verwaltungsräte, die Adler loswerden will, hatten sich erst im Herbst in ihre Positionen eingeklagt: der aktivistische Investor Alexander Proschofsky und der Berliner Immobilienmanager Peter Hohlbein. Sie hatten den Einfluss des früheren Conwert-Großaktionärs Hans-Peter Haselsteiner begrenzen wollen. Dessen Aktienpaket ist inzwischen auf Umwegen für 285 Millionen Euro bei Adler gelandet.

Von

rtr

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