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06.01.2006

14:35 Uhr

Deutscher Immobilienmarkt

Analysten beschwören die Wende

VonAnne Wiktorin

Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres verbreitet die Immobilienbranche Optimismus: Es gehe aufwärts auf dem deutschen Büromarkt, lautet die Botschaft. Prognostiziert wird eine steigende Nachfrage nach Büroraum, der Leerstand soll sinken, und die Mieten sollen zumindest leicht steigen.

Ein Bürogebäude der Agiv Real Estate AG in Hamburg Eppendorf. Foto: Agiv

Ein Bürogebäude der Agiv Real Estate AG in Hamburg Eppendorf. Foto: Agiv

KÖLN. Ähnliches war schon am Anfang des vergangenen Jahres zu hören: Die Talsohle sei durchschritten, hieß es auch damals. Gebäudeeigentümer und Immobilienfonds-Anleger allerdings machten zuletzt die gegenteilige Erfahrung: Immobilienwerte und Mieten sanken. In der Folge rentierten Anteile an deutschlandlastigen offenen Immobilienfonds kaum besser als Sparguthaben.

Kurz vor Jahresende dann der Paukenschlag: Die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate schloss ihren rund sechs Mrd. schweren Immobilienfonds Grundbesitz-Invest – ein einmaliger Vorgang in der Geschichte deutscher offener Immobilienfonds. Die Begründung: Wegen der schlechten Situation auf dem deutschen Büroimmobilienmarkt müssten eine ganze Reihe von Fondsimmobilien abgewertet werden. Als sich die Anleger als Reaktion auf die dadurch zu erwartenden Kursverluste gleich in Scharen von ihren Anteilen trennten, wurden die liquiden Mittel des Fonds knapp. Die Bank zog die Notbremse und setzte die Anteilsrücknahme bis Anfang Februar aus.

Wie aber steht es wirklich um den deutschen Büromarkt? Sind die positiven Prognosen der Auguren reiner Zweckoptimismus? „Für die Analysten ist der Aufschwung am Büroimmobilienmarkt schon da. Nur: Man sieht ihn nicht in den Straßen, und er kommt verändert daher“, sagt Thomas Beyerle, Researchleiter der Degi Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds. Fakt sei, argumentiert er, dass die Summe der neu vermieteten Bürofläche an den neun Top-Bürostandorten des Landes das dritte Quartal in Folge gestiegen sei – auf insgesamt 2,68 Mill. Quadratmeter. „Damit lautet das erste Fazit: Wir haben den Wendepunkt erreicht, der eine Erholung der Märkte verheißt.“

Ähnlich urteilt Helge Scheunemann, der für das internationale Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang Lasalle (JLL) den deutschen Büromarkt beobachtet: „Der Patient ist auf dem Wege der Besserung“, lautet sein Befund am Beginn des neuen Immobilienjahres. Die Zahl der Gebäudefertigstellungen sei gesunken, der Leerstand habe im Jahr 2005 seinen Höhepunkt überschritten. „In qualitativ hochwertigen Gebäuden und an entsprechenden Standorten nimmt der Leerstand sogar schon wieder ab“, sagt Scheunemann.

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