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22.06.2011

10:08 Uhr

GdW

Aufschwung erreicht die Wohnungswirtschaft

VonDaniel Delhaes

In diesem Jahr sollen deutlich mehr Wohnungen fertig gestellt werden als 2010. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen mahnt jedoch eine bessere Förderung an, um die Energiewende zu erreichen.

Styroporplatten sollen der Wärmedämmung dienen. Quelle: dpa

Styroporplatten sollen der Wärmedämmung dienen.

BerlinDer Aufschwung kommt inzwischen auch in der Wohnungswirtschaft an. Diese Bilanz zog gestern der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) auf seiner Jahrespressekonferenz in Berlin. In diesem Jahr rechnet der Verband damit, dass bundesweit 178.500 neue Wohnungen fertig gestellt werden. 2010 waren es 165.000. „Das ist eine Trendwende“, sagte Verbandspräsident Axel Gedaschko in Berlin. Ein derartiges Plus habe es zuletzt 2002 gegeben.

6,7 Prozent mehr Investitionen

Nach einer Befragung der Mitgliedsunternehmen erwartet der GdW mit 9,6 Milliarden Euro 6,7 Prozent mehr Investitionen als im Vorjahr. In der Finanzkrise seien Investitionen zurückgestellt worden. „Jetzt kommen sie auf den Markt, sagte Gedaschko. Neun Prozent der Unternehmen bewerten die gegenwärtige Geschäftslage als sehr gut, 56 Prozent als gut und 34 Prozent als befriedigend. „Es ist eine Trendumkehr bei den Erwartungen der Marktteilnehmer zu verzeichnen“, sagte Gedaschko.

Drei Viertel der rund zehn Milliarden neuer Investitionen fließen in den Bestand, der Rest in den Neubau. Zu den Wachstumsregionen, in denen verstärkt neue Wohnungen entstehen, zählt der Verband die Städte Hamburg, München und Stuttgart sowie die Regionen Berlin, Köln/Bonn, Rhein-Ruhr, Rhein-Main. Die GdW-Unternehmen, vor allem Genossenschaften und kommunale Unternehmen, vermieten mit sechs Millionen rund ein Drittel aller Wohnungen.

Gedaschko verwies darauf, dass es neben Boomregionen auch Landstriche gebe, in denen in den kommenden Jahren die Zahl der Haushalte um 15 oder mehr Prozent sinke. Sowohl in Ost- wie auch in Westdeutschland seien daher Rückbauprogramme nötig, ansonsten drohten „Geisterstädte“. Wichtig sei deshalb auch die Städtebauförderung, die der Bund allerdings kürzen will.

Unterstützung für Energiewende

Zufrieden zeigte sich Gedaschko mit den Plänen der Bundesregierung, im Rahmen der Energiewende ab 2012 die Sanierung von Gebäuden mit 1,5 Milliarden Euro zu fördern. Zudem sind weitere 1,5 Milliarden Euro vorgesehen, um durch eine erleichterte Abschreibung einen Anreiz für energetische Investitionen zu geben. Allerdings kritisierte er, dass der Entwurf für die Steuererleichterungen nur Komplettsanierungen als abschreibungsfähig vorsehe und nicht auch Einzelmaßnahmen. Dies hatte zuletzt auch die FDP kritisiert.

Außerdem sei die Höhe der Fördermittel allein nicht entscheidend. Es komme auch darauf an, dass die staatliche Förderbank KfW die Mittel nutze, um zinsgünstige Angebote zu unterbreiten und das Geld über 2014 hinaus bereitstehe.

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