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07.10.2012

13:51 Uhr

Gewerbeimmobilien

Immobilienboom, aber nicht für jeden!

VonAnne Wiktorin

Deutschlands Gewerbeimmobilienmarkt galt lange als wenig anfällig für die Krise. Doch langsam wächst die Angst vor dem Abschwung. Deutschland könne sich nicht von der Euro-Krise abkoppeln, sagen Experten.

Einigen Gerüchten zufolge könnte das Daimler-Quartier (vorne rechts im Bild) am Potsdamer Platz in Berlin könnte noch dieses Jahr einen neuen Besitzer finden. dpa

Einigen Gerüchten zufolge könnte das Daimler-Quartier (vorne rechts im Bild) am Potsdamer Platz in Berlin könnte noch dieses Jahr einen neuen Besitzer finden.

Köln.Eine ganze Weile schien es so, als werde die Euro-Krise dem deutschen Immobilienmarkt - und seinen Akteuren - eher nützen als schaden. Die Furcht vor dem Zerfall der Gemeinschaftswährung, Inflationsängste und ein extrem hohes Sicherheitsbedürfnis mache die Investition in einen klassischen Sachwert wie die Immobilie wieder besonders attraktiv, so die gängige Argumentation. Eindrücklich bestätigt wird die zunehmende Flucht ins Betongold auf den Wohnungsmärkten der deutschen Großstädte: Dort hält die hohe Nachfrage weiter an, die Kaufpreise steigen nach wie vor.

Deutlich differenzierter allerdings ist das Bild auf dem Markt für gewerbliche Objekte: Zwar zählt Deutschland zum Kreis der konjunkturell robusten europäischen Kernstaaten und gilt daher bei Immobilieninvestoren immer noch als Hort der Stabilität.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

Berlin

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1899 Euro*
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 24 Prozent

* Kriterien: Durchschnittsimmobilie, 30 Jahre alt, gepflegter Zustand

Bremen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1180 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 10 Prozent

Dortmund

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1252 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 1 Prozent

Dresden

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 19 Prozent

Düsseldorf

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2237 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 21 Prozent

Erfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1718 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Essen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1243 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 0 Prozent

Frankfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2427 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Freiburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2625 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 28 Prozent

Hamburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2464 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 30 Prozent

Hannover

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1479 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Kiel

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1506 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Köln

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1994 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Leipzig

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1426 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 7 Prozent

Magdeburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 889 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mainz

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1805 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mannheim

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1788 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 13 Prozent

München

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 3692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 33 Prozent

Nürnberg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1827 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 22 Prozent

Stuttgart

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2346 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Je länger allerdings die Euro-Krise anhält, umso mehr schwant vielen Profis, dass sich Deutschland nicht auf Dauer von ihren negativen Folgen wird abkoppeln können. „Das europäische Wirtschafts- und Finanzsystem ist hochintegriert und von wechselseitigen Abhängigkeiten geprägt. Deswegen ist wohl kein Land gegen den derzeitigen Abschwung immun", schreiben etwa die Analysten von Rreef, der Immobilienfondstochter der Deutschen Bank, in ihrem aktuellen Strategiebericht.

Mit Blick auf die am Montag in München beginnende internationale Gewerbeimmobilienmesse Expo Real erwartet daher Matthias Danne, Immobilien- und Finanzvorstand der Frankfurter Dekabank, dass „die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise auf das Immobiliengeschäft wohl das wichtigste Thema der Messe" sein wird.

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