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16.10.2015

17:07 Uhr

Deutsche Wohnen und LEG

Dieser Deal ist wohl geplatzt

VonRobert Landgraf, Reiner Reichel

Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia hat gewonnen. Mit seinem Gegenangebot hat er den Zusammenschluss von Deutsche Wohnen und LEG verhindert. Den Aktionärsberater ISS zog er auf seine Seite.

Die Wohnungsgesellschaft und der Wettbewerber LEG gehen wohl nicht zusammen. dpa

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Die Wohnungsgesellschaft und der Wettbewerber LEG gehen wohl nicht zusammen.

FrankfurtDie Übernahme des Immobilienkonzerns LEG durch die Deutsche Wohnen ist offenbar geplatzt. Nachdem der einflussreiche Aktionärsberater Institutional Shareholder Services (ISS) in dem Übernahmepoker um deutsche Wohnungsgesellschaften die Seiten gewechselt hat und nun das Gegenangebot von Branchenprimus Vonovia für die Nummer zwei im Markt, Deutsche Wohnen, unterstützt. „Wir haben die jüngsten Einschätzungen gesehen, möchten das aber nicht weiter kommentieren“, sagte ein Vonovia-Sprecher.

In Finanzkreisen ist man davon überzeugt, dass es für die Deutsche Wohnen nun unmöglich geworden ist, auf der Hauptversammlung am 28. Oktober eine Mehrheit von mindestens 75 Prozent der Aktionäre für die Übernahme des auf Nordrhein-Westfalen fokussierten drittgrößten Wohnungsvermieters in Deutschland zu begeistern. Die Deutsche Wohnen in Berlin wollte die Informationen des Handelsblatts nicht kommentieren.

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Finanzkreise schätzen, dass etwa zehn Prozent der Aktionäre von Deutsche Wohnen sich automatisch nach der Empfehlung des Beraters ISS richten. Da die Bochumer Vonovia, die früher Deutsche Annington hieß, sich gleichzeitig der Unterstützung eines Teils der Großaktionäre für ihr Übernahmeangebot an die Anteilseigner der Deutsche Wohnen versichert habe, gilt es als sicher, dass eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie zusammenkommt. Damit würde die Übernahmeofferte der Deutsche Wohnen für die LEG platzen. Zu den Großaktionären von Deutsche Wohnen gehören die Fondsgesellschaften Norges Bank Investment Management, Blackrock, APG Asset Management und MFS, eine Tochter des Versicherers Sun Life.

Dagegen bestünden bei der für 30. November geplanten außerordentlichen Hauptversammlung von Vonovia größte Chancen, die für die Übernahme nötigen 75 Prozent Ja-Stimmen zusammen zu bekommen. Kleinanleger werden bei dieser Entscheidung genauso wie im Fall der Hauptversammlung der Deutsche Wohnen keine Rolle spielen. Vonovia schätzt ihren Anteil auf weniger als fünf Prozent.

Vonovia bietet für elf Deutsche-Wohnen-Aktien sieben eigene Anteilsscheine plus 83,14 Euro in bar. Die Hauptversammlung muss Ende November die zum Aktientausch notwendige Kapitalerhöhung genehmigen. Sie wird rund zwei Drittel des Deals finanzieren. Die Mittel für die Bartranche wollen sich die Bochumer über die Ausgabe von Unternehmensanleihen besorgen. Die gesamte Übernahme einschließlich Schulden kostet die Bochumer rund 14 Milliarden Euro.

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