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17.12.2016

17:28 Uhr

Geschlossene Immobilienfonds

Privatanleger ade!

VonReiner Reichel

Die börsennotierte Corestate kauft der Helaba ihr Geschäft mit geschlossenen Immobilienfonds ab und katapultiert sich in eine neue Liga. Dabei hat er aber mehr das Geschäft mit Groß- als das mit Kleinanlegern im Blick.

Hannover Leasing war in den vergangenen zwei Jahren eher durch Wechsel im Management als durch neue Geschäfte oder Angebote für Privatanleger aufgefallen.

Gebäude von Hannover Leasing in Pullach

Hannover Leasing war in den vergangenen zwei Jahren eher durch Wechsel im Management als durch neue Geschäfte oder Angebote für Privatanleger aufgefallen.

DüsseldorfHannover Leasing (HL) war einmal einer der größten Anbieter geschlossener Immobilienfonds für Privatanleger in Deutschland. Wer am Freitag auf der Internetseite von HL nach aktuellen Angeboten suchte, fand unter „Immobilienfonds Inland“ die Nachricht: „Derzeit befinden sich aus dem Bereich Immobilien Inland keine Fonds in der Platzierung.“ Privatanleger können sich zurzeit über HL nur an einem Flugzeugfonds beteiligen, der einen Airbus A380 verleast hat.
Das Privatanaleger-Geschäft ist nicht mehr die Rede wert. Reden wird man allerdings über den neuen Eigentümer, den Luxemburger Immobilienvermögensverwalter Corestate Capital Holding, der in Deutschland börsennotiert ist. Die Luxemburger katapultieren mit dem Kauf der Helaba-Tochter ihr verwaltetes Vermögen von rund zwei auf 16 Milliarden Euro. Über den Kaufpreis werden von beiden Seiten keine Angaben gemacht. In Frankfurt wird sehr vage über einen zweistelligen Millionenbetrag spekuliert.

Sparkassen: Helaba verkauft Hannover Leasing an Corestate

Sparkassen

Helaba verkauft Hannover Leasing an Corestate

Der Immobilieninvestor Corestate übernimmt 95 Prozent an der Fondsgesellschaft Hannover Leasing, die bislang Helaba und den Sparkassen Hessen und Thüringen gehört. Die Helaba will sich wieder aufs Kerngeschäft besinnen.

Der Verkauf der HL war absehbar. In Frankfurter Finanzkreisen war es kein Geheimnis, dass die Landesbank mit ihrer 49-Prozent Beteiligung sowie die mit 48 Prozent beteiligte Hessisch-Thüringische Sparkassen-Beteiligungsgesellschaft mit der HL nicht zufrieden waren. Die fiel in den vergangenen zwei Jahren auch eher durch Wechsel im Management als durch neue Geschäfte oder Angebote für Privatanleger auf. Nun behält die Helaba die üblichen 5,1 Prozent an HL, die nötig sind, um Grunderwerbsteueransprüche zu vermeiden, und gibt wie die Sparkassen-Beteiligung die Restanteile an Corestate ab.

Corestate-Gründer Ralph Winter ist sich bewusst, dass man das Ansehen der HL „etwas aufpolieren“ muss. Er attestiert HL eine beeindruckende Leistungsbilanz und spricht von „umfangreichen Synergien“. Die liegen eindeutig im Geschäft mit institutionellen Investoren, dem Kerngeschäft der Corestate, auf dem auch künftig der Schwerpunkt der HL liegen wird. „Wir verbessern unseren Zugang zu neuen institutionellen Kapitalquellen“, ist Corestate-Vorstandschef Sascha Wilhelm überzeugt. Wiewohl Gründer Winter ankündigt: „Das Publikumsfondsgeschäft wird weitergeführt.“ HL hat noch immer fast 70.000 Privatanleger.

Kommentare (1)

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Herr Mark Hofmann

16.12.2016, 17:34 Uhr

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