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14.12.2015

09:53 Uhr

Deutsche Wohnen vs Vonovia

„Nein“ zum größten deutschen Immobiliendeal

Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen hat sich offiziell gegen eine Übernahme durch die größere Rivalin Vonovia ausgesprochen. Das Angebot stelle „einen signifikanten Abschlag“ dar.

Logo des Immobilien-Anbieters Deutsche Wohnen: Das Unternehmen hat die Übernahmeofferte des Dax-Konzerns Vonovia nun offiziell abgelehnt. dpa

Deutsche Wohnen

Logo des Immobilien-Anbieters Deutsche Wohnen: Das Unternehmen hat die Übernahmeofferte des Dax-Konzerns Vonovia nun offiziell abgelehnt.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen stemmt sich weiter gegen eine Übernahme durch den Marktführer Vonovia. Der Vorstand und der Aufsichtsrat empfahlen den Aktionären am Montag, das Angebot von Vonovia nicht anzunehmen. Beide Gremien seien der Auffassung, dass das Angebot „nicht im Interesse“ der Deutsche Wohnen, ihrer Aktionäre und ihrer Arbeitnehmer sei, teilte die Nummer zwei auf dem deutschen Immobilienmarkt mit. Das Angebot sei weder finanziell noch unternehmerisch attraktiv.

In ihrer Stellungnahme gemäß Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz verweisen Vorstand und Aufsichtsrat von Deutsche Wohnen erneut darauf, dass die Ausgestaltung und die Höhe des Vonovia-Angebots „unangemessen“ sei. Es reflektiere "in keiner Weise das mittel- und langfristige Wertpotenzial" des Konzerns, sondern stelle verglichen damit gar „einen signifikanten Abschlag“ dar, erklärte die Deutsche Wohnen.

Größte börsennotierte Wohnungsvermieter in Deutschland

Vonovia (ehemals Deutsche Annington)

360.000 vermietete Wohnungen (inkl. Gagfah)

Stand: Anfang September 2016

Deutsche Wohnen

158.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

LEG Immobilien

130.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

TAG Immobilien

76.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Grand City Properties

82.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Zudem liege die angebotene Prämie auf den Aktienkurs „erheblich unterhalb der gezahlten Prämien“ vergleichbarer Transaktionen. Von den Synergien, die Vonovia durch die Übernahme erwarte, hielten Aufsichtsrat und Vorstand nur knapp ein Viertel für tatsächlich realisierbar.

Vonovia bietet für je elf Deutsche-Wohnen-Aktien 83,14 Euro in bar und sieben Vonovia-Papiere. Inklusive Schulden ist der Deal 14 Milliarden Euro schwer - es wäre der größte, den es je auf dem deutschen Immobilienmarkt gegeben hat.

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Vonovia

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Der Dax-Konzern Vonovia – vormals Deutsche Annington – buhlt um den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Doch das Übernahmeziel gibt sich nicht geschlagen – und hat möglicherweise einen Fluchtweg gefunden.

Seit dem 1. Dezember läuft das Angebot an die Aktionäre von Deutsche Wohnen, ihre Anteile an Vonovia zu verkaufen. Die Frist endet am 26. Januar. Vonovia muss mindestens 50 Prozent plus eine Aktie bekommen. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahmepläne vergangene Woche genehmigt.

Vonovia war im Dezember 2014 aus der Fusion von Deutsche Annington und Gagfah hervorgegangen. Die Immobiliengesellschaft aus Bochum verfügt derzeit über rund 367.000 Wohnungen und stieg im September in den Deutschen Aktienindex (Dax) der 30 größten börsennotierten Unternehmen auf. Deutsche Wohnen hat etwa 147.000 Wohnungen in ihrem Besitz und hat vor kurzem vereinbart, für 1,2 Milliarden Euro noch 13.600 Wohnungen in Berlin und Kiel dazuzukaufen.

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