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30.03.2012

19:05 Uhr

Geldanlage

DWS-Immobilienfonds reagiert auf Liquiditätsnot

Ein Anlageprodukt der Deutsche Bank-Tochter DWS kommt mit der Krise offenen Immobilienfonds nicht klar. Das DWS ImmoFlex Vermögensmandat gibt ab sofort keine Anteile an Anleger mehr aus.

Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. dpa

Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt.

FrankfurrtDie Krise der Immobilienfonds zieht immer weitere Kreise. Die Fondsgesellschaft DWS friert abermals einen Dachfonds ein - das DWS ImmoFlex Vermögensmandat, das mindestens die Hälfte des Fondsvermögens in Offene Immobilienfonds investiert. Es ist mit einem Volumen von etwa 100 Millionen Euro zwar ein vergleichsweise kleiner Fonds. Das Signal ist allerdings alarmierend: Über 40 Prozent des Fondsvermögens stecken in dem beiden Krisenfonds SEB ImmoInvest und CS Euroreal.

Diese Flaggschiffe, jeweils sechs Milliarden Euro schwer, kämpfen ihrerseits mit Liquiditätsnöten und ums Überleben. Sie müssen bis Mai wieder öffnen oder werden abgewickelt. Ab diesem Montag gibt das DWS ImmoFlex Vermögensmandat nun keine neuen Anteile mehr aus, wie die Deutsche-Bank-Tochter am Freitagabend mitteilte. Sie will vor allem Anleger mit festen Ansparplänen schützen. Die Begründung: Weil derzeit sehr viele Anleger ihre Fondsanteile zurückgäben, sei die Liquidität im Fonds knapp. Es solle verhindert werden, dass das frische Geld, das durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine hereinkomme, vor allem für die Bedienung dieser Rückgabewünsche herhalten müsse. „Aus diesem Grund erscheint es nicht geboten, weitere Anlagen in dem DWS ImmoFlex Vermögensmandat zuzulassen.“

Die Anteilsschein-Rückgabe ist vorerst nicht ausgesetzt - ein Zeichen dafür, dass noch nicht alle liquiden Mittel aufgebraucht sind. Anders war das im vergangenen Jahr mit dem Immobilien-Dachfonds db ImmoFlex. Hier setzte die DWS zuerst die Anteilsschein-Rückgabe aus - und kündigte vor Weihnachten die Liquidierung an. Die beiden Offenen Immobilienfonds SEB ImmoInvest und CS Euroreal hatten zuletzt betont, auf jeden Fall wieder öffnen zu wollen. In der Branche gibt es allerdings Zweifel - spätestens seit Ende Februar. Damals wurde bekannt, dass der knapp vier Milliarden Euro schwere Fonds KanAm Grundinvest aufgelöst werden muss. Er ist das bislang größte Opfer der Krise.

Die Rahmenbedingungen für die Branche haben sich seit der Pleite der US-Investmentbank Lehmann Brothers im Herbst 2008 nicht wirklich gebessert. Damals waren viele Offene Immobilienfonds wegen massiver Rückgabewünsche von Anlegern in Liquiditätsnöte geraten und sahen sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Sie setzten die Rücknahme von Anteilsscheinen aus. Manche Fonds öffneten wieder, hielten das aber nur vorübergehend durch. Derzeit sind in Deutschland dem Fondsverband BVI zufolge mehr als 17 Milliarden Euro in eingefrorenen Offenen Fonds dem Zugriff der Anleger entzogen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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cashca

30.03.2012, 22:52 Uhr

Zitat:
Derzeit sind in Deutschland dem Fondsverband BVI zufolge mehr als 17 Milliarden Euro in eingefrorenen Offenen Fonds dem Zugriff der Anleger entzogen.
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Selbst schuld, wer da rein geht.
Seit 2008 weiß jeder, was da getrieben wird am Finanzmarkt. Mancher lernt eben nie dazu.
Die Betroffenen können nur beten dass sie ihr Geld vorerst nicht anderweitig benötigen.

Wutbuerger

30.03.2012, 22:56 Uhr

"Liquiditätsnot" ist ein Euphemismus, der vom Pleitepöbel gern verwendet wird, wenn er intelligent wirken möchte.

Schlaubischlumpf

31.03.2012, 19:03 Uhr

das sind zwei paar Schuhe die du hier ansprichst und dein Kommentar macht keinen Sinn.

Informiere dich bei Wikipedia über die Finanzkrise (wer was getrieben hat) und was Immobilienfonds so treiben.

Du hast dein Geld ja auch irgendwo drauf. Wenn deine Bank pleite geht wegen diesem treiben auf dem Finanzmarkt und du nicht mehr auf dein Konto zugreifen kannst, bist du dann selber schuld?

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