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23.12.2013

12:00 Uhr

„Flucht in Betongold“

Forscher erwarten 2014 anhaltenden Immobilienboom

Im kommenden Jahr dürften die Mietpreise in den deutschen Top-Städten weiter anziehen. Auch Kaufpreise werden in die Höhe gehen. Der Immobilienboom geht weiter – vor allem als Geldanlage wird Eigentum beliebter.

Befeuert wird der Immobilienboom auch von den extrem niedrigen Zinsen. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Leitzins erst im November auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. dpa

Befeuert wird der Immobilienboom auch von den extrem niedrigen Zinsen. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Leitzins erst im November auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt.

BerlinImmobilienforscher sagen für 2014 einen weiteren Anstieg der Mieten und Preise für Wohneigentum voraus. In Top-Städten wie Berlin, Hamburg und München dürften die Mietpreise um durchschnittlich fünf Prozent anziehen, sagte Vorstand Andreas Schulten vom Marktforscher bulwiengesa - auf dessen Daten sich etwa die Bundesbank stützt - am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Das entspricht etwa dem Niveau von 2012 und 2013.

Bei Wohneigentum geht der Aufwärtstrend mit etwas gebremster Dynamik weiter. Hier rechnet bulwiengesa 2014 mit einem Plus von durchschnittlich sechs Prozent. In den beiden zurückliegenden Jahren lag der Neuanstieg für Neubauten bei durchschnittlich 7,7 Prozent und bei bestehenden Wohnungen bei 9,8 Prozent.

„Aufgrund der guten ökonomischen Perspektiven für Deutschland werden die wirtschaftlichen Stimuli in den dynamischeren 20 bis 30 deutschen Großstädten und Regionen nicht nachlassen“, sagte Schulten. „Hier erwarten wir bei zumeist immer noch relativ geringer Neubautätigkeit - es sind bislang nur die Baugenehmigungen, die angestiegen sind - weiter steigende Wohnungspreise und -mieten.“

Befeuert wird der Immobilienboom auch von den extrem niedrigen Zinsen. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Leitzins erst im November auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt und ein mittelfristig niedriges Zinsniveau in Aussicht gestellt. "Auf der Suche nach attraktiven Anlagen werden die Investoren weiter in klassisches Betongold flüchten“, sagte bulwiengesa-Experte André Adami. „Das geht in den nächsten drei Jahren weiter.“

Zudem werde zu wenig gebaut und saniert, was die Preise ebenfalls treibe. „Die von der neuen Bundesregierung angekündigte Mietpreisbremse verunsichert viele Investoren, die deshalb bei neuen Projekten zögern“, sagte Adami. Auch die stabile Lage am Arbeitsmarkt und die kräftige Zuwanderung aus dem Ausland dürften die Preise weiter klettern lassen.

Nach Beobachtungen der Bundesbank haben sich die 2010 begonnen Preissteigerungen bislang auf die städtischen Immobilienmärkte konzentriert. In attraktiven Ballungsräumen seien die Wohnungen um bis zu 20 Prozent zu teuer, warnte sie kürzlich. „Demgegenüber scheinen sich die Preise für Einfamilienhäuser sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum nicht wahrnehmbar vom fundamental gerechtfertigten Niveau entfernt zu haben“, so die Bundesbank. Das starke Interesse an Wohneigentum macht sich auch im Steueraufkommen bemerkbar: Die Einnahmen der Länder aus der Grunderwerbsteuer legten von Januar bis November um 14,2 Prozent zu.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Verdad

23.12.2013, 12:29 Uhr

'Befeuert wird der Immobilienboom auch von den extrem niedrigen Zinsen. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Leitzins erst im November auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt und ein mittelfristig niedriges Zinsniveau in Aussicht gestellt'

Da scheint ja wieder ein Experte am Werk, der nicht weiß, dass sich die Zinsen auf dem Immobilienmarkt eben nicht nach dem Leitzins richten. Im Gegenteil. Seit Sommer haben wir bei den Immo-Zinsen schon einen deutlicheren Anstieg gesehen. Der entscheidende Pfandbriefmarkt hat sich nämlich anders entwickelt. Und viele Immobilien werden halt doch noch finanziert. Zudem gab es zuletzt eine Reihe von Meldungen, wonach das Preisniveau nicht weiter steigt. Mittlerweile wird auch so viel überteuerter Schrott angeboten, dass man damit nur daneben liegen kann. Ich halte also gegen die 'Expertenmeinung'.

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