Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2009

12:18 Uhr

Fonds-Krise

Hoffnung für Anleger: Degi öffnet Immobilienfonds

VonRalf Drescher , Anne Wiktorin

Die Fonsgesellschaft Degi nimmt als erster Anbieter offener Immobilienfonds in Deutschland wieder Anteile zurück. Die Liquidität des Fonds "Degi International" habe sich stabilisiert, teilte die Degi mit. Ein anderer Fonds der Gesellschaft bleibt hingegen weiter eingefroren. Auch die anderen Anbieter schrecken bisher vor einer Öffnung zurück.

Trübe Zeiten für Anleger von offenen Immobilienfonds: Ankaufkurse stellt die Mehrheit der Anbieter zurzeit nicht. Foto: dpa dpa

Trübe Zeiten für Anleger von offenen Immobilienfonds: Ankaufkurse stellt die Mehrheit der Anbieter zurzeit nicht. Foto: dpa

DÜSSELDORF. In der Krise der offenen deutschen Immobilienfonds gibt es einen Hoffnungsschimmer: Als erster großer Anbieter kündigte die Degi am Freitag an, ihren Fonds "Degi International" Ende kommender Woche wieder zu öffnen. Durch neu eingeworbene Anlegergelder sowie die Umschichtung von langfristig gebundenen Mitteln in kurzfristig verfügbare Guthaben habe sich die Liquditätssituation des Fonds deutlich verbessert, teilte die Degi mit. Seit der Aussetzung der Anteilsrücknahme Ende Oktober seien dem Fonds Anlagebeträge in Höhe von 65 Mio. Euro zugeflossen.



Insgesamt kommt der Degi International nach Angaben der Fondsgesellschaft jetzt auf eine Liquiditätsreserve von 25 Prozent des Fondsvermögens. Zum Zeitpunkt seiner Aussetzung hatte der Fonds ein Volumen von 2,5 Mrd. Euro.

Anleger des 1,7 Mrd. Euro schweren "Degi Europa" bleiben hingegen weiter auf ihren Anteilen sitzen. Wie die Gesellschaft am Freitag weiter mitteilte, war es hier "bisher noch nicht möglich, eine ausreichende Liquidität zu beschaffen". Als Konsequenz verlängerte der Fonds-Anbieter die Aussetzung der Anteilsrücknahme um weitere neun Monate.

Den gleichen Weg waren zuvor bereits zahlreiche andere Fondsgesellschaften gegangen. Als erstes hatten Credit Suisse, Morgan Stanley und TMW Pramerica entschieden, dass ihre Fonds - der "CS Euroreal", der "Morgan Stanley P2 Value" und der "TMW Immobilien Weltfonds" - für weitere neun Monate eingefroren werden. Am Donnerstag war die Axa mit ihrem "Axa Immoselect" gefolgt. Die SEB verlängerte die Aussetzung ebenfalls, kündigte aber an, möglichst im zweiten Quartal bereits wieder aufzumachen.

Am Freitag schloss sich auch die Kanam den Konkurrenten an und verlängerte die Aussetzung der Fonds "Grundbesitz" und "US Grundbesitz" um weitere neun Monate. Die UBS hatte für ihre beiden Fonds "UBS (D) 3 Kontinente" und "UBS (D) Euroinvest" bereits bei der Schließung Ende Oktober 2008 angekündigt, nicht vor Ablauf eines halben Jahres wieder öffnen zu wollen.

"Die Situation für die Gesellschaften ist sehr schwierig", sagt Claudia Vogl-Mühlhaus, Mitglied der Geschäftsleitung der Berliner Rating-Agentur Scope. Wer öffne, um gleich wieder schließen zu müssen, weil Anleger erneut in Massen ihre Anteile zurückgäben, erleide einen erheblichen Reputationsverlust. Insgesamt sind in den betroffenen Immobilienfonds rund 30 Mrd. Euro an Anlegergeldern eingefroren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×