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30.10.2011

09:24 Uhr

Ferienimmobilien

Wenn die sichere Rendite ausbleibt

VonChristian Hunziker

Wer Geld in geschlossenen Immobilien-Fonds angelegt hat, kann bitter enttäuscht werden. Einige Fonds schütten nichts mehr aus, andere erst nach Jahren. Welche Produkte Anleger enttäuschten.

Das Dorfhotel des Ferienparks Fleesensee. picture alliance / ZB

Das Dorfhotel des Ferienparks Fleesensee.

BerlinDass große Ferienimmobilien-Projekte nicht von Erfolg gekrönt sein müssen, beweist das geplante Resort Port Olpenitz an der deutschen Ostseeküste: Im Oktober hat die Entwicklungsgesellschaft Port Olpenitz GmbH Insolvenz angemeldet. Ganz ähnlich wie im schweizerischen Andermatt waren auch die Investoren in Schleswig-Holstein angetreten, ein ehemaliges Militärareal in ein touristisches Vorzeigeprojekt zu verwandeln. Bis 2015 sollten auf einem 150 Hektar großen ehemaligen Marinestützpunkt rund tausend Ferienhäuser, mehrere Hotels und ein Jachthafen entstehen.

In ihren Erwartungen ebenfalls getäuscht sehen sich die Zeichner des geschlossenen Fonds, mit dem die Fundus-Gruppe die Wiederbelebung des Grand Hotels Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern finanzierte.

Weil weder Auslastung noch Preisniveau den Erwartungen entsprechen, mussten die Anleger in diesem Jahr einem drastischen Kapitalschnitt zustimmen, der eine Abwertung der Gesellschafteranteile um 90 Prozent zur Folge hat. Laut Fundus können die Anleger dafür ab 2015 mit einer jährlichen Ausschüttung von sieben Prozent rechnen. Immerhin erzielte das Fünf-Sterne-Hotel im Jahr 2010 nach Fundus-Angaben erstmals „ein klar positives Betriebsergebnis“ – aber nur von 400 000 Euro.

Noch paradoxer ist die Situation in Fleesensee, das ebenfalls im Nordosten Deutschlands liegt: Obwohl das dortige Resort nach Angaben der Hotelbetreiber gut angenommen wird, müssen die Anleger um ihr Geld bangen. Auch Fleesensee wurde mehrheitlich durch einen geschlossenen Fonds finanziert, der Ende der neunziger Jahre vom Berliner Unternehmer David Katz initiiert worden war. Im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern entstanden für rund 200 Millionen Euro drei Hotels, ein Golfplatz, eine Tennisanlage und ein Spa-Bereich.

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