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25.10.2012

21:48 Uhr

Dubai-Projekt

Die Scheichs verfallen dem Immobilien-Wahn

Dubai will zurück in den Fokus der Welt. Nachdem der Immobilienmarkt dort 2008 zusammenbrach, plant die Stadt nun Milliarden-Investitionen. Eines der prominentesten Projekt erscheint ziemlich verrückt.

Städteplanung "made in Dubai" - größer, schneller, weiter. AFP

Städteplanung "made in Dubai" - größer, schneller, weiter.

DubaiDubai will mit einem gigantischen Projekt die Aufmerksamkeit wieder auf seinen Immobilienmarkt lenken. Eine Nachbildung des Taj Mahal, rund viermal größer als das indische Original aus dem 17. Jahrhundert, ein Wolkenkratzer mit neun Swimming-Pools und ein 1,6 Kilometer langer Kanal, der sich um Bürogebäude schlängelt, gehören zu den prominentesten Projekten, die in den letzten Wochen vorgestellt wurden. Die Pläne lagen in der Schublade, seit der Immobilienboom im Emirat 2008 infolge der Finanzkrise zusammenbrach.

Die Projekte werden sicherlich für Aufmerksamkeit sorgen. Doch in der Realität beschränkt sich die einsetzende Erholung am Immobilienmarkt auf einige wenige Gebiete Dubais. In der Krise sind die Immobilienwerte im Emirat um bis zu 65 Prozent eingebrochen. Nach Schätzungen von Jones Lang LaSalle Inc. steht rund ein Viertel der Wohnimmobilien leer und weitere 25.000 sollen im kommenden Jahr fertiggestellt werden. Die Immobilienentwickler müssen Verträge erfüllen, die vor der Krise abgeschlossen wurden.

“Der Markt hat sich zu einem gewissen Grad erholt. Aber nicht so weit, dass es gerechtfertigt wäre, mit all den Projekten weiter zu machen, über die jetzt geredet wird”, sagt Craig Plumb, Leiter Analyse Naher Osten bei dem Immobilienmakler aus Chicago. Die Projekte sollten nach und nach verwirklicht werden, in Übereinstimmung mit der Nachfrage, fügt er an.

Rund ein Drittel der Büroflächen im zentralen Geschäftsviertel von Dubai stehen leer - mehr als in benachbarten Vierteln. Doch 2013 sollen nach Angaben von Jones Lang weitere 900.000 Quadratmeter hinzukommen. Das entspricht 13 Prozent der bestehenden Flächen.

Das Taj Arabia wird von Link Global Ltd. gebaut und soll rund 1,3 Mrd. Dirham (273 Mio. Euro) kosten, wie der Entwickler auf der Immobilienmesse Cityscape Global in Dubai ankündigte. Wie das Projekt, das auch ein Hotel mit 300 Betten umfasst, finanziert werden soll, wollte der Vorsitzende Arun Mehra nicht sagen.

Ursprünglich sollte das Taj Arabia Teil der Falconcity of Wonders sein. Das gewaltige Projekt sollte Wohnungen, Büros, Hotel und Läden umfassen und sich entlang der Emirates Ring Road hinziehen, die Dubai mit den sechs andern Scheichtümern der Vereinigten Arabischen Emirate verbindet. Entstehen sollten auch Nachbauten der ägyptische Pyramiden, der chinesischen Großen Mauer, des Pariser Eiffelturms sowie des Schiefen Turms von Pisa. Der Zusammenbruch des Immobilienmarkts durchkreuzte die Pläne.

Salem Al Moosa, Vorsitzender des Falconcity-Projekts, erklärte, ein Teil der Infrastruktur sei fertiggestellt und Partien des Komplexes würden an Entwickler verkauft, die die Pläne realisieren würden.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

25.10.2012, 17:11 Uhr

Ich habs schon 2007 gesagt und ich wiederhole es noch einmal....Dubai ist auf Sand gebaut und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Was die dort machen ist Bull**** hoch 10 und man merkt dass die zwar Geld aber keinen Plan von nichts haben.

Als Finanzzentrum für Steuerflüchtlinge oder Geldwäscher sollten die sich konzentrieren nach dem die Schweiz und Co. sich löchern lassen aber sonst??? Vergesst es ganz schnell, es wird nichts.

Account gelöscht!

25.10.2012, 17:18 Uhr

3-mal größer und 3-mal hässlicher als das Original.

Hagbard_Celine

25.10.2012, 17:42 Uhr

Dubai ist eine Mischung aus Singapur und Las Vegas.

Nicht die Entwicklungsrichtung war falsch, sondern vielmehr das Tempo. Die Qualität der Infrastruktur und des Baus liegt über dem von Europa. Rund 75% der Einwohner kommen aus Indien und Pakistan, dort gibt es ein unerschöpfliches Heer von Arbeitskräften. So gut wie jede Nationalität ist vertreten und Ausländerfeindlichkeit ist unbekannt. Ausnahmen dazu bilden lediglich die Türkei und Israel.

Ausländer kommen nur ins Land sofern sie eine Arbeit nachweisen können und der Nachzug von Familienangehörigen ist nur erlaubt falls genug verdient wird. Ghettos und Kriminalität sind so gut wie unbekannt, "Migrantenprobleme" gibt es keine.

Wer sich als Ausländer gegen das Gesetz wendet sitz im nächsten Flieger. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet (!) ein Rückflugticket bzw. Geld zu deponieren damit die Abschiebung nicht zu Lasten der Allgemeinheit geht.

Werden die sich erholen ?

Mit Sicherheit.

Falls der Leerstand bei Wohnimmobilien tatsächlich nur noch 25% beträgt, was ich bezweifele, ist es an der Zeit einzusteigen. Eine hochwertiger Neubau kostet derzeit um die 2500 Euro/m^2.


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