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21.07.2012

14:55 Uhr

Ferienhäuser

Geldanlage mit Meerblick

VonAnne Wiktorin

Ferienhäuser werden bei Urlaubern immer beliebter. Davon profitieren Makler in Deutschland. Allerdings lassen sich die Preiseinbrüche auf den Wohnimmobilienmärkten nicht direkt auf dieses Segment übertragen.

Ferien-Immobilie auf Mallorca. Engel & Völkers

Ferien-Immobilie auf Mallorca.

KölnLehrer haben Ferien, Parlamentarier gehen in die Sommerpause, der gewöhnliche Arbeitnehmer macht Urlaub. Wie man aber die angeblich schönsten Wochen des Jahres auch nennt: Immer mehr Deutsche verbringen sie offenbar lieber im Ferienhaus als im Hotel. Anbieter wie Inter Chalet, Interhome, Novasol oder Tui jedenfalls erwarten in diesem Jahr erneut Buchungszuwächse von bis zu zehn Prozent gegenüber 2011.

Von diesem Trend profitiert anscheinend auch die Nachfrage nach der eigenen Ferienimmobilie. „Der Markt erwies sich in der Finanzkrise als äußerst widerstandsfähig", sagt Kai Enders, Vorstand des Maklers Engel & Völkers (E&V). Neben dem Vertrieb von Wohnimmobilien in Deutschland ist das Maklerhaus spezialisiert auf die Vermittlung von Feriendomizilen im Ausland.

Die zehn größten Fehler beim Hauskauf im Ausland

Anzahlen ohne Sicherheit

Privatschriftliche Vorverträge sind in Spanien und Frankreich bindend, aber eine Anzahlung ohne Sicherheit kann ein großer Fehler sein - gerade in Krisenzeiten, wo auch am Bau Pleiten drohen. Tipp: Vor der ersten Überweisung eine Bankbürgschaft vom Verkäufer verlangen.

Kaufen vom Papier

Ein schöner Prospekt ist schnell gedruckt. Schon mancher als Traumhaus gepriesener Strandbungalow erwies sich bei näherer Betrachtung als baufällige Bruchbude. Im schlimmsten Fall existiert das Haus nur auf dem Papier. Tipp: Erst besichtigen, dann anzahlen.

Mängel missachten

Pfusch am Bau ist keine Seltenheit bei Neubau-Ferienimmobilien. Bei Altbauten können Niedrigstpreise ein Zeichen für fehlende Isolierung, Heizung oder anstehende Großreparaturen sein. Tipp: Einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuziehen.

Miterben vergessen

Erben verkaufen im Ausland oft, ohne die geerbten Immobilien vorher umschreiben zu lassen. Wenn die Miterben ihre Unterschrift verweigern, kommt der Kauf nicht zustande. Tipp: Testament oder Erbschein prüfen lassen.

Nationales Recht ausblenden

Gerichtsstand ist meist im Ausland. Und sogar wenn die juristische Auseinandersetzung vor einem deutschen Gericht landet, geht es häufig um fremdes Baurecht. Tipp: Suchen Sie sich einen sprachkundigen Rechtsanwalt.

Schulden übernehmen

Alte Schulden bei Banken oder Behörden können den Wert der Ferienimmobilie erheblich mindern. Tipp: Käufer sollten Nachweis der Lasten- und Schuldenfreiheit verlangen.

Schwarzbau erwerben

In Italien und Spanien wird viel schwarz gebaut. Statt eine Baugenehmigung einzuholen, wird das Bußgeld im Kaufpreis einkalkuliert. Den Ärger damit hat später der Käufer. Tipp: Beim Ortstermin Bauten mit Genehmigung vergleichen.

Sprachbarriere vernachlässigen

Schon Juristen-Deutsch ist oft unverständlich. Einen Kaufvertrag in Fremdsprache sollte der Käufer unbedingt übersetzen lassen. Tipp: Vereidigten Übersetzer engagieren.

Vom Falschen kaufen

Viele Eigentumsregister in Urlaubsländern sind unvollständig, und nicht alle Anbieter von Ferienimmobilien sind zum Verkauf berechtigt. Tipp: Eine Register-Abfrage vornehmen und im Zweifel lieber nicht kaufen.

Weiterverkauf unterschätzen

Eine Wohnung im nicht bebaubaren Küstenbereich entpuppt sich schnell als Ladenhüter. Tipp: Wer später weiterverkaufen will, sollte das Baurecht am Ort sorgfältig prüfen.

Gerade dort laufen die Geschäfte erstaunlich gut: So stiegen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Courtageumsätze in den ausländischen Shops von E&V um 20,1 Prozent. „In Spanien liegt das Plus sogar bei 30 Prozent", sagt Enders. Neben Käufern aus Deutschland greifen auch Schweizer, Skandinavier und Briten besonders gern zu. Der Grund: Wegen des schwachen Euros bekommen sie für Franken, Kronen und Pfund zurzeit viel Haus fürs Geld.

Vom Preiseinbruch auf den Wohnimmobilienmärkten der südeuropäischen Schuldenstaaten können Käufer eines Urlaubsdomizils in den klassischen Mittelmeerregionen indes nur eingeschränkt profitieren. Dies liegt vor allem daran, dass der Markt für Zweitwohnsitze nicht nur erheblich kleiner ist, sondern auch anders tickt als der jeweilige nationale Häusermarkt.

Kommentare (6)

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mauioffline

21.07.2012, 16:22 Uhr

Wer will denn in ein Land das nahe dem Bürgerkrieg steht? Wo die einfachen Leute ihre Immokredite nicht mehr tilgen und deswegen protesiteren werden? Es dürfte mittlerweile in ESP so sein wie auf den kanarischen Inseln: nachts, bei Dunkelheit, sollte man nicht mehr in die Öffentlichkeit hinaus. Besonders als Frau nicht. Es könnten einem arme Menschen (spanisch-abstämmig oder Spanier durch Kredit und Arbeitslosigkeit) überfallen. Also, gleich einen extrahohen Zaun vermitteln lassen vom Engel & Völkers, dem profitgierigsten Hai der Szene.

Account gelöscht!

21.07.2012, 17:22 Uhr

Na, dann sterbe ich ja demnächst oder werde überfallen :)
Obwohl ich die Möglichkeit hier am Strand vollgereiert zu werden, für wahrscheinlicher halte.
Jedenfalls sind unsere Gäste hier noch nie überfallen worden, auch nicht, als es Spanien noch viel schlechter ging.
Und wenn - sind bei den Spaniern selbst mehr die ostdeutschen Mitbürger gefürchtet.
Ansonsten kann ich nur bestätigen, meine Rente kommt hier zu einem Teil aus der Vermietung von Ferienwohnungen, die schon vor Jahren bezahlt waren. Und mindestens ab April ist ausgebucht, jedes Jahr.

aruba

21.07.2012, 17:37 Uhr

Guten Tag,... Tut bloss nicht so als waere Deutschland ein Land von Millionaeren. Kaum einer kann sich eine Huette von Engel und Voelkers leisten. Lausige Pensionen und maximal 3 Sterne Hotels sind wohl eher die Regel. Auch kann Ich in Deutschland an jeder Ecke eine auf die Fresse kriegen;.... genau wie anderswo. Ich habe mich Jahrelang am Arsch der Welt herumgetrieben und die Erfahrung gemacht dass grosspuriges Auftreten;... dicke Hose und grosse Fresse....... einen Ueberfall regelrecht provozieren. Entweder Sie waren noch nie ueber den Rhein hinaus oder Sie wollen das Sommerloch stopfen.Drucken Sie den Wetterberich. Besten Dank

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