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12.02.2012

16:42 Uhr

Ferienhäuser

Top-Lagen bleiben teuer

VonAnette Kiefer

In vielen Mittelmeerländern sinken die Immobilienpreise für Ferienhäuser. Teils lassen sich Preisabschläge von bis zu 60 Prozent heraushandeln. Doch die besten Adressen sind immer noch teuer.

Auch die aktuelle Krise zeigt: Luxus geht immer. PR

Auch die aktuelle Krise zeigt: Luxus geht immer.

DortmundWenn sich beim Blick aus dem Fenster nur graue Eiseskälte zeigt, ist der Traum von einem eigenen Ferienhaus im warmen Süden besonders verlockend. Angesichts der Finanzkrise, die Länder wie Spanien und Portugal besonders hart getroffen hat, macht sich so mancher Immobilienanleger große Hoffnungen auf ein Schnäppchen. Doch wie ist die Lage in den Feriengebieten tatsächlich?

Durchwachsen, so die einhellige Meinung der Makler vor Ort. Einerseits lassen sich örtlich durchaus Preisabschläge von bis zu 60 Prozent heraushandeln, vor allem in Spanien: Seit der dortige Markt 2007 seinen Höchststand erreichte, sind die durchschnittlichen Kaufpreise um 24 Prozent zurückgegangen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Experten rechnen damit, dass sich das Minus bis 2017 auf 35 bis 40 Prozent erhöhen wird.

„Es handelt sich hier eindeutig um einen Käufermarkt, als Investor kann man derzeit gut verhandeln“, sagt Peter Schöllhorn, Vorstand der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DSA). Er kümmert sich um die Beratung und den Rechtsbeistand für deutsche Anleger, die in Ferienimmobilien im Ausland investieren. Das Interesse wachse stetig, sagt Barbara Schmid vom Internetportal Immowelt.de: Die Zahl der Anfragen aus Deutschland nach spanischen Ferienwohnungen stieg zwischen Januar und Oktober 2011 um fast 20 Prozent.

Was Käufer von Ferienhäusern wissen sollten

Checkliste – Immobilienerwerb im Ausland

Sollte der Hauskauf in Deutschland bereits gut geplant sein, kommen beim Immobilienerwerb im Ausland noch landesübliche Regelungen und Usancen hinzu. Folgende Checkliste hilft, Fehler beim Erwerb einer Auslandsimmobilie zu vermeiden.

Aufenthaltserlaubnis geklärt?

Die Bestimmungen der EU erlauben Europäer grundsätzlich sich in jedem Mitgliedsland niederlassen. In vielen Ländern außerhalb der EU wird dagegen oft auch eine Aufenthaltserlaubnis benötigt. Geklärt sein sollte, deshalb, ob eine Aufenthaltserlaubnis erforderlich ist, diese zeitlich begrenzt ist und bis wann alle Unterlagen dazu vorliegen.

Quellen: meineimmobilie.de, Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien

Gesetzliche Regelungen bekannt?

Vor dem Kauf sollten sich Interessent mit den wichtigsten landestypischen Regelungen zum Erwerb und die Vermietung der Immobilie betreffenden Land vertraut. Es sollte klar sein, wie der Kauf geregelt wird – also ob eine notarielle Beurkundung notwendig ist. Zudem sollte im Vorfeld geklärt sein, welche Steuern durch den Kauf anfallen und wie die Steuererhebung durchgeführt wird. Dies betrifft in Regel die Grundsteuer (ggf. Wohnsteuer) und die Einkommensteuer, sowie unter Umständen auch die Erbschaftsteuer. Zu klären ist, ob der Interessent oder die Immobilie eventuell Nutzungs-, Erwerbs- oder Vermietungsbeschränkungen unterliegt.

Wie soll die Immobilie gesucht werden?

Je nach Art der Immobiliensuche fallen unterschiedlich Kosten oder Aufwendungen an. Ob das Ferienhaus in eigener Regie, über einen Makle oder über sonstige Vermittler oder Portale gesucht wird, sollte daher im Vorfeld überlegt werden.

