Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2014

07:26 Uhr

Experten warnen

Mieten könnten kurzfristig stark steigen

Die Mietpreisbremse, die den Anstieg eigentlich begrenzen soll, bewirkt Experten zufolge in den nächsten Monaten das Gegenteil. Vor der Einführung könnten Vermieter die Mieten nochmals stark erhöhen.

Die Mietpreisbremse soll in der ersten Hälfte 2015 in Kraft treten. dpa

Die Mietpreisbremse soll in der ersten Hälfte 2015 in Kraft treten.

BerlinExperten warnen vor kurzfristig stark steigenden Mieten wegen der von der Bundesregierung geplanten Gesetzesänderung. Die sogenannte Mietpreisbremse, die eigentlich den Anstieg in besonders betroffenen Regionen begrenzen soll, bewirke in den nächsten Monaten wohl das Gegenteil.

Denn Vermieter hätten „Torschlusspanik, dass sie ihre Mieten nach Einführung des Gesetzes erst einmal nicht mehr anheben dürfen“, sagte Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Haus & Grund, der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe).

Ähnlich sieht es dem Bericht zufolge Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln: „Die Ankündigung der Mietpreisbremse wird dazu führen, dass Vermieter bis zur Umsetzung des Gesetzes die Mieten im Falle von Neuverträgen noch einmal besonders stark erhöhen werden.“ Außerdem werde es nach Inkrafttreten des Gesetzes mehr Verträge mit Staffelmieten geben.

So funktioniet die Mietpreisbremse

Obergrenze

Der 40-seitige Gesetzesentwurf von Justizminister Heiko Maas sieht vor, dass in gefragten Wohnlagen die Mieten bei Wiedervermietung nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Bislang können Eigentümer die Miethöhe beim Abschluss neuer Verträge praktisch frei festlegen.

Neubau

Neu errichtete und umfassend modernisierte Wohnungen sollen bei Erstvermietung von der Mietpreisbegrenzung ausgenommen sein.

Hohe Mieten

Wenn die bisherige Miete höher als die Vergleichsmiete war, soll der Vermieter diese Miete weiter verlangen können. Spätere Mieterhöhungen sind ebenfalls möglich; hier greifen dann die Regelungen für Mieterhöhungen bei bestehenden Verträgen in angespannten Wohnlagen: maximal 15 Prozent in drei Jahren.

Modernisierungen

Bei kleineren Modernisierungen können bislang bis zu elf Prozent der Kosten auf die Mieter umgelegt werden. Diese Regelung will der Bundesjustizminister aber in einem zweiten Schritt verschärfen.

Staffelmieten

Hier muss jeder Betrag bei Fälligkeit auf Wirksamkeit überprüft werden.

Auswahl der Regionen

Die Länder sollen ermächtigt werden, Gebiete mit knappen Wohnungsmärkten auszuweisen. Bislang ist noch nicht klar, nach welchen Kriterien das geschehen soll.

Makler

Die Maklergebühr soll künftig vom Vermieter getragen werden.

Union und SPD hatten sich am Dienstag auf Eckpunkte der Mietpreisbremse verständigt, die in der ersten Hälfte 2015 in Kraft treten und zunächst für fünf Jahre gelten soll. Dann dürfen die Preise für neu vermietete Wohnungen nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Miete liegen, wie Bundesjustizminister Heiko Maas sagte. Die Deckelung soll nur in Gegenden gelten, wo die Länder einen „angespannten Wohnungsmarkt“ ausmachen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×