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03.04.2006

13:16 Uhr

Gebrauchte Häuser

Das freistehende Eigenheim ist der Traum der Schwaben

Baden-Württemberg gilt als Land der Häuslebauer – und das zu Recht, wie ein Blick in die Statistik zeigt. Mehr als die Hälfte aller Einwohner im südwestlichsten deutschen Bundesland besitzt ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung. Besonders gefragt sind Gebrauchtimmobilien.

HB DÜSSELDORF.Baden-Württemberg gilt als Land der Häuslebauer – und das zu Recht, wie ein Blick in die Statistik zeigt. Mehr als die Hälfte aller Einwohner im südwestlichsten deutschen Bundesland besitzt ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung. Nur in Rheinland-Pfalz und im Saarland ist die Quote (leicht) höher.

Eine im Bundesvergleich gesunde Wirtschaftskraft, niedrige Arbeitslosigkeit und entsprechend hohe Kaufkraft haben die Nachfrage nach selbst genutztem Wohneigentum auch in den vergangenen Jahren weiter angefacht. Beliebt sind vor allem gebrauchte, freistehende Häuser, so das Ergebnis des aktuellen Immobilienbarometers der regionalen LBS, das zweimal jährlich Immobilienexperten zur Situation auf den bundesdeutschen Wohnimmobilienmärkten befragt.

Wie überall in Deutschland geht allerdings auch in den bevorzugten Regionen des Landes, in und um Stuttgart, Freiburg oder Tübingen, die Nachfrage nach neu gebauten Reihenhäusern und Wohnungen zurück. Die LBS-Experten rechnen daher mit sinkenden Preisen, jedoch in deutlich geringerem Maße als im Rest der Republik.

Genau umgekehrt ist die Situation auf dem Markt für Gebrauchtimmobilien: Weil die Nachfrage hier das Angebot deutlich übersteigt, rechnen alle Marktbeoachter mit leicht anziehenden Preisen. In der Region Stuttgart etwa, so das Ergebnis einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Untersuchung der Berenberg Bank und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), dürfte der Wert von Wohnimmobilien bis zum Jahr 2020 um 37 Prozent steigen, pro Jahr immerhin um zwei Prozent. Zum Vergleich: In und um Göttingen – Schlusslicht in der Rangfolge der 74 untersuchten Regionen – werden Häuser und Wohnungen in den kommenden 14 Jahren rund drei Prozent an Wert verlieren.

Im wirtschaftlich prosperierenden Land der Winzer und Autobauer indes bleibt das Eigenheim offenbar weiterhin integraler Bestandteil der Lebensplanung. Rund 216 000 neue Bausparverträge schloss allein die LBS Baden-Württemberg im vergangenen Jahr neu ab und gewann damit etwa 74 000 neue Kunden. Mehr als 40 Prozent von ihnen waren jünger als 25 Jahre – und setzen damit die sprichwörtliche schwäbische Tradition des „schaffe, schaffe, Häusle baue“ fort.

Doch auch im Bundesland mit der dritthöchsten Wohneigentumsquote Deutschlands profitieren Kapitalanleger von der hohen Nachfrage nach Mietwohnungen. In den begehrten Universitätsstädten Freiburg und Tübingen, vor allem aber auch in der Landeshauptstadt Stuttgart: Bei gut ausgestatteten Altbauobjekten seien hier die Mieten überdurchschnittlich gestiegen, berichtet Erich Hildenbrandt, Gründer und Geschäftsführer des Stuttgarter Maklerhauses Hildenbrandt GmbH. „Bei fast konstanten Kaufpreisen ist die Mietrendite in Stuttgart heute die höchste seit der Nachkriegszeit.“ wik

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