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09.04.2015

10:22 Uhr

Gastbeitrag zu Immobilien

Die Reise ins Ungewisse

VonMarcus Cieleback

Die EZB kauft seit einem Monat Anleihen. Was bringt das Kaufprogramm für Immobilienmarkt? Die Renditen werden zurückgehen, glaubt Marcus Cieleback von Patrizia Immobilien. Nicht der einzige Effekt des Kaufprogramms.

Die Europäische Zentralbank flutet den Geldmarkt. Getty Images

Die Geldflut

Die Europäische Zentralbank flutet den Geldmarkt.

In dieser Woche feiern wir ein kleines Jubiläum. Am 9. März, also vor einem Monat, begann die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen zu kaufen. Im Zuge der sogenannten Quantitativen Lockerung (Quantitative Easing) wird sie bis September 2016 Anleihen und Wertpapiere im monatlichen Volumen von 60 Milliarden Euro erwerben.

Die aktuelle Geldpolitik stellt Immobilieninvestoren vor die Frage: Wie wird sich die Geldschwemme auf die europäischen Immobilienmärkte auswirken? Eine aktuelle Studie von Patrizia bringt hier Licht ins Dunkel: Durch die Quantitative Lockerung werden die Spitzenrenditen auf den Immobilienmärkten spürbar zurückgehen – und das wahrscheinlich längerfristig.

Marcus Cieleback leitet die Analyseabteilung beim Immobilien-Investmenthaus Patrizia.

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Marcus Cieleback leitet die Analyseabteilung beim Immobilien-Investmenthaus Patrizia.

Dabei werden die Immobilienrenditen der Untersuchung zufolge auf doppelte Weise beeinflusst: Zum einen durch die relativen Preise, die sich aus dem Verhältnis zwischen Immobilienrenditen und Renditen auf Staatsanleihen ergeben. Zum anderen durch die erhöhte Mieternachfrage nach Immobilien, wenn die Maßnahmen der EZB mittel- bis langfristig greifen.

Erster Effekt: Relative Preise lassen Immobilienrenditen sinken

Für die Studie wurde die Entwicklung der Immobilienrenditen der vergangenen zehn Jahren analysiert. Es wurde deutlich, dass die Renditen für erstklassige Büro- und Einzelhandelsobjekte auf den meisten europäischen Märkten aktuell auf einen Tiefstand gesunken sind.

Die meisten Wohnungsdeals pro Einwohner

Platz 5

Unter den fünf Städten mit den meisten Wohnungsverkäufen pro Einwohner liegt Fürth. Hier gab es im vergangenen Jahr 10,3 Verkäufe je 1.000 Einwohner.
Quelle: Accentro Wohneigentums-Report 2014. Basis: Daten der Gutachterausschüsse.

Platz 4

Augsburg

10,2 Verkäufe je 1.000 Einwohner

Platz 3

Regensburg

8,9 Verkäufe je 1.000 Einwohner

Platz 2

Heilbronn

8,4 Verkäufe je 1.000 Einwohner

Platz 1

Ingolstadt

8,4 Verkäufe je 1.000 Einwohner

Dennoch war der Abstand von Immobilienrenditen zu den Renditen zehnjähriger Staatsanleihen seit 2005 noch nie größer. Die beachtliche Renditedifferenz zwischen Spitzenimmobilien und Staatsanleihen suggeriert ein hohes Risikoniveau für Immobilien, das angesichts der Marktrealität bei Top-Immobilien jedoch nicht gerechtfertigt ist.

Es ist zu erwarten, dass im Zuge der Quantitativen Lockerung die Renditen von Staatsanleihen in den kommenden Jahren weiter sinken werden. Das wiederum bewirkt, dass sich der Nachfragedruck auf Spitzenimmobilien erhöht und das Preisniveau weiter ansteigt.

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