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23.12.2011

10:29 Uhr

Frankfurter Gespräch

„Die Zahl der Notverkäufe wird steigen“

VonReiner Reichel, Anne Wiktorin

Die Euro-Krise trifft auch den Immobilienmarkt. Vier Branchenkenner blicken ins Jahr 2012. Im Frankfurter Gespräch diskutieren sie über Notverkäufe und angemessene Renditen für B-Objekte.

Die Euro-Krise trifft auch den Immobilienmarkt schwer. dapd

Die Euro-Krise trifft auch den Immobilienmarkt schwer.

FrankfurtHandelsblatt: Herr Meinel, der Verband der Deutschen Pfandbriefbanken warnt vor einer Kreditklemme. Bekommen Immobilienunternehmen demnächst keine Darlehen mehr?

Wulf Meinel: Es wird weiterhin Kredite geben, aber nicht mehr in dem Umfang und so einfach wie früher.

Herr Fuhrmann, woran liegt das?
Bernhard Fuhrmann: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das vermeintlich risikoarme Immobiliengeschäft so risikoarm nicht war. Das hat dazu geführt, dass die Aufsichtsbehörden von den Banken auch für Immobiliengeschäfte mehr Eigenkapital verlangen.

Herr Pohl, was geschieht nun bei den Banken?

Andreas Pohl: Wenn das Eigenkapital zu knapp ist, muss die Bank neues zuführen oder ihr Kreditgeschäft runterfahren. Die erste Möglichkeit ist sehr schwierig. Die zweite bedeutet, dass auslaufende Kredite nicht verlängert werden oder Neugeschäft reduziert wird.

Herr Meinel, was erwarten Sie für das Neugeschäft?

Meinel: Einen Immobilienkredit von der Bank gibt es in der Regel nur noch, wenn er durch Pfandbriefe zu refinanzieren ist. Denn: Wenn Gebäude mit mehr als den für Pfandbriefe erlaubten 60 Prozent beliehen werden sollen, braucht die Bank zusätzliches Eigenkapital.

Herr Fuhrmann, welche Konsequenzen hat die Konzentration auf pfandbrieffähige Kredite für Investoren?

Fuhrmann: Allein aufgrund der höheren Eigenkapitalanforderungen wird die Eigenkapitalrendite für den Investor geringer. Dadurch rentieren sich viele Projekte gar nicht mehr, so dass auch die Zahl der Besitzwechsel geringer wird.

Herr Klein, in diesem Jahr wollten alle Spitzenimmobilien kaufen. Die werden knapp.

Klein: Noch stehen 1-a-Gebäude im Vordergrund. Im nächsten Jahr werden zwar noch weniger Spitzenimmobilien angeboten, als nachgefragt werden. Dafür werden wir aber mehr Verkäufe im Bürosegment in B-Lagen sehen, wo die Preise beziehungsweise die Erwartungen der Verkäufer inzwischen realistischer geworden sind.

„Bisherige Werte für B-Produkte sind oft unrealistisch“

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