Wichtige Unterlagen eingesehen?

Vor dem Kauf sollten auf jeden Fall die Eigentumsverhältnisse sowie die mit dem Kauf verbundenen Rechte und Pflichten der Immobilie geklärt sein. Dies lässt sich durch die Einsicht in das Baulastenverzeichnis, dem Grundbuch/Register oder bei Neubauten über den Bebauungsplan/Flächennutzungsplan weitgehend klären. In bestimmten Regionen empfiehlt sich vor dem Bau oder Kauf zu überprüfen, ob das Gebäude in Übereinstimmung der regionalen Gesetze (wurden beim Bau bestehende Gesetze – wie in Spanien das Küstengesetz, LRAU errichtete wurde oder gebaut wird. Eventuelle vorhandene Versicherungsunterlagen können Auskunft über zusätzliche Kosten und Risiken geben.

Liegen beglaubigte Übersetzungen vor?

Falls der Interessent nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt, sollte er alle wichtigen Unterlagen auch in beglaubigten Übersetzungen vorliegen haben.

Wie hoch sind die ortsüblichen Preise?

Der Interessent sollte sich über die Preise in der Erwerbsregion informieren. Dazu bietet es sich an, örtliche Makler zu befragen, Aushänge zu studieren, das Internet nach vergleichbaren Objekten zu durchforsten. Aufgrund dieser Informationen sollte man sich beim Kauf ein Preislimit setzen, um ein Objekt nicht zu überteuerten Preis zu erwerben.

Alle Kaufnebenkosten berücksichtigt?

Der Interessent muss die Kaufnebenkosten ermitteln, die auf den Kaufpreis der Auslandsimmobilie noch aufgeschlagen werden müssen. Dazu sollte er sich die Berechnungen vorlegen lassen.

Eigenkapital ausreichend?

Was kann der Interessent in die Finanzierung einbringen, um den meist geforderten Eigenkapitalanteil von 40 bis 50 Prozent zu erreichen? Dazu bietet sich an, alle einbeziehbaren Vermögenswerte wie die eigene lastenfreie Immobilie oder Grundstück, das Wertpapierdepot, Bausparverträge oder auch Edelmetalle zu berücksichtigen. Auch ein Verwandtendarlehen oder eine Schenkung oder der Einsatz einer kapitalbildende Lebensversicherung sollte erwogen werden.

Finanzierung geklärt?

Der nächste wichtige Punkt ist die Klärung der Finanzierung. In der Regel reicht das vorhandene Eigenkapital zum Erwerb nicht aus. In diesem Fall sollten deutsche Finanzinstitute oder Geldinstitute vor Ort kontaktiert werden. Ansprechpartner oder Informationen finden sich bei der Hausbank, Bausparkassen, Finanzvermittler oder Internetfinanzierer.

Versicherungsschutz ausreichend?

Der Interessent sollte sich schon frühzeitig um einen ausreichenden Versicherungsschutz seiner Immobilie kümmern und sich über notwendige Pflichtversicherungen informieren. In der Regel betrifft dies Wohngebäudeversicherung, die Hausrat- oder Glasversicherung bei Wintergärten.

Andererseits: Viele der satten Rabatte haben einen dicken Haken. Sie gibt es nämlich vor allem auf Objekte in riesigen Wohnkomplexen, die ursprünglich für einige Tausend Bewohner geplant wurden - gekommen sind aber nur wenige Hundert, der Rest der Wohnungen steht leer. Das bedeutet: Wohnen in einer Geisterstadt, manchmal sogar ohne fließend Wasser oder Strom. „Wenn die Preise bei einem Objekt besonders stark sinken, sollte man sich fragen, warum das so ist und ob man gerade da kaufen möchte“, warnt deshalb Barbara Schmid.

In vielen Regionen und Preisklassen ist daher der Preisverfall weniger groß als erwartet. In Spanien haben sich die Immobilienpreise inzwischen in mehreren Regionen wie etwa in Marbella stabilisiert, berichtet das Maklerunternehmen Diana Morales Properties.

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