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14.03.2003

08:00 Uhr

Eine Checkliste durch den Irrgarten des Steuerrechts für die Zeit nach dem Hauskauf

So vermeiden Steuerzahler nachträgliche Herstellkosten

Der „anschaffungsnahe Aufwand“ hat schon so manchen Finanzrichter beschäftigt und viele Steuerzahler verwirrt. Eine Checkliste hilft durch denn Irrgarten des Steuerrechts.

kbs DÜSSELDORF. Nur wer alle folgenden Fragen mit „Nein“ beantwortet, hat keine nachträglichen Herstellungskosten und kann seine Aufwendungen sofort steuermindernd als Erhaltungsaufwand abschreiben.

>> Waren die Renovierungen nötig, um die Immobilie in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen?

Wer einen Rohbau oder eine ausgebrannte Ruine kauft und ausbaut, der hat Herstellungskosten.

>> Haben die Renovierungen das Wesen der Immobilie verändert?

Wer ein Geschäftshaus in ein Wohnhaus umbaut, hat Herstellungskosten.

>> Wurde die Immobilie durch die Baumaßnahmen erweitert?

Wer die Nutzfläche vergrößerte, ein Dachgeschoss ausbaut, ein Zimmer oder einen Balkon oder gar einen ganzen Gebäudeteil anbaut, hat Herstellkosten, die über die Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden müssen. Das gilt auch, wenn ein neuer Gebäudebestandteil mit zusätzlicher Funktion eingebaut wird. Das kann zum Beispiel ein Lift oder eine Klimaanlage sein.

>> Führen die Renovierungen zu einer wesentlichen Verbesserung?

Davon gehen die Richter am Bundesfinanzhof (BFH) aus, wenn der Wohnstandard gesteigert, die Gesamtnutzungsdauer verlängert oder die erzielbare Miete erhöht wird. Da das im Einzelfall schwer festzustellen ist, gilt: Wenn drei der vier folgenden Gebäudebestandteile renoviert wurden, ist von einer wesentlichen Verbesserung auszugehen:

>> die Heizung

>> die Sanitärinstallation

>> die Elektroinstallation

>> die Fenster.

Zum sofort absetzbaren Erhaltungsaufwand zählen also nur einzelne substanzerhaltende Erneuerungen. Beispiel: Sie tauschen ein undichtes Fenster gegen ein neues gleicher Art aus. Wer, weil das wirtschaftlich ja sinnvoll sein könnte, gleich alle Fenster austauschen lässt, muss auf Streit mit dem Finanzamt gefasst sein.

Immerhin liefert ein BFH-Urteil ihm Argumentationshilfe. Darin heißt es: Ob ein im Jahre 1919 errichtetes, per Schenkung übertragenes Gebäude durch eine moderne Heizung und Fenster verbessert worden sei, sei fraglich. Wenn die Installationen und Fenster 1919 dem damals mittleren Standard entsprochen hätten, sei Modernisierung auf heute üblichen mittleren Wohnstandard keine Verbesserung (Az.: IX-R-64/99 vom 3.12.02).

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