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01.07.2012

13:37 Uhr

Geldanlage

Immobilien sind in den USA wieder gefragt

VonAnette Kiefer

Die Eigenheim-Baubeginne und die Häuserpreise steigen deutlich an: Auf dem Immobilienmarkt in den USA geht es aufwärts. Anleger können von der Erholung profitieren.

Die Skyline von Manhattan. Reuters

Die Skyline von Manhattan.

DortmundLeicht steigende Häuserpreise und deutlich mehr Eigenheim-Baubeginne als noch vor einem Jahr: Der US-Immobilienmarkt hat sich erholt. Das ist auch an den Kursen der Real Estate Investment Trusts (Reits) abzulesen. Anders als in Deutschland ist der Reit dort die übliche Form einer Immobilien-AG. Sie hat Steuervorteile, muss aber ihre Gewinne fast komplett an die Anleger auszahlen.

"Durch ihre defensive Orientierung sorgen Reits für überdurchschnittliche Erträge in einem turbulenten Marktumfeld", sagt Analyst John Perry, der bei der Deutschen Bank für die Branche zuständig ist. Die Krise auf den Immobilien- und Finanzmärkten hat den Reits indirekt gutgetan. "Die Rezession hat dafür gesorgt, dass 2008 und 2009 sämtliche Pläne für Neubauten entweder nach hinten verschoben oder ganz gekippt wurden", sagt Alan Billingsley, Leiter der Sparte Research America bei der Deutsche-Bank-Tochter Rreef. "Das führt dazu, dass das Angebot bei Neubauten jetzt ausgesprochen gering ist. Das wirkt sich positiv auf die Preise aus."

Von den steigenden Büromieten, Ladenmieten und anderen Immobilienpreisen profitieren die Reits nun. Um rund 13 Prozent hat seit Jahresbeginn etwa das Papier der SL Green Realty zugelegt. Der größte Eigentümer von Bürogebäuden in New York City schnitt sogar besser ab als der Branchenindex. Auch Boston Properties ist um einige Prozent geklettert und taucht regelmäßig auf brancheninternen Ranglisten mit Namen wie "Die besten Reits für die Absicherung Ihres Portfolios" auf.

Lange Zeit hatten Apartment-Reits eindeutig die Nase vorn. In der Wirtschaftskrise mussten viele US-Bürger ihre Eigenheime verkaufen und in gemietete Apartments umziehen. Das füllte die Wohnungen dieser Reits. Weil die Mieter darauf hofften, bald wieder genug zu verdienen, um in die eigenen vier Wände ziehen zu können, schlossen sie Einjahres-Mietverträge ab. Von den gegenüber längeren Mietverträgen höheren Mieten profitierten die Mietwohnungs-Reits zusätzlich.

Zu den wichtigsten Gesellschaften auf diesem Sektor zählen beispielsweise Avalon Bay Communities und Home Properties, bei denen die Mehrzahl der Analysten weiterhin zum Kauf rät. Allerdings sollten die Investoren nicht mehr lange mit dem Einstieg in dieses Segment warten. "Es gibt inzwischen erste Anzeichen dafür, dass die Eigenheimrate wieder steigen könnte", sagt Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor der Investmentgesellschaft Lacuna. Dann würden diese Reits Mieter verlieren.

Die größten Profiteure des wachsenden Vertrauens der Verbraucher in die Konjunktur dürften Einzelhandelsinvestoren werden. Auf sie konzentrieren sich die Empfehlungen der Analysten. Bereits im ersten Halbjahr 2012 verzeichnete die Einzelhandelsbranche ein Umsatzplus von etwa 15 Prozent. Für die zweite Jahreshälfte erwarten viele Analysten und auch die Chefs namhafter Reits eine ähnliche Umsatzentwicklung dank einer wachsenden Wirtschaft. "Wir empfehlen daher eine leichte Übergewichtung von Einzelhandelstiteln im Reit-Portfolio", sagt Rreef-Experte Billingsley.

Kommentare (3)

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dfs

01.07.2012, 14:49 Uhr

Irgendwo muss das ESM Zeug ja hin.

simplymaui

01.07.2012, 15:23 Uhr

ESM heißt doch "Europäischer..." und nicht ASM, mein Herr bitte JAA-A-A?

Account gelöscht!

02.07.2012, 07:51 Uhr

Zählen Zelte jetzt auch zu den Immobilien? Na dann hat der Markt wirklich noch Potential.

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