Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.03.2011

10:33 Uhr

"Green Capital 2011"

Hamburg ist die neue Öko-Hauptstadt

VonAnja Steinbuch

In diesem Jahr ist Hamburg im Zeichen des Klima- und Umweltschutzes Europas "Green Capital" - nicht zuletzt weil in der Elbmetropole jedes fünfte "grüne" Gebäude steht. Besser sind nur die Bayern.

Unilever Gebäude in Hamburg: Das Hauptquartier des Unternehmens gehört zu den umweltfreundlichen Immobilien der Stadt. Quelle: pa/obs/obs/Unilever Deutschland obs/Unilever

Unilever Gebäude in Hamburg: Das Hauptquartier des Unternehmens gehört zu den umweltfreundlichen Immobilien der Stadt.

HamburgDen Titel verleiht die Europäische Kommission in Brüssel, prämiert werden herausragende städtische Projekte für Klima- und Umweltschutz. Außerdem verpflichtet sich die Stadt, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent zu verringern. Gebäude spielen dabei eine Hauptrolle – und da hat die Elbmetropole einige Erfolge vorzuweisen: 18 Prozent aller deutschen Objekte in ökologischer Bauweise und versehen mit entsprechenden Zertifikaten stehen in Hamburg. Das ergibt eine Studie des Immobilienberaters Cushman & Wakefield (C&W). Übertroffen werden die Nordlichter nur von den Bayern: In München finden sich 24 Prozent aller „grünen“ Gebäude.

Die Liste umweltfreundlicher Immobilien in Europas „Green Capital 2011“ ist lang: Das neue Unilever Hauptquartier in der Hafencity und der im Umbau befindliche alte Firmensitz der Niederländer, das „Emporio“ in der Innenstadt, gehören dazu. In der Hafencity entstehen außerdem die Bürohäuser „Ericus-Kontor“, die neue Spiegel-Zentrale, das Greenpeace-Gebäude im Elbtorquartier und das „Commercial Center“. Auch die markanten Mundsburg-Tower, die derzeit umgebaut werden, gehen als grün durch. Im Wohnungsbau soll das Edelprojekt „Sophienterrassen“ auf dem einstigen Bundeswehrgelände an der Außenalster ein Gütesiegel für grüne Gebäude bekommen.

Kritik kommt dennoch von Klima- und Umweltschützern: Der BUND hat seine Beteiligung am „Zug der Ideen“, der von April bis September 18 europäische Städte besuchen und Einwohner für den Umweltschutz mobilisieren soll, zurückgezogen. Sponsor Siemens verdiene sein Geld auch mit Atomkraft, lautet die Begründung. Greenpeace-Energieexperte, Karsten Smid, schließlich urteilt: „Die Stadt missbraucht den Titel für Werbezwecke. Ernsthafte Zukunftsprojekte im Energie- und Verkehrsbereich fehlen.“


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×