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02.10.2013

14:48 Uhr

Ferienimmobilien

Finanzhof stoppt Mallorca-Steuertrick

Um Steuern zu sparen, hat eine deutsche Familie ein Haus mit Swimmingpool auf Mallorca über eine Kapitalgesellschaft gekauft. Eine bislang gängige Praxis - der jetzt aber ein Riegel vorgeschoben wurde.

Auf Mallorca kaufen sich viele Deutsche eine Ferienwohnung - allerdings können sie jetzt nicht mehr so einfach Steuern sparen. dpa

Auf Mallorca kaufen sich viele Deutsche eine Ferienwohnung - allerdings können sie jetzt nicht mehr so einfach Steuern sparen.

Wer mit einem Gestaltungstrick bestimmte Steuern auf eine spanische Ferienimmobilie sparen will, muss im Gegenzug Einkommensteuer auf eine „verdeckte Gewinnausschüttung“ zahlen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit einem am Mittwoch in München veröffentlichten Urteil entschieden. (Az: I R 109/10) Das Steuerrecht lag früher bei Deutschland, seit 2013 bei Spanien.

Bislang war es verbreitete Praxis, dass Interessenten an einer Ferienimmobilie in Spanien diese nicht direkt, sondern über eine spanische Kapitalgesellschaft gekauft haben. Dadurch können die Käufer spanische Wertzuwachs- und Erbschaftssteuern sparen.

So hatte auch im Streitfall eine vierköpfige deutsche Familie für 1,23 Millionen Euro ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück mit Einfamilienhaus und Swimmingpool auf Mallorca gekauft. Formal erwarb allerdings eine „Sociedad Limitada“ das Objekt. Dies entspricht einer deutschen GmbH, an der die Familienmitglieder jeweils zu einem Viertel die Anteile besaßen.

Das ganze Jahr über nutzte die Familie das Anwesen. Und dafür muss sie nun Einkommensteuer bezahlen, urteilte der BFH. Denn die kostenlose Nutzung bedeute eine „verdeckte Gewinnausschüttung“ durch die spanische Kapitalgesellschaft. Im Streitfall hatte das Finanzamt eine Gewinnausschüttung von 78.000 Euro pro Jahr geschätzt und diese den Mitgliedern der Familie jeweils zu einem Viertel zugerechnet.

Dies hat der BFH nun im Kern bestätigt. Gegebenenfalls könne die Familie aber Steuern mindernd ansetzen, die sie bereits in Spanien gezahlt hat.

Das Steuerrecht lag früher bei Deutschland. Nach einem neuen Doppelbesteuerungsabkommen liege es seit 2013 dagegen meist bei Spanien, teilte der BFH ergänzend mit.

Von

afp

Kommentare (4)

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hpmalter

02.10.2013, 16:29 Uhr

Staatliche Willkür, moralisch verklärt als Beendigung eines Steuertricks? Wie einst bei den Kommunisten! Und die Kleinen Leute finden das natürlich super, weil sie denken, das Geld sei bei ihnen, wenn es beim Staat ist! Dabei dient es lediglich der nächsten Lohnerhöhung im Öffentl. Dienst

Exildeutsch

02.10.2013, 17:15 Uhr

Der Gollum Krallt sich alles !! Verkauft euren Krempel in der BRD/EU und Wandert aus.Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Gruss von einem Ausgewanderten.

Hermann_Meier

02.10.2013, 17:46 Uhr

Mit Gollum ist Schäuble gemeint? Kannte ich noch nicht, passt aber ganz gut. Äußerlich, und "gib mir deinen goldenen Riing".

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