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21.01.2005

13:43 Uhr

Ermittlungen ausgeweitet

80 Tatverdächtige im Immobilienskandal

Der Korruptionsskandal in der Frankfurter Immobilienwirtschaft zieht weitere Kreise. Inzwischen werde gegen rund 80 Beteiligte von Immobilienfonds und Baufirmen ermittelt, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner.

HB FRANKFURT. Rund 15 Millionen Euro an Sach- und Geldleistungen sollen geflossen sein. Etwa zehn Millionen Euro Steuern seien hinterzogen werden. Ein Ende der Ermittlungen sei noch nicht abzusehen. Zwischen zehn und zwölf Millionen Euro Steuern sollen hinterzogen worden sein. Die Ermittlungen reichten bis nach Österreich, Luxemburg, Belgien, Großbritannien, Rumänien, in die Schweiz und in die Niederlande, erläuterte Schaupensteiner. Bundesweit wurden rund 85 Objekte untersucht. Gegen 23 Menschen erging Haftbefehl. Sie seien alle inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß, da die meisten ein Geständnis abgelegt hätten.

Betroffen von den Schmiergeldzahlungen sind nach den Worten Schaupensteiners 30 Groß-Immobilien aus dem In- und Ausland mit einem Wert von drei bis vier Milliarden Euro. Zu den Beschuldigten gehören frühere Manager der Immobilienfonds von Deutscher Bank und Deka-Bank. Es handle sich jedoch dabei um eine Hand voll von „Einzelfällen“, auf die die betroffenen Unternehmen inzwischen reagiert hätten. Die Schmiergeldzahlungen wurden nach den Ermittlungen „auf professionelle Weise“ über fingierte Rechnungen verdeckt. Dabei seien hohe Beträge für „Beratungsleistungen“ ausgestellt worden. Der Fiskus sei wiederum über die Ausweisung dieser „Leistungen“ als „Verlustvorträge“ geschädigt worden.

Nach den Worten des Korruptionsermittlers ist noch kein Ende der Ermittlungen in der Immobilienaffäre abzusehen. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft sei von einer „Lawine“ überrollt worden. Wegen der begrenzten personellen Kapazitäten sei die Behörde noch weit davon entfernt, Anklageschriften zu erstellen. Bei Bestechlichkeit oder Betrug können Haftstrafen bis zu fünf Jahren verhängt werden.

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