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23.01.2009

07:31 Uhr

Fonds-Krise

Immobilienfonds mauern sich ein

VonAnne Wiktorin

Die Anleger offener Immobilienfonds sitzen weiter auf ihren Anteilen. Einzelne Anbieter haben die Schließung ihrer Fonds in den vergangenen Tagen bereits ausgedehnt, Branchenriesen wie SEB, Kanam wollen nicht sagen, wann sie den Anteilshandel wieder freigeben. Die Axa verkündet derweil, sie bediene weiterhin keine Rückgaben, auch nach dem 28. Januar 2009 würden Verkaufsaufträge nicht ausgeführt.

DÜSSELDORF. Die großen deutschen offenen Immobilienfonds ringen bis zur letzten Minute um die Entscheidung, ob sie den seit fast drei Monaten eingefrorenen Anteilshandel wieder freigeben. Die Schwergewichte SEB und Kanam hielten ihre Anleger auch am Donnerstag hin.

In den sechs betroffenen Fonds der Gesellschaften sind derzeit 19,2 Mrd. Euro Anlegergeld eingefroren. Eine Fondsöffnung wird mit jedem Tag unwahrscheinlicher. „Die Situation für die Gesellschaften ist sehr schwierig“, sagt Claudia Vogl-Mühlhaus, Mitglied der Geschäftsleitung der Berliner Rating-Agentur Scope. Wer öffne, um gleich wieder schließen zu müssen, weil Anleger erneut in Massen ihre Anteile zurückgäben, erleide einen erheblichen Reputationsverlust.

Bis gestern hatten erst drei Gesellschaften entschieden, die im Oktober ausgesetzte Rücknahme von Anteilen um weitere neun Monate zu verlängern. Damit wissen zumindest die Anleger des CS Euroreal von Credit Suisse, des Morgan Stanley P2 Value und des TMW Immobilien Weltfonds von TMW Pramarica, woran sie sind. Auch UBS-Immobilienfondskunden sind vorerst sicher vor Überraschung: die beiden Fonds UBS (D) 3 Kontinente und UBS (D) Euroinvest hatten bereits bei der Schließung Ende Oktober 2008 angekündigt, nicht vor Ablauf eines halben Jahres wieder öffnen zu wollen.

Die Entscheidung der Branchenriesen hängt vor allem davon ab, wie die einzelnen Gesellschaften die Reaktion ihrer Anleger auf die Öffnung einschätzen. Wer wie SEB, Axa und Kanam vergleichsweise viele Dachfonds und große Vermögensverwalter zu seinen Anlegern zählt, beurteilt dies anders als eine Degi, deren Anlegerstruktur als kleinteiliger gilt.

Wie schwer sich die Fonds tun und wie sie einander belauern, zeigt die Tatsache, dass in den vergangenen Tagen mehrfach Entscheidungen angekündigt, dann aber wieder vertagt wurden. Bis zum Wochenanfang müssen die Fonds Farbe bekennen: Ab dem 28. Januar läuft die Drei-Monatsfrist für alle ab.

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