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17.04.2015

11:07 Uhr

EZB stützt Baufinanzierung

Wie Super-Mario die Immobilienbesitzer beglückt

VonJens Hagen

Im Zuge des Anleihekauf-Programms der EZB sinken die Zinsen für Baugeld von einem historischen Zinstief auf das nächste. Wie Immobilienbesitzer beim Kredit mit der richtigen Zinsbindung sparen können.

Die Zinsen für Baugeld lassen die Herzen von Immobilienbesitzer höher schlagen. Getty Images

Baugeld-Smiley

Die Zinsen für Baugeld lassen die Herzen von Immobilienbesitzer höher schlagen.

Wann gibt es auch bei zehnjährigen Bundesanleihen Negativzinsen? Heute erreichte das Vorzeige-Finanzprodukt für konservativer Anleger mit einer Rendite von nur noch 0,048 Prozent einen neuen historischen Tiefpunkt.

Laut der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank (DZ Bank) ist ein weiterer Rückgang wahrscheinlich. „Es dürfte nur noch eine Frage von wenigen Wochen sein, bis auch die 10-jährigen Bundesanleihen keine Rendite mehr aufweisen oder sogar im negativen Bereich rentieren“, erklärt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt bei der DZ Bank.

Wie die Preise steigen

Die Berechnung

Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat die Veränderung der Immobilienpreise in Deutschland analysiert. Als Datengrundlage diente die Preisentwicklung von Bestandswohnungen von Anfang 2010 bis zum dritten Quartal 2014.

München

Preisentwicklung: +47 Prozent

Berlin

Preisentwicklung: +41 Prozent

Hamburg

Preisentwicklung: +39 Prozent

Düsseldorf

Preisentwicklung: +32 Prozent

Stuttgart

Preisentwicklung: +27 Prozent

Frankfurt am Main

Preisentwicklung: +26 Prozent

Köln

Preisentwicklung: +25 Prozent

Der Markt für Bundesanleihen werde immer enger, weil laut Bundesbank-Umfrage Banken und Versicherer bislang kaum verkauft haben, sei es aus regulatorischen oder anlagestrategischen Gründen. Die Bundesbank muss aber die Vorgaben der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Anleihen (Quantitative Easing) erfüllen und jeden Monat Bundesanleihen im Wert von rund 12,5 Milliarden Euro kaufen. Bundesanleihen bis zu einer Laufzeit von acht Jahren bieten schon negative Renditen.

Was Anleger schmerzt, bringt Immobilienbesitzer zum Jubeln. Denn im Zuge des großen Zinsverfalls sinken auch die Sätze für Pfandbriefe, der Grundlage vieler Baudarlehen. Die DGZF-Pfandbriefrenditen liegen mit 0,41 Prozent auf einem historischem Tief.

Das sind zehn Basispunkte weniger als noch Anfang des Monats. Die Pfandbriefrenditen der DekaBank und der Landesbanken gelten als Indikator für die Zinsen für Baugeld, denn Banken refinanzieren Immobilienkredite mit solchen Pfandbriefen.

Wenn man einen üblichen Aufschlag für Kosten, Marge und Risikovorsorge von 0,5 bis 0,6 Prozent draufschlägt, dürften die Zinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung bei üblichen Beleihungen bald durchweg unter die Marke von einem Prozent fallen. „Zahlreiche Anbieter, überwiegend aus dem regionalen Bereich, offerieren schon jetzt Baugeld mit zehnjähriger Zinsbindung zu effektiv weniger als ein Prozent“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung.

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

17.04.2015, 15:57 Uhr

Weshalb sollen Bürger künftig überhaupt noch eine Steuererklärung abgeben?

Sind einmal Negativzinsen erreicht, schenkt der Bürger quasi sein Erspartes dem Staat und will dieses nicht einmal in gleicher Höhe zurück erhalten. Soll der Staat doch gleich den Arbeitslohn in voller Höhe einbehalten und seine Beamten und Politiker beglücken.

Wie nennt man solche Staatsformen eigentlich? Kapitalismus, Sozialismus oder gar Kommunismus? Ich kann dieses beispiellose agieren nicht mehr zuordnen.

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