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05.10.2017

09:24 Uhr

Digitalisierung in der Immobilienbranche

Zwischen Bits und Beton

VonMatthias Streit

In der Niedrigzinsphase sind Immobilien als Anlagealternative gefragt. Die Geschäfte der Branche laufen prächtig. Inmitten des Booms aber läuft sie Gefahr, den digitalen Umbruch zu verpassen.

Den meisten Unternehmen mangelt es an einer durchdachten Digitalisierungsstrategie. Imago

Virtual Reality in der Immobilienbranche

Den meisten Unternehmen mangelt es an einer durchdachten Digitalisierungsstrategie.

MünchenDie Immobilienmesse Expo Real findet in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal statt. Doch selbst nach zwei Jahrzehnten gibt es noch Premieren zu feiern: Erstmals gibt es in diesem Jahr das sogenannte „Real Estate Innovation Network“ – kurz REIN. Es soll ein Zeichen dafür sein, dass es die Branche ernst meint mit der Digitalisierung - und es soll einen Treffpunkt schaffen für die technologieorientierten Start-ups und Großunternehmen aus der Immobilienwelt.

Um den Austausch zu vereinfachen, finden auf dem weiträumigen Areal zahlreiche Proptechs, wie die Jungunternehmen der Branche genannt werden, an langen gelben, pink- oder orangefarbenen Tischen Platz. Statt in üblichen Messeboxen präsentieren sie sich entlang der langen Tafeln, nur von kleinen Aufstellern getrennt. Sie sehen ein wenig so aus wie die Trennwände in der Schule, die verhindern sollen, dass Schüler bei Klassenarbeiten voneinander abschreiben.

Abschauen ist hier allerdings nicht untersagt, sondern gewünscht. Die klassische Immobilienbranche und die Proptechs sollen zusammenfinden. Denn während die Branche von einem Rekord zum nächsten eilt, droht sie den Aufbruch in die Zukunft zu verschlafen. Eine aktuelle Umfrage des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) und der Unternehmensberatung EY mit mehr als 300 Befragten aus der deutschen Immobilienbranche kommt zu dem ernüchternden Schluss: Obwohl 90 Prozent der deutschen Unternehmen Digitalisierung durchaus als sehr relevantes Handlungsfeld beschreiben, mangelt es den meisten an einer durchdachten Digitalisierungsstrategie, es fehlt an kompetentem Personal, und die Datenqualität lässt sehr zu wünschen übrig.

„Deutschland hinkt England und Skandinavien mindestens drei Jahre hinterher. Auch Australien und die USA sind mindestens drei Jahre weiter“, urteilt Thomas Birkle, der beim Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Robert Bosch die weltweite Koordination des Facility Managements verantwortet, in einem der zahlreichen Interviews, die für die Studie geführt wurden.

Die höchsten Preise für Immobilien

Platz 15 Potsdam

238.333 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Quelle: Accentro für das Jahr 2016, basierend auf Gutachterausschüssen

Platz 14 Ingolstadt

246.266 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 13 Wiesbaden

249.531 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 12 Berlin

250.215 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 11 Freiburg

250.624 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 10 Regensburg

252.993 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 9 Mainz

254.251 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 8 Heidelberg

258.817 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 7 Köln

260.034 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 6 Ulm

291.519 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 5 Düsseldorf

294.774 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 4 Stuttgart

295.505 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 3 Hamburg

354.667 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 2 Frankfurt a. M.

370.446 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 1 München

422.176 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Den Aussagen der Branche zufolge investieren die Immobilienunternehmen rund fünf Prozent ihres Jahresumsatzes in die Digitalisierung. „Das scheint viel zu sein“, sagt Studienautor Martin Rodeck vom Branchenverband ZIA. Denn wer sich unter den Messeteilnehmern der Expo Real umhört, erntet bei der Zahl allenfalls ungläubiges Staunen. Die meisten halten die Zahl für deutlich zu hoch gegriffen.

Ein ernüchterndes Bild lieferte schon eine Digitalisierungsstudie des Immobiliendienstleisters CBRE vom Juli 2017. Laut dieser Analyse fürchten zwar 90 Prozent der Unternehmen die Transformation, doch nicht einmal die Hälfte von ihnen beschäftigt eine Führungskraft für digitale Themen. „Der digitale Wandel verändert traditionelle Märkte und macht auch vor der Immobilienbranche nicht halt. Der Aufbau digitaler Kompetenzen stellt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar und wird sogar dazu führen, dass neue Geschäftsfelder entstehen“, mahnt Alexander von Erdély, Chef von CBRE in Deutschland.

Die Immobilienbranche gilt nicht als besonders dynamisch, auch nicht wenn es um die Veränderung des Geschäftsmodells geht. Während global neue Player wie Airbnb die Hotelbranche oder WeWork mit dem Angebot flexibler Büroanmietungen die Branche durcheinanderwirbeln, scheint diese Aufbruchsstimmung in Deutschland nur langsam anzukommen.

Kommentare (1)

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Herr Toni Ebert

05.10.2017, 11:39 Uhr

Mehr und mehr werden wir das alles digitalisieren. KI und VR werden immer mehr zum Alltag. Und es dürfte wenig geben, was man gegen diese Entwicklung machen kann.

schon bald werden die Jobs überall nur so entfallen, weil KI und VR mehr und mehr die Arbeit übernehmen. Menschen- leere Büros und Fabrikhallen sind dann der Normalfall und selbst beim Arzt wird uns eine freundliche KI-Robotdame nach unseren Wünschen fragen.

Aber das alles werden wir nicht mehr brauchen. wir tauchen ab in die die VR-Welt von Facebook-III, angeschlossen an einen Tropf und mit Urin-Abfluss. Gekoppelt über einen Gehirnchip (Mr. Tesla) werden wir die Wonnen der digitalen Welt erleben und keiner will mehr in die öde und gefährliche REAL Welt.

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