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11.01.2017

16:28 Uhr

Eigentumswohnungen

Kempten statt München

VonReiner Reichel

Wer in Deutschland Geld mit Wohn- und Geschäftshäusern verdienen will, sollte nicht mehr allein auf die Metropolen schauen. In kleineren Städten sind die Renditen höher – und die Immobilienwerte steigen schneller.

Die Preise für Wohnimmobilien stiegen 2016 in der bayerischen Kleinstadt Kempten um rund 44 Prozent auf 2.120 Euro pro Quadratmeter. Imago

Marktplatz von Kempten

Die Preise für Wohnimmobilien stiegen 2016 in der bayerischen Kleinstadt Kempten um rund 44 Prozent auf 2.120 Euro pro Quadratmeter.

DüsseldorfMünchen spielt in der ersten Liga – nicht nur im Fußball. Auch der Immobilienmarkt der bayerischen Landeshauptstadt steht in der Rangliste der teuersten deutschen Städte seit Jahren unangefochten auf Platz eins. Das wird auch so bleiben. „München bleibt die dynamischste Stadt und sowohl der hohe Einwohnerzuwachs als auch die rekordverdächtige Leerstandsquote dürften noch über Jahre für weitere Preiserhöhungen sorgen“, schreibt die Deutsche Bank in einer Studie zum deutschen Häuser- und Wohnungsmarkt 2017. Und die herausragende Stellung hat offenbar nichts mit der Größe der Millionenstadt zu tun. Denn anders als im Fußball haben auch Kleinstädte das Zeug, in die Spitzengruppe der teuersten Wohnstädte aufzusteigen.

Das zeigt eine Untersuchung des Maklerhauses Engel & Völkers (E&V) zu den Preisen von Wohn- und Geschäftshäusern in 57 deutschen Städten. Dort führt zwar das gemäß seiner Größe zu den A-Städten zählende München mit einem Quadratmeterpreis von 5.289 Euro und einer Monatsmiete pro Quadratmeter von 16,07 Euro die Liste an. Auf Platz zwei aber folgt unmittelbar die zur Gruppe der D-Städte gehörende mittelgroße Stadt Konstanz mit 3.571 Euro und 11,34 Euro.

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In Deutschland fehlen eine Million Wohnungen. Deshalb sind weiter kräftig steigende Mieten und Wohnungspreise kaum zu verhindern. Und noch aus einem weiteren Grund werden 2017 viele vom eigenen Haus nur träumen können.

Das sind Durchschnittswerte auf Angebotsbasis. Die Einteilung in A- bis D-Städte basiert auf der Bevölkerungszahl. Zur Orientierung: Nürnberg ist danach eine B-, Freiburg eine C-Stadt.

Im bundesweiten Vergleich der deutschen Wohnungsmärkte ist die Stadt im Breisgau allerdings seit Jahren eines der teuersten Pflaster. Ihr hoher Freizeitwert und die attraktive Universität ziehen Menschen an. Ein Grund für Maike Brammer, Leiterin der Analyseabteilung von E&V, über neue Kriterien der Kategorisierung für deutsche Immobilienstandorte nachzudenken.

„Die größten Mietpreissteigerungen sehen wir in den schwächeren und mittleren Lagen“, stellt Brammer fest. In Berlin gelte dies etwa für die Bezirke Lichtenberg und Neukölln, weil sich die Nachfrage dorthin verschoben habe. Auf Städteebene ist dies ablesbar daran, dass die C-Stadt Offenbach 2016 mit 14,3 Prozent die höchste Mietsteigerung gegenüber dem Vorjahr unter den 57 untersuchten Kommunen erlebte und auf eine Monatsmiete von 10,21 Euro pro Quadratmeter kam.

Zum Vergleich: In der wesentlich größeren Nachbarstadt Frankfurt betrug die Miete 13,03 Euro nach einem Plus von 3,7 Prozent. Bei aller Rivalität zwischen den beiden Nachbarstädten – nicht nur im Fußball – ist zu sehen, dass viele Menschen sich Frankfurt nicht leisten können oder wollen und deshalb Offenbach eine Alternative geworden ist. Ohnehin rücken die Wohngebiete beider Städte stärker zusammen.

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