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11.02.2014

14:38 Uhr

Flucht zum „Betongold“

Mieten und Immobilienpreise steigen weiter

Immer mehr Menschen ziehen in deutsche Großstädte. Der Rat der Immobilienweisen rechnet mit steigenden Kaufpreisen und Mieten. Womit Immobilienbesitzer rechnen müssen.

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BerlinMieten und Preise für Wohneigentum in Deutschland dürften auch in diesem Jahr steigen - aber etwas langsamer als 2013. Der Rat der Immobilienweisen rechnet in seinem am Dienstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten mit einem durchschnittlichen Plus von etwa drei Prozent.

Im vergangenen Jahr waren die Mieten noch um gut drei Prozent geklettert, die Preise für Wohnungen um 3,5 Prozent und die für Einfamilienhäuser um 4,3 Prozent. Grund ist die wachsende Attraktivität von Großstädten wie Berlin und München, die vor allem junge Leute und Zuwanderer anlocken. Wegen niedriger Zinsen flüchten zudem viele Anleger in „Betongold“.

Hinweise für eine Blase am Immobilienmarkt sehen die Experten um den Freiburger Ökonomen und Regierungsberater Lars Feld nicht - obwohl seit 2007 die Mieten in den Städten im Schnitt um ein Fünftel und die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in kreisfreien Städten Westdeutschlands sogar um knapp ein Viertel anzogen. „Der Anstieg war und ist fundamental begründet und nicht Ausdruck eines Überschießens der Preise“, erklärten die Gutachter, die ihre Studie im Auftrag des Branchenverbandes Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) anfertigten. Der Preisanstieg verlaufe zudem „auf niedrigem Niveau und deutet eher auf Nachholeffekte hin als auf eine breit angelegte Übertreibung“.

Welche deutschen Städte bei Investoren angesagt sind

Umfrage

Welche Städte sind bei Investoren besonders beliebt? Die Daten sind dem Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt von EY Real Estate entommen. Es wurden 15 europäische Immobilienmärkte inklusive Deutschland untersucht. Geantwortet haben insgesamt rund 500 europäische Unternehmen und Investoren. Wortlaut der Frage: „Welche deutschen Standorte stehen im Jahr 2014 besonders in Ihrem Investmentfokus?“

Platz 7

Stuttgart

20 Prozent

Platz 6

Düsseldorf

21 Prozent

Platz 5

Frankfurt

22 Prozent

Platz 4

Hamburg

23 Prozent

Platz 3

München

25 Prozent

Platz 2

Köln

26 Prozent

Platz 1

Berlin

36 Prozent

Auch aus der gestiegenen Bautätigkeit ließen sich „kaum Überhitzungstendenzen“ ablesen, ebenso wenig aus der Ausweitung des Kreditvolumens für den Wohnungsbau. „Eine Überhitzungsgefahr lässt sich aktuell kaum erkennen“, sagte Feld. Wohneigentum bleibe zudem erschwinglich: Für eine 125 Quadratmeter große Eigentumswohnung mit gehobener Ausstattung mussten 2005 noch 7,85 durchschnittliche Nettojahreseinkommen bezahlt werden, 2013 war es nur noch das 7,75-fache eines Jahreseinkommens.

Kommentare (5)

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Klingone

11.02.2014, 15:20 Uhr

eine Blase ist noch lange nicht abzusehen. Viele Preise reagieren nur auf die gestiegene Geldmenge und den realen Nutzen und Nutzwert sowie die Beständigkeit vom Wohneigentum. Deshalb bring auch der Verkauf einer selbst genutzten Immobilie zum Zwecke der Gewinnrealisierung Nichts. Weil der Gegenwert in ungedeckter und inflationierender Papiergeldwährung erfolgt. Nullsummenspiel.

Account gelöscht!

11.02.2014, 16:28 Uhr

. „Das Angebot an Wohnraum dürfte dann merklich ausgeweitet werden, wenn Vermietungen für Investoren genügend Rendite erbringen. Dementsprechend ist eine Obergrenze für Mieten kontraproduktiv.“

Die Bundesregierung hält die Sorge für unbegründet. Die Mietpreisbremse werde nicht für Neubauten gelten, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium, Florian Pronold. Sie solle lediglich verhindern, dass in gefragten Lagen die Preise für Neuvermietungen um bis zu 50 Prozent nach oben schießen, „ohne dass dafür etwas an der Wohnung gemacht wird“.

Ganz richtig so. Dass Neubauten im Umfeld Mitnahmeeffekte ohne Verbesserung, Sanierung oder Renovierung im Bestand nach sich ziehen ist eine - in Ballungszentren leicht ermittelbare - Binsenweisheit.

Abiks

11.02.2014, 16:47 Uhr

Knapp sind die Wohnungen nur in den angesagten Vierteln Hamburgs, da dort die meisten Neubürger wohnen wollen.
Ein befreundeter Makler erzählte mir, daß er für die Vermietung von Wohnungen am Stadtrand oftmals mehr als einen Monat benötigt, obwohl dort die Mieten erheblich günstiger sind.
Es gibt auch ungewollten Leerstand von Wohnungen. Das hat aber nichts mit der Willkür von Vermietern zu tun,sondern es liegt einfach daran, das durch den erheblich gestiegenen Wohnungsbau (Ziel 6000 neue Wohnung jährlich in Hamburg), die Handwerker knapp geworden sind. Selbst für ein Auftragsvolumen von EUR 15.000,00 pro Wohnung ist zur Zeit kein Handwerker zu bekommen. Man muss sich auf Wartezeiten von 6 bis 12 Monaten einstellen. Dadurch ist der Mietausfall genau so hoch wie die Renovierungskosten.

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