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12.11.2014

13:24 Uhr

Dresden und Leipzig im Immobilien-Rating

Der wilde Osten

VonJens Hagen

ExklusivAuf dem Immobilienmarkt stehen Dresden und Leipzig für den Aufschwung Ost. Kaufpreise und Mieten steigen zwar, sind im Vergleich zu den Metropolen im Westen aber noch niedrig. Die besten Lagen im Überblick.

Rating von Immobilienlagen: In Dresden und Leipzig gibt es Top-Lagen, im Umland eher selten.

Rating von Immobilienlagen: In Dresden und Leipzig gibt es Top-Lagen, im Umland eher selten.

25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist auf den Immobilienmärkten in Dresden und Leipzig von Ostalgie nur wenig zu spüren. Entwickler von Immobilienprojekten haben die neuen Bundesländer entdeckt. „Dresden und Leipzig haben sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt und verzeichneten einen starken Zuwachs an Einwohnern“, sagt Christoph Gröner, geschäftsführender Gesellschafter der CG Gruppe.

Sein Unternehmen erwarb den seit 20 Jahren ungenutzten Postbahnhof in Leipzig. Aus den rund 74.000 Quadratmetern Grundstück mit 26 Gleisen und 16 Bahnsteigen und dem 16.000 Quadratmeter großen Gebäude des Kopfbahnhofes sollen Gewerbeimmobilien entstehen. Außerdem ein Büro für den nebenan trainierenden Fußballklub FC International, Platz für Gewerbe, Logistik, einen Busbahnhof und verschiedene Beherbergungsmöglichkeiten.

Zahlreiche Unternehmen hätten sich in den beiden sächsischen Metropolen angesiedelt, die Wirtschaft wächst. „Für die Arbeitskräftewird dringend neuer Wohnraum benötigt“, sagt Gröner. Angesichts des neuen Ostbooms sorgt sich Gröner, der dort auch zahlreiche Wohnimmobilien entwickelt, bereits um das Lebensgefühl Ost: „Bei der Schaffung neuen Wohnraums ist es jedoch wichtig, den Kiez zu bewahren, diesen aber nicht gleichzeitig sich selbst zu überlassen.

Einerseits sollen Flächen für hochwertiges Wohnen für Menschen mit hoher Kaufkraft geschaffen werden. „Ebenso wichtig ist es jedoch, preiswerten Wohnraum für Familien zu erhalten“, sagt Gröner. „Nur so können eine gute Durchmischung erzielt und attraktive Wohnlagen geschaffen werden, die für Kapitalanleger lohnende Investments ermöglichen“.

Immobilienrenditen privater Anleger

Negative Rendite

6,9 Prozent
Erklärung: 6,9 Prozent aller privaten Anleger haben im Jahr 2012 mit Immobilieninvestitionen eine negative Bruttorendite erzielt. Alle hierauf folgenden Werte beziehen sich auf das Jahr 2012. Quelle: DIW, SOEP-Panel.

Keine Rendite

35,8 Prozent

Bis 2,0 Prozent Rendite

14,7 Prozent

2,1 bis 4,0 Prozent Rendite

20 Prozent

4,1 bis 6,0 Prozent Rendite

10,7 Prozent

6,1 bis 8,0 Prozent Rendite

6,2 Prozent

Über 8,0 Prozent Rendite

5,5 Prozent

Ob der fromme Wunsch des Immobilienentwicklers aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Die Makler von Engel und Völkers, die eher hochwertige Objekte in der Auslage haben, berichten bereits, dass acht von zehn Suchkunden für Kaufobjekte in Dresden aus den alten Bundesländern stammen würden.

In der Tat bieten Städte wie Dresden und Leipzig Investoren einige Vorteile. Eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Universitäten, die junge Zuzügler anlocken. Und Kaufpreise und Mieten, die noch längst nicht das Niveau der Metropolen in den alten Bundesländern erreicht haben.

„Die neuen Bundesländer werden von vielen Investoren nach wie vor unterschätzt, wir sehen im Osten Deutschlands ein sehr großes Entwicklungspotenzial“, sagt Arndt Krienen, Vorstand des Wohnbestandshalters Westgrund. „Gleichzeitig sind die Mieten und Kaufpreise noch so gering, dass die Städte ein attraktives Rendite-Risiko-Profil aufweisen“, sagt Krienen.

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