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27.02.2012

15:33 Uhr

Dämmpflicht geplant

Auf Hausbesitzer kommen neue Energie-Auflagen zu

Einem Pressebericht zufolge plant der Bund neue Energie-Auflagen für Hausbesitzer. Offenbar will das Umweltministerium eine Dämmpflicht für bestehende Privathäuser einführen. Auch auf Mieter könnten mehr Kosten zukommen.

Auflagen bei der Dämmung von Wänden, Dächern und Fenstern könnten auf bestehende Privathäuser ausgeweitet werden. gms

Auflagen bei der Dämmung von Wänden, Dächern und Fenstern könnten auf bestehende Privathäuser ausgeweitet werden.

BerlinDie Bundesregierung will einem Pressebericht zufolge Hausbesitzer stärker bei Klimaschutz und Energiewende in die Pflicht nehmen. Um Klimaziele und nötige Einsparungen für die Energiewende zu erreichen, plane der Bund, bestehende Auflagen zur Dämmung von Neubauten und öffentlichen Gebäuden auf ältere Privathäuser auszuweiten, berichtete die „Bild“-Zeitung vom Montag. Die Immobilienwirtschaft lehnte die Pläne umgehend ab.

Es sei vorgesehen, die Auflagen bei der Dämmung von Wänden, Dächern und Fenstern, die bereits für Neubauten und öffentliche Gebäude gelten, auf bestehende Privathäuser auszuweiten, die etwa saniert werden müssen, berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf ein Papier des Bundesumweltministeriums. Im Falle größerer Renovierungsarbeiten könnten demnach Besitzer privater Eigenheime zu weitreichenden Dämmungsmaßnahmen verpflichtet werden.

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Erwogen wird dem Bericht zufolge auch eine schrittweise Verschärfung der Abgasnormen für bestehende Heizkessel, so dass mehr alte Anlagen ausgetauscht werden müssten. An diesen Austausch sollen demnach ebenfalls umfangreiche Auflagen zur Gebäudedämmung geknüpft werden. Zudem sollen die Gebäudeeigentümer beim Austausch des zentralen Wärmeerzeugers oder Heizkessels verpflichtet werden, einen Teil ihres Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken, wie die „Bild“ berichtete. Geplant seien zunächst zehn Prozent. Dies kann unter anderem durch die Verfeuerung von Energieträgern mit Bio-Anteil erreicht werden.

Das Papier liege derzeit den Bundesministerien für Wirtschaft und Bau zur Stellungnahme vor, hieß es in dem Bericht. Vorgesehen sei, dass es eine „weit gefasste Härtefallregelung“ geben solle, die Hausbesitzer vor übergroßen finanziellen Belastungen schützen solle. Ein Heizkessel-Tausch kann schnell mehrere Zehntausend Euro kosten, die nicht durch Förderprogramme abgedeckt werden.

Kommentare (16)

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Greena

27.02.2012, 15:58 Uhr

Das ist die Planwirtschaft mit grünem Anstrich. Widerlich!

mauserspeck

27.02.2012, 16:10 Uhr

Weitsichtige Politik sieht m.E. anders aus. Wenn man dem
Bürger jetzt schon das Fell über die Ohren zieht, bleiben
garantiert zu wenige Mittel zur Begleichung der Bürgschaf-
ten aus der Euro-Krise übrig. Einem nackten Mann in die
Tasche bringt auch den Chaoten in Berlin dann nichts mehr.

Numismatiker

27.02.2012, 16:34 Uhr

Solange öffentliche Gebäude (wegen Geldmangel(!)) nicht energetisch saniert werden, kann man von privaten Hausbesitzern nicht verlangen, ihr Haus zu dämmen.

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