Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2016

20:33 Uhr

Fassade, Heizung & Co.

Die Deutschen sind Sanierungsmuffel

VonLeonidas Exuzidis

Wer eine Ölheizung besitzt, braucht sich angesichts der niedrigen Preise um die Rechnung keine Sorgen zu machen. Daher bleiben energetische Sanierungen out. Sinnvoll sind sie allemal – auf eine bestimmte Art und Weise.

Die Einsparpotenziale sind hoch, doch die Sanierungsquoten weiter gering. Wenn man es doch tut, dann sollten die Maßnahmen umfassend sein. Imago

Energetische Sanierungen

Die Einsparpotenziale sind hoch, doch die Sanierungsquoten weiter gering. Wenn man es doch tut, dann sollten die Maßnahmen umfassend sein.

FrankfurtBeim Blick auf die Heizkostenabrechnung machten Verbraucher zuletzt öfter große Augen. Doch die Zeit der teuren Wärme ist vorerst vorbei: Der Preisverfall macht auch vor Heizöl keinen Halt. Mit rund 36 Euro pro 100 Liter ist Heizöl so günstig wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Für die Verbraucher eine deutliche Entlastung – bei einem Bestand von über fünf Millionen Heizöl-Kessel.

Nicht nur auf dem Heizungsmarkt hat sich zuletzt einiges getan: Auch in der Immobilienbranche herrscht mächtig Bewegung. Immobilien haben sich als renditestarkes Anlageobjekt empfohlen – allen voran der Neubau boomt. Zwischen 2010 und 2014 stieg einer DIW-Studie zufolge das Neubauvolumen um rund 60 Prozent. Besonders in den umkämpften Metropolen entstanden teils hochmoderne, nachhaltige vier Wände.

Die größten Wohnimmobiliendeals 2015

Platz 6

Verkäufer: Vonovia

Käufer: LEG

Target: Wohnportfolio Nordrhein-Westfalen

Wohneinheiten: 13.800

Preis: 600 Millionen Euro

Quelle: Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2016 (EY Real Estate)

Platz 5

Verkäufer: Westgrund

Käufer: Adler

Target: Westgrund-Übernahme

Wohneinheiten: 16.000

Preis: 790 Millionen Euro

Platz 4

Verkäufer: Obligo (Norwegen)

Käufer: Patrizia

Target: Wohnportfolio mit Schwerpunkt Berlin

Wohneinheiten: 13.500

Preis: 880 Millionen Euro

Platz 3

Verkäufer: Patrizia

Käufer: Deutsche Wohnen

Target: Wohnportfolio mit Schwerpunkt Berlin und Kiel

Wohneinheiten: 13.600

Preis: 1,1 Milliarden Euro

Platz 2

Verkäufer: Patrizia

Käufer: Vonovia

Target: Südewo-Übernahme

Wohneinheiten: 19.800

Preis: 1,9 Milliarden Euro

Platz 1

Verkäufer: Gagfah

Käufer: Vonovia

Target: Gagfah-Übernahme

Wohneinheiten: 144.450

Preis: 8 Milliarden Euro

Viele Bestandsgebäude allerdings hätten ebenfalls ein neues Gesicht nötig. Eine ähnliche Dynamik wie im Neubau wäre auch für die Baumaßnahmen an Bestandsgebäuden wünschenswert. Dort hingegen gerät der Motor ins Stocken: Die Bauleistung an bestehenden Gebäuden stieg laut DIW im gleichen Zeitraum nur um knapp 10 Prozent.

Mit ausschlaggebend dafür: Die Unbeliebtheit energetischer Sanierungen. Die Deutschen können sich für die energetische Instandsetzung ihrer Wohnimmobilie schlichtweg nicht begeistern – und der Trend ist weiter negativ. 

Dort greift dann ein Rad ins Andere: Ist eine energetische Sanierung, sprich die Modernisierung des Eigenheims zur Reduktion des Energieverbrauchs für Heizung, Warmwasser und Lüftung, angesichts des niedrigen Heizölpreises überhaupt noch rentabel? Definitiv, sagen Experten. Schließlich sei der Austausch von Fenstern und Türen, die Dämmung von Außen- und Innenwänden sowie die Erneuerung der Heizung Geld und Gold wert – im wahrsten Sinne des Wortes.

Hier zahlen Mieter am meisten

Platz 1

Die Top-5 der höchsten Durchschnittsmieten führt München an. Hier zahlen Mieter 12,60 Euro pro Quadratmeter. Quelle: F+B.

Platz 2

Unterschleißheim (Bayern): 10,80 Euro pro Quadratmeter

Platz 3

Germering (Bayern): 10,70 Euro pro Quadratmeter

Platz 4

Frankfurt/Main (Hessen), 10,60 Euro pro Quadratmeter

Platz 5

Dachau (Bayern): 10,60 Euro pro Quadratmeter

Der kurzfristige Zeithorizont spielt in diesem Zusammenhang die entscheidende Rolle. „Gebäudeeigentümer denken zu kurz, wenn sie wegen der aktuell geringen Öl- und Gaspreise bei einer Sanierungsmaßnahme keine gute Wärmedämmung umsetzen und ihnen in Zukunft die Hände gebunden sind“, sagt Karsten Neuhoff, Klimaexperte beim DIW.

Bei einer umfassenden energetischen Sanierung müssen sich die Eigentümer auf eine Amortisationszeit von rund 20 Jahren einstellen – die Energieeinsparungen sind folglich erst langfristig lohnenswert. Neben dem ökonomischen Aspekt rückt auch der Umweltschutz in den Fokus: Angesichts der Klimaziele der Bundesregierung ist eine Erhöhung des energetischen Sanierungsvolumens unumgänglich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×