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04.10.2017

09:45 Uhr

Expo Real

Oktoberfest am Immobilienmarkt

VonMatthias Streit

Der Boom am Immobilienmarkt läuft im zehnten Jahr. Stimmungsdämpfer sind auf der am Mittwoch startenden Fachmesse Expo Real nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Deutsche Gewerbeimmobilien verkaufen sich wie heiße Semmeln.

Das Immobilienensemble (Kuppel lila angestrahlt) wechselt für 1,1 Milliarden Euro den Besitzer. Für die größte Transaktion am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt reicht das aber noch nicht. dpa

Sony Center in Berlin

Das Immobilienensemble (Kuppel lila angestrahlt) wechselt für 1,1 Milliarden Euro den Besitzer. Für die größte Transaktion am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt reicht das aber noch nicht.

MünchenGerade erst ist in München die „Wiesn“ zu Ende gegangen. Die Oktoberfeste in der bayrischen Landeshauptstadt sind damit aber noch längst nicht vorbei. Während auf der Theresienwiese zusammengepackt wird, rückt in den Messehallen im Osten der Stadt gerade das nächste Partyvolk an – im übertragenen Sinne. Hier trifft sich vom 4. bis zum 6. Oktober die Immobilienbranche zum deutschlandweit größten Branchentreffen, der Expo Real. Die Stimmung wird wie in den vergangenen Jahren prächtig sein, denn die Geschäfte laufen gut. Fast schon unheimlich gut.

Der Fokus der Fachmesse liegt auf dem Gewerbeimmobilienmarkt, und der brummt ähnlich gut wie der Wohnungsmarkt. Sinnierte die Branche Ende des letzten Jahres noch, dass die Geschäfte mit Büro-, Logistik- und Handelsimmobilien in diesem Jahr unter der 50-Milliarden-Marke zurückbleiben, ist von der Zurückhaltung heute, neun Monate später, nichts mehr zu spüren. Für den Neunmonatszeitraum 2017 summiert sich das deutschlandweite Transaktionsvolumen auf 38,6 Milliarden Euro, ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent und das zweitbeste Dreivierteljahr nach 2007, berichtet das internationale Immobilienberatungshaus JLL pünktlich zum Messestart am Mittwochmorgen. Timo Tschammler, Chef von JLL Deutschland ist optimistisch, dass der Aufwärtstrend auch im letzten Quartal des Jahres anhalten wird. Er erwartet, dass sich die Käufe im Gesamtjahr auf 50 bis 55 Milliarden Euro summieren werden. „Es wird spannend, ob 2017 an das Rekordjahr 2015 heranreichen kann.“ Damals hatten die Statistiker Transaktionen auf dem Markt für Gewerbeimmobilien in Höhe von 55,1 Milliarden Euro gezählt.

Die höchsten Preise für Immobilien

Platz 15 Potsdam

238.333 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Quelle: Accentro für das Jahr 2016, basierend auf Gutachterausschüssen

Platz 14 Ingolstadt

246.266 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 13 Wiesbaden

249.531 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 12 Berlin

250.215 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 11 Freiburg

250.624 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 10 Regensburg

252.993 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 9 Mainz

254.251 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 8 Heidelberg

258.817 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 7 Köln

260.034 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 6 Ulm

291.519 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 5 Düsseldorf

294.774 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 4 Stuttgart

295.505 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 3 Hamburg

354.667 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 2 Frankfurt a. M.

370.446 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Platz 1 München

422.176 Euro Umsatz je Verkauf einer Immobilie im Schnitt.

Eine Selbstverständlichkeit ist das angesichts des vielzitierten Angebotsmangels nicht. Deutschland gilt als „sicherer Anlagehafen“ bei internationalen Investoren, wie es JLL-Konkurrent CBRE beschreibt. Wer Geschäfte machen will, sollte also besser mittendrin sein, als nur am Rande zu stehen. Darüber kann sich nicht zuletzt die Messe München freuen. Zwar gehöre die „Expo“, wie sie die Branche der Einfachheit halber kurz nennt, flächenmäßig eher zu den mittelgroßen Messen im Veranstaltungskalender der Messe München. Sie haben jedoch eine „große wirtschaftliche Bedeutung“, sagt Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München. Vor 20 Jahren gestartet sei der Branchentreff zwar noch relativ jung, habe jedoch sehr schnell eine starke Marktstellung eingenommen, betont Dittrich.

Im Schnitt kostet der Quadratmeter Ausstellungsfläche 545 Euro – ohne Nebenkosten. In diesem Jahr wird die Zahl der Aussteller wird in diesem Jahr vermutlich die Zahl von 2.000 übersteigen, deutlich mehr als die 1.760 im vergangenen Jahr.

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Die Kauflust großer Immobilienanleger lässt nach. Es ist Ausdruck dessen, was viele seit geraumer Zeit umtreibt: das zunehmende Unbehagen angesichts eines Booms, der inzwischen in sein achtes Jahr geht.

Überraschten im vergangenen Jahr vermeintliche Nischenmärkte das Marktgeschehen – der französische Investor Primonial hat mit dem Panacea-Portfolio 68 Pflegeheime in Deutschland für eine Milliarde Euro gekauft – scheint 2017 das Jahr der Logistikimmobilien zu werden. Allein im ersten Halbjahr wurden 4,9 Milliarden Euro mit Lager- und Logistikimmobilien umgesetzt, ein Rekord für den Sektor. Kein Wunder also, dass ein Portfolio aus diesem Bereich bislang für den größten Verkauf bei Gewerbeimmobilien steht: Die amerikanischen Investoren von Blackstone haben den Logistikspezialisten Logicor an den chinesischen Staatsfond China Investment Corporation (CIC) verkauft. Von den insgesamt 12,3 Milliarden Euro fallen etwa zwei Milliarden in den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt.

„Wir registrieren vor allem von institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland ein großes Interesse am deutschen Logistikinvestmentmarkt“, sagt Jan Linsin, Leiter der Analyseabteilung bei CBRE in Deutschland.

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