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20.06.2014

13:08 Uhr

„Das Phänomen breitet sich aus“

Immobilienboom erreicht mittelgroße Städte

Dass die Mietpreise in den Top-Städten anziehen, ist keine Überraschung. Laut der Bundesbank schießen nun auch die Preise in den mittelgroßen Städten in die Höhe. Fachleute warnen aus diesem Grund vor einer Preisblase.

In Heidelberg und anderen mittelgroßen Städten werden die Mieten für Wohnungen deutlich teurer. dpa

In Heidelberg und anderen mittelgroßen Städten werden die Mieten für Wohnungen deutlich teurer.

FrankfurtDer Boom am Haus- und Wohnungsmarkt breitet sich nach Erkenntnissen der Bundesbank von den Metropolen immer mehr in die mittelgroßen deutschen Städte aus. In den Ballungsräumen Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Köln betrage die Überbewertung mittlerweile bis zu 25 Prozent, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Freitag in einem Reuters-Interview. „Inzwischen sind aber auch in mittelgroßen Städten deutliche Preisanstiege zu beobachten – hier sehen wir Überbewertungen zwischen zehn und 20 Prozent. Das Phänomen breitet sich also aus.“

Betroffen seien vor allem Aachen, Augsburg, Bonn, Hannover, Heidelberg, Mannheim und das westfälische Münster. „Die höchsten Preissteigerungen gibt es nach wie vor in den Großstädten. Der Preisanstieg beschleunigt sich dort aber nicht mehr.“ Von einer Preisblase will die Bundesbank aber weiter nicht sprechen, weil die Kreditvergabe insgesamt „nur moderat“ anziehe und die Banken ihre Anforderungen für die Kreditvergabe nicht lockerten. „Wir sehen hier allerdings große regionale Unterschiede: in Städten wir Aachen, Düsseldorf, Heidelberg, Köln, Mannheim und Münster ist das Kreditwachstum sehr dynamisch.“

Die Preise für Haus- und Wohneigentum und für Mieten steigen in vielen deutschen Städten seit Jahren. Viele Fachleute warnen deshalb vor einer Überhitzung. Bei einer solchen Blase verstärkt sich der Boom selbst, weil die Investoren immer mehr Geld in den Markt stecken. Häuser werden dann mit immer weniger Eigenkapital und mehr Kredit gekauft, weil alle auf Wertzuwächse spekulieren, die die Schuldenlast reduzieren. Wenn die Blase platzt, haben nicht nur die überschuldeten Hauskäufer ein riesiges Problem, sondern auch viele Banken. Die jüngste Krise begann 2007 mit einem Crash auf dem US-Immobilienmarkt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.06.2014, 16:48 Uhr

Die Akteuere, ganz gleich ob aus der Politik, FED, EZB, BoE, BoJ, BiC, IWF, etc. etc. sehen immer so lange keine Preisblase bis die Blase platzt. Im Nachhinein wusste es natürlich jeder.
Vermutlich so auch diesmal. Es gibt keine Blase in Deutschland ?
Sobald der Zins mal etwas stärker in die andere Richtung hopst, sehen wir das dann...

